Zeitschriftenband 
15 (1850)
Einzelbild herunterladen

420 Constantin Weist.

des Troſtes und ſchied nach langer, ſtummer Umarmung des Unglücklichen unter den Worten: ſie hoffe, daß ſie ihn entſündigt in einer beſſern Welt wiederfinden werde. Er ſchlief die Nacht vor der Hinrichtung ruhig, ſtand früh gegen 6 Uhr erſt von ſeinem Lager auf, verrichtete, nachdem er ſich angekleidet, ein langes inbrünſtiges Ge⸗ vet, ſchrieb dann ſeiner Schweſter noch einen Brief, in welchem er ſie bat, den Ortsarmen 1000, dem Geiſtli⸗ chen 200, dem Gefangenmeiſter 100, und dem Gefan⸗ genwärter 50 Gulden Conv.⸗Münze von ſeinem Vermö⸗ gen auszufolgen und das Uebrige als ein Geſchenk eines unglücklichen Bruders anzunehmen, der ihr bis zum Tode ſeine Liebe widme.

Sollte ſo ſchrieb er an den Rand des Briefes Anna arme Verwandte nach ſich gelaſſen haben, ſo wirſt Du ohnehin für ſie ſorgen.

Am 3. November 1837 ward, nach gehegtem pein⸗ lichen Halsgericht, auf dem Marktplatz zu K.. die Hinrichtung wirklich vollzogen. Conſtantin empfing, nach dem Berichte des Ortsgeiſtlichen, als ein reuiger Sünder mit Ruhe und Standhaftigkeit den Todesſtreich.

Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig