14 Lord Lovat und die Rebellen von Culloden.
dem Block niederkniete, ſchlang er unwillkürlich die Arme über den Kopf. Dies verwirrte abermals den Scharfrichter. Er bat ihn die Arme zurückzuziehen. Aber als dies geſchehen, bemerkte Jener, daß die Weſte des Lords den Todesſtreich erſchwere. Kilmarnock mußte noch einmal aufſtehen, ſein Kammerdiener zog ihm die Weſte aus. Nachdem er nun wieder eine Weile betend gekniet, wehte er mit dem Taſchentuch, und ſein Haupt fiel, glücklicher als man erwarten können, auf einen Streich, nur ein Theil der Haut blieb am Rumpfe. Der Kopf, aufgefangen in einem rothen Tuche ward auf dem Körper in den Sarg gelegt und nach dem Tower gebracht.
So ſtarb Lord Kilmarnock.
Anders Lord Balmerino. Während des erſten Theils dieſer erſchrecklichen Vorbereitungen hatte er gebetet, dann unterhielt er ſich mit ſeinen Freunden, mit einer bewun— derungswürdigen Ruhe und Heiterkeit. Alle weinten, nur er nicht. Nachdem man Sägeſpähne auf das Schaffot geſtreut, um das Blut zu verdecken, gab der Sheriff ihm einen Wink. Er erkundigte ſich raſch, ob Lord Kilmarnock gelitten und nahm dann mit einer bewunde⸗ rungswürdigen Ruhe und Würde von ſeinen Freunden Abſchied.„Ich will Sie nun nicht länger aufhalten, meine Herren“, ſagte er und ſtieg mit feſten Schritten die Treppe hinauf.
Oben nahm er dem Scharfrichter das Beil aus der Hand und nachdem er es ernſthaft betrachtet, klopfte er. jenem auf die Schulter, als eine Ermahnung, muthig in ſeiner Pflicht zu ſein. Dann ſchritt er nach dem an— dern Ende des Schaffots, nahm ſeinen Sarg in Augen⸗ ſchein und beordnete, daß er näher an den Block ge⸗ ſchoben werde. Er zog Rock und Weſte aus, band das


