Jahrgang 
22 (1854)
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16 Friscur Dombrowsky.

als möglich, aber mit vielen unbedeutenden Details zu erzählen. Am Sonntag(10. April) habe er ſeiner Frau das Theaterbillet geſchenkt, was ſie mit großem Danke angenommen. Es war das StückMathilde und er habe ihr das Billet mit den Worten gegeben:Sieh, Mathilde, nun ſollſt du dich einmal ſelbſt ſehen. Nach⸗ mittags ging ſie aus und kam munter zurück. Als er in der Nacht aus dem Wirthshaus kam, lag ſie ſchon im Bett. Sie ſchlief oben in einer Kammer mit dem jüngſten, er unten mit dem ältern Kinde. Montag Mor⸗ gen waren beide Eheleute wohl und guter Dinge auf⸗ geſtanden. Abends wollte man ja(ſchon in Folge län⸗ gerer Verabredung) den Schützenball beſuchen. Darum ſollte Mittags nur eine aufgewärmte Suppe gegeſſen werden, und um das magere Mittagbrot zu ertragen, wollte man ſich an einem kräftigen Frühſtück ſtärken. Als drei Lehrbuſchen des Schneiders Winter in die Stube kamen, um ſich(aus Gefälligkeit des Friſeurs) die Haare ſchneiden zu laſſen, foderte Dombrowsky als Gegenge⸗ fälligkeit, daß einer derſelben ihm für vier Gutegroſchen ein halbes Pfund(Lebere) Wurſt und Branntwein hole. Er gab ihm dazu einen Korb mit, aber keinen Teller. Er ſelbſt wollte an dem Morgen nicht ausgegangen ſein. (Obwol ihn ein Zeuge außerhalb geſehen haben will.) Während er noch die Haare der andern beiden Burſchen ſchnitt, oder während zwei fremde Herren, die er nicht kannte, nach ihnen, um ſich verſchneiden zu laſſen, ein⸗ traten, hatte der erwähnte Burſche den Korb zurückge⸗ bracht. Dombrowsky ſtellte ihn, ohne ihn zu öffnen, auf die Dehle(Diele, Hausflur) hinaus, indem er ſeiner Frau zurief:Hier, Mathilde, frühſtücke erſt, ſonſt wird es zu ſpät. Die Frau rief darauf, noch als die frem⸗ den Herren da waren:Ich gehe weg. Sie war