Zeitschriftenband 
14 (1849)
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2 Der Spa-Field Aufruhr.

handlung des Bürgerſtandes, die Geringſchätzung, welcher er den Ideen begegnete. Jenen verabſcheute me gegen dieſen war man erbittert. Wellington ertrug ö mals wie jetzt mit ſtoiſchem Gleichmuth die Zeichen moraliſchen Nichtachtung von Seiten der Nation. D andern Miniſter und Würdenträger theilten mehr od minder dieſen Haß, die Abneigung; populär war keine

Der nicht perſönliche Grund war der Druck, d auf der Nation laſtete, ein Druck, welcher durch de langen Krieg und ſeine Steuern unerträglich gewordei Die Staatsſchuld dünkte dem Volke ein Alp, der mi jedem Tage wachſe, um die Nation auszuzehren. Ma rechnete, daß über zwei Zehntheile der Bevölkerung vol Almoſen lebte, und der Betrag der Armentaxe überſtie weit das Einkommen eines Staates zweiter Größe. Di⸗ Mittelclaſſe drohte zu verſchwinden; wer ein ehrenvolles ſelbſtändiges Daſein einer bettelhaften Freiheit im alten Vaterlande vorzog, ſuchte auszuwanderg. So, und noch ſchwärzer ſchilderte die damalige Publiciſtik den Zuſtand der Nation.

In England zeigten ſich die erſten Wehen der neuen

Zeit, die ſocialen Kämpfe; hier, nach dem Kriege mit Napoleon, ward das Kind geboren, das jetzt zum aus⸗ gewachſenen Menſchen geworden, an unſern Zuſtänden rüttelt, heißhungrig, misgünſtig, die Errungenſchaft un⸗ ſerer zweitauſendjährigen Bildung niederſchlagen, zer⸗ treten möchte. Hier pochte die Armuth zuerſt auf ein Recht, und die Beſitzloſen, gegen die Beſitzenden zum Kampfe gerüſtet, ſäten die erſte Saat der Principien, welche jetzt reifend die Staaten zu erſchüttern drohen. In der Anſpannung des Kampfes gegen Frankreich hatte man die Reihe von Uebeln überſehen, an denen England litt, der Nothſchrei des Volkes war übertäubt