Zeitschriftenband 
16 (1850)
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4 Lord Lovat und die Rebellen von Culloden.

hingibt, keine höhere Pflicht kennend, ſondern auch der Vaſall ſich zu gleichen Opfern für ſeinen Feudalherrn für verpflichtet hielt und dies als höchſte Tugend galt. Man vergaß dabei, oder wollte abſichtlich vergeſſen, Mancherlei. So hatte dieſes ausnehmend getreue ſchot tiſche Volk, welches ſeit 1688 bis 1746, alſo ein halbes Jahrhundert hindurch, in beſtändigen Revolutionsverſuchen für die Stuarts gegen die großbritanniſche Regierung ſich erging, dafür vorher faſt in einem beſtändigen Revolu⸗ tionszuſtande gegen ſeine eigenen Könige, dieſe von Gott eingeſetzten Stuarts, ſich befunden. Es hatte ſie bekriegt, eingeſperrt, verjagt, ſogar ermordet. Und wenn man meint, daß ſie mit dieſer halbhundertjährigen Revolu⸗ tionstreue ihre mehrhundertjährige Revolutionsuntreue ausgeſühnt, ſo vergißt man, oder will vergeſſen, daß der Haß der Schotten gegen die Engländer, und eine ver⸗ abſcheute Regierung, bedeutend als Motiv mitſpricht. Auch war keinesweges das ganze ſchottiſche Volk jeder⸗ zit in dieſe Aufſtände ſondern während ein Theil, gewiſſe Familien, Diſtricte, Clans, auf Seiten des Prätendenten kämpfte, ſtanden andere mit eben ſol⸗ cher Entſchloſſenheit auf der der Regierung, dieſe Fami⸗ lien und Clans wechſelten in ihren Anſchauungen, und eifrige Partiſanen bei der einen Rebellion e der nächſten als ebenſo eifrige für das Gegentheil, bei die Verſprechungen, Belohnungen oder die ſtet der Regierung, welche ſie inzwiſchen erfahren, nicht we⸗ nig mitſpielen. Ja, aus dieſer ſehr weltlichen Klugheit theilten ſich wohl beim Ausbruch einer Revolution die großen Familien, und während ein Sohn ſich zu den Rebellen ſchlug, blieb der Vater auf Seiten der herr⸗ ſchenden Macht, anſcheinend nur um ſo eifriger, damit, was der Eine verlor, der Andere wieder retten konnte