Zeitschriftenband 
14 (1849)
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4⁵8 Die Herſogin von Choiseul-Praslin.

verhaßten, beneideten Feindin ihres Glückes, wenigſtens iſt die Herzogin Herrin über ihren Schmerz geworden; die vielen Kriſen, die ſo oft eine Kataſtrophe drohten, ſind vorübergegangen. Darauf finden wir denn beim Verhör der Deluzy den ſchon oben erwähnten Brief der Herzogin zum Neujahrstage 1847, der anfängt:Wenn man ſich nicht zum Schlafen niederlegen ſoll, ohne mit ſeinem Nächſten ausgeſöhnt zu ſein, ſo ſcheint mir, daß man beim Anfang eines neuen Jahres weit mehr Grund hat, allen Zwiſtigkeiten ein Ende zu machen und allen Aerger zu vergeſſen. Aus gutem Herzen reiche ich Ihnen daher die Hand, Mademoiſelle, und bitte Sie zu ver⸗ geſſen, um von nun an ruhig mit einander zu leben, alle die peinlichen Auftritte, die ich Ihnen veranlaßt habe, und verſpreche Ihnen auch mit einem Schwamm über alle die Motive zu fahren, die, indem ſie mich verwundeten, mich aufreizten. Jeder hat ſeine Fehler in dieſer Welt, und ich bin verſucht zu glauben, daß das recht gut iſt; das macht nämlich gegenſeitig nachſichtig und erleichtert die Verſöhnungen. Ich bin ganz über⸗ zeugt von Ihrer reinen und zarten Zuneigung und Hin⸗ gebung für meine Kinder, und, glauben Sie mir, Nie⸗ mand iſt mehr zum Dank geneigt und zur Liebe für die, welche ſich ihnen opfern, wenn ich nur nicht im Herzen durch den Gedanken verwundet werde, daß man ſie dadurch von mir reißt. Der ganze Brief iſt in einem höchſt vernünftigen, verſöhnlichen Tone geſchrieben. Die Tragödie mit ihrer Spannung und Kataſtrophe wäre unterblieben, wenn die Herzogin immer dieſe Neu⸗ jahrsſtimmung gegen ihren Gemahl gehabt hätte.

Aber gleich darauf findet ſich wieder ein mit Blei⸗ ſtift geſchriebener Brief an ihren Gatten, der anfängt: Sie haben ein ſeltenes und koſtbares Talent Alles zu

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