Jahrgang 
22 (1854)
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Der nürnberger Kassendiebstahl.

ja der Barbier dergleichen erfahren haben ſollte, dieſes vielleicht von dem Schloſſermeiſter Hölzel geſchehen ſei. Das Geſammtreſultat des Verhörs war eine mit den bisjetzt erhobenen Verhältniſſen und Thatſachen durch⸗ aus übereinſtimmende und bis in den unbedeutendſten Umſtand zergliederte Darſtellung des Verbrechens.

Auch Göſſer hatte, ſoweit überhaupt, die Kaſſe gerade ſo geſchildert wie Kirchmeier, und jetzt erſt dachte man daran zu fragen, wer denn die Kaſſe bemalt habe, um auch von dieſer Seite ihre Beſchreibung einzuholen. Der Maler ward ermittelt, aber was er angab, war nicht mehr, als man ſchon wußte:der Fuß ſei grün ange⸗ ſtrichen geweſen und der Deckel mit verſchiedenen Blu⸗ men bemalt worden, welche er aber, nach 2 ½ Jahren, unmöglich noch beſtimmt anzugeben wiſſe.

Da Göſſer den Schloſſer Hölzel als Denjenigen be⸗ zeichnet hatte, durch welchen dem Kirchmeier vielleicht die Beſchaffenheit der Kaſſe bekannt geworden, ſo wurde auch dieſer abermals vernommen, wobei er aber lediglich ſeine frühern Ausſagen wiederholte, endlich aber auf das gewiſſeſte und beſtimmteſte erklärte, daß nicht er dem Barbier, ſondern der Barbier ihm zuerſt die Kaſſe beſchrieben habe!

Eöſſer's Geſelle, Blöſel, wiederholte im Special⸗ verhör ſein unumwundenes, reumüthiges Bekenntniß, welches durch die übereinſtimmenden Ausſagen der Com⸗ plicen und die anderweit erhobenen Umſtände an Glaub⸗ würdigkeit nur gewann.

Ebenſo wenig ergab das Specialverhör der Ehefrau Göſſer's ein weiteres Reſultat. Nur betheuerte ſie aufs heiligſte: mit dem Barbier Kirchmeier, den ſie gar nicht kenne, ſei ihr Mann nicht bekannt, ſei nirgends mit ihm, nach ihrem Wiſſen, beim Bier oder ſonſt wo, zuſammen⸗