26 Louis Napoleon Bonaparte.
Ihnen voraus, wohin dieſer freche Ehrgeiz Sie ſtürzen würde. Sie ſind nach Frankreich gekommen, um eines Verbrechens willen. Jetzt ſtehen Sie in Frankreich vor ſeiner Juſtiz. Sie wird Ihnen, wie jedem Schüldigen, die Strafe aufdrücken, welche Sie verwirkt haben.“
Berryer erhob ſich, um darauf zu erwidern, aber im ſelben Augenblick ſprang auch der Prinz auf und ſprach mit Ruhe und Würde:
„Meine Herren, der Herr Generalprocurator hat eben ſehr beredt geſprochen, aber vollkommen unnütz.
„Indem ich Herrn Berryer gebeten, vor Ihnen meine Abſichten und meine Rechte auseinanderzuſetzen, glaubte ich nur eine Pflicht zu erfüllen, welche meine Geburt, meine Familie, mein Vaterland mir auferlegten. Herr Berryer hat dieſe Aufgabe bewunderungswürdig erfüllt.
„Jetzt aber, wo es ſich nur um mein perſönliches Schickſal handelt, will ich mich nicht unter den Schutz meiner Ausnahmeſtellung ſetzen. Ich will mein Schickſal nicht von dem der Männer trennen, die mich am Tage der Gefahr nicht verlaſſen haben. Ich bitte Herrn Ber⸗ ryer, meine Vertheidigung nicht fortzuſetzen.“
Berryer aber ſprach doch.
„Die edeln Gefühle, welche der Prinz ſoeben aus⸗ gedrückt, laſſen mich erſt recht die Ehre erkennen, die er mir erwies, indem er mich zu ſeinem Auwalt erwählte, und ich bin glücklich, daß ich Alles, was ich vermag an Eifer, Freimuth und Kraft in der Vertheidigung aufgewandt habe. Aber ich gehorche ihm. Was könnte ich auch noch auf das Requiſitorium erwidern, was Sie eben gehört? Man hat discutirt und die perſön⸗ lichen politiſchen Meinungen des Defenſors beſtritten. Soll ich hier auf meine eigene Anſchuldigung Rede ſtehen?
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