Zeitschriftenband 
17 (1851)
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10 Louis Napoleon Zonaparte.

ſelbſt und ſeinem raſchen kläglichen Ausgang ließ nicht lange auf ſich warten.

Louis Napoleon hatte in ſeiner Zurückgezogenheit in London den beſtimmten Plan gefaßt, Louis Philipp's Regierung zu ſtürzen. Es fehlte ihm weder an Mitteln noch an Anhängern, nur beide nicht ausreichend. Es war derſelbe Plan der Ueberraſchung wie der von Stras⸗ burg. Sein Erſcheinen als der Neffe des Mannes ſollte in Boulogne wirken, wie es in Strasburg nicht gewirkt hatte. Es war eine directe Copie der Landung von Fre⸗ jus. Sie ſollte noch kläglicher enden als der Einfall in Strasburg.

Die kleine Truppe von Anhängern und Abenteurern hatte ſich an den Ufern der Themſe an verſchiedenen Punkten eingeſchifft, nämlich in Greenwich, Blackwall, Gravesend und Margate, um allen Verdacht zu vermeiden.

Während des ganzen 5. Auguſt lavirte man an den Küſten von England, und erſt mit Nachteinbruch ſteuerte das Dampfboot Schloß von Edinburg nach der franzö⸗ ſiſchen Küſte. Darauf der Prinz und ſein Gefolge. Um 1 Uhr Morgens landete er zu Wimereux, einem kleinen Hafen, eine Lieue nördlich von Boulogne.

Der Douanenpoſten von Wimereux ward überraſcht, aufgehoben, und die Truppe marſchirte auf Boulogne zu. Es waren ungefähr 60 Bewaffnete, befehligt vom Prinzen.

Sie wandte ſich zunächſt gegen das Viertel, wo zwei Compagnien des 42. Linieninfanterieregiments ein⸗ kaſernirt lagen. Die Mehrzahl der Berichte ſagt, daß Louis Napoleon hier einen ganz andern Empfang als in Strasburg gefunden. Die Soldaten hätten die Truppe mit dem Ruf: Es lebe Napoleon! Es lebe der Kaiſer! empfangen. Der Ruf wäre einſtimmig erfolgt.

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