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nicht in ſeinem wageluſtigen Anlaufe fortfahren und bei Da flatterte ein Zettel heraus... Anna's Hand.... Herrn Forſter um Anna's Hand anhalten. Und als er„Ich konnte nicht anders, als ganz offen gegen den Vater ſich nachher allein auf ſeinem Zimmer befand, kamen alle ſein. Er ſagte nicht Ja, nicht Nein. Auch mußte ich mögliche Bedenken, wie ſie in ſolchen Fällen eben einen ihm verſprechen, keinen Brief von Ihnen anzunehmen, Mann überkommen, der ſich ſeiner Berechtigung nicht oder an Sie zu ſenden. Nur die Worte ſoll ich Ihnen ſicher weiß und mit dem Reſpekt vor ſeinem vornehmen zum Abſchied ſchreiben: und reichen Pflegevater kämpft, dem er für ſeine einzige Mann ſein mußt Du, wagen, ringen— Tochter nichts zu bieten weiß, als ein ehrlich liebendes Bloße Pflichttreu thut es nicht.“ Herz und den guten Willen zu arbeiten.— Mit jeder Stunde der durchwachten Nacht ſtieg
Auguſt's Angſt vor ſeinem eignen Wagniß und vor einem III. 4 Abweiſe. Als endlich der ſtille, dicknebelige, engliſche Ein Jahr war ſeitdem vergangen. In ⸗berg ſah es
Morgen des eſſten Feiertags tiefgrau dämmerte, ſtand er äußerlich wenig anders aus, als wie vor'm Jahre. Die
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Die Eiſengießerei in der Cramer-Klett'’ſchen Kaſchinenfabrik.
wirklich in höchſter Seelenpein vor ſeinem Ankleideſpiegel, um den Gang zu Herrn Forſter zu unternehmen. In demſelben Augenblicke trat ein Diener ein und brachte ein Buch Auguſt's, welches er geſtern Anna geliehen, indem er zugleich meldete, Herr und Fräulein Forſter ſeien bereits vor Tagesanbruch abgereiſt, Herrn Büchner ihre Empfehlungen zurücklaſſend.—
„So iſt's entſchieden“— rief Auguſt aus.„Der ſtolze Millionär verachtet den Maſchinenmeiſtersſohn— oder Anna hat mich betrogen und verlacht mich.“ An Letzteres glaubte er jedoch eigentlich ſelbſt nicht— nur daß ſie ihm verloren ſei, wußte er. Er ließ in ſeiner Verzweiflung das Buch zur Erde fallen.
Wittwe Büchner ſaß in ihrem Stübchen noch immer bei der Schirmlampe und ſtrickte. Heute dachte ſie jedoch kaum an Weihnachten. Nur wenn man ihr Geſicht ge⸗ nauer anſah, bemerkte man, daß deſſen Züge tiefer, die Farbe gelblicher geworden. Drüben in der Fabrik arbeitete man, wie vor'm Jahre, blos bis um ſieben Uhr und empfing dann den Tagelohn für beide Feiertage als Weihnachtsgeſchenk. In der Mittelfronte des Hauſes waren indeſſen auch nach dem Feierabend ein Paar Zim⸗ mer hell, doch blos von der gewöhnlichen Abendbeleuchtung, welche hier Anna's Nähtiſch, dort Herrn Forſter's Arbeits⸗ pult erhellte. Anna's kerngeſunde Heiterkeit war nicht
verſchwunden, aber gedämpft.
Man ſah es ihr an, daß


