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getröſtet hätte: daß die Vrone wenigſtens ihre Liebe— er habe glücklicherweis noch vor der Trauung Alles
bekannt habe und ihm treu geblieben ſei; ſo würde Nöthige gehört— kurzum, er könne die Vrone nicht
denn auch der Alte ſich endlich in die Sache finden, nehmen! Alles ſteckt jetzt die Köpfe zuſammen, man ſagt
V dachte er.. und fragt erſtaunt herum, der Gruber verfinſtert die Stirn Leider wurde ihm Abends bei ſeiner Heimkehr auch und die Gruberin ſitzt ächzerlich auf die Wandbank nie—
der;— da zieht der Laufbot' auch noch einen Brief her⸗
nooch dieſer letzte Troſt geraubt. Er fand das Dorf bei
ſeiner Ankunft ungewöhnlich aufgeregt, hörte die Namen vor und darin ſteht——“ ddes Gemeinderaths, der Vrone und ihrer Mutter wie⸗„Nun was?“ ſtöhnte Ambros bebend am ganzen Leibe. derholt aus den verſammelten Gruppen vor den Häuſern,„Ach— es iſt zum Schrecken und Erbarmen zugleich“
V aber kein freudiger Ton war es, mit welchem dieſe Namen fuhr die Walpurg fort:„Aus dem Briefe wird in Er V genannt wurden. Ambros hatte ſeine Noth, ſich unbe⸗ fahrung gebracht, den Tag zuvor habe ſich ein Burſch vor merkt bis zum Häuschen ſeiner Baſe durchzudrücken, er Amt ſelber als den wahren Brandſtifter angegeben, er ſei wollte aus dem Munde der Walpurg zuerſt erfahren, was ein früherer Liebhaber der Vrone geweſen, ſei von ihr ggeeſchehen ſei und hoffte ſie ruhiger zu finden als das ganze aber wegen eines Andern verabſchiedet worden und habe Doorf und er ſelbſt war. Aber ſchon der Umſtand, daß deshalb, da er ſeinen Nebenbuhler einmal Nachts zurr Haus⸗ und Stubenthüre offen ſtanden, ohne daß die Baſe Vrone ſchleichen geſehen, aus Verzweiflung Feuer gelegt! zugegen war, zerſtörte dieſe Hoffnung; ein umgeworfener Der Unterſuchungsrichter habe auf dieſe Ausſage hin ſeinem Waſſerkrug auf der Wandbank ließ ſogar befürchten, die Freund, dem Bräutigam der Vrone, ſogleich einen Wink Baſe ſei durch die Vorfälle in Grubers Hauſe noch mehr zukommen laſſen und ihn von der Heirath abgehalten!— bewegt als andere Leute. Ach, lieber Ambros— auf dieſe Nachricht hin fiel die Von Furcht und Sorge gebeugt ſetzte ſich Ambros Gruberin maustodt von der Bank, die Vrone ſprang zur doaher au's Tiſchchen, um ſo ruhend die Heimkehr der Stube hinaus und wollte ſich im nahen Teich ein Leid Baſe abzuwarten, aber ſchon war er im nächſten Augen⸗ anthun— man muß ſie immer noch bewachen— der blicke wieder Augenzeuge einer Scene, welche ihn mit Gruber aber hat kein Wort geſagt, iſt bald roth bald äußerſtem Entſetzen erfüllte. Denn er warf eben einen kreideweiß geworden und hat anſpannen laſſen, um fort⸗ wehmüthigen Blick durch das kleine Fenſter nach dem zufahren— man weiß noch immer nicht wohin.“ Balkon am Gruberhauſe, wo ihm ſo oft ein ſüßer Augen⸗ Ambros war während dieſer Erzählung wie an allen troſt erſchienen, als dort eine ſchlanke Geſtalt mit fliegen⸗ Gliedern zerſchmettert auf die Bank zurückgeſunken und den Haaren die Thüre der Galerie aufſtieß und ſich über konnte nach einer Weile nur die Frage ſtöhnen: die Brüſtung derſelben ſtürzen wollte; einige nacheilende„Wen hat man in Verdacht jetzt mit der Vrone?“ Hausbewohner erreichten ſie noch juſt zurecht und führten Die Baſe Walpurg beeilte ſich nicht, auf dieſe Frage ſie mit Gewalt ins Haus zurück. eine Antwort zu geben, dann aber legte ſie ihre rechte Wie von zwei Armen in die Höhe geriſſen ſprang Hand ſänftlich auf die Schulter des ſchwer Gebeugten Ambros auf— denn er hatte ſeine Geliebte ſo zum erſten und ſagte leiſe: Male wieder geſehen; in dieſem Augenblicke ließen ſich„Laß das ruhen jetzt, Ambros— Dir macht kein Tritte in der Vorflur hören und die Baſe Walpurg trat Menſch einen Vorwurf— Du haſt ſie lieb gehabt und herein. für ſie gelitten wie ein Mann, ſie aber hätte Dich ver⸗ Sie wurde ihren Ambros kaum gewahr, als ſie mit urtheilen und Deine Ehr' zu Grunde richten laſſen!“— ooffnen Armen auf ihn zueilte und ihn unter frohen Be-⸗ Leider war des Tages Unheil noch nicht zu Ende heute. grüßungen umhalste, worauf ſie aber gleich wieder ernſt: Gegen halb zehn Uhr fuhren zwei fremde Männer auf haft wurde und mit trauriger Stimme ſagte: Grubers Wägelchen einen Lebloſen durch das Dorf und „Du wirſt Augen machen, Ambros, über all' die luden ihn mit ſorgenvollen Mienen im Gruberhofe ab;— Ddinge, die geſchehen ſind! Ach, es geht bekümmert her der Lebloſe war der Gemeinderath Gruber ſelbſt. Er in Grubers Hauſe!“ war, wie wir geſehen haben, nach dem Amte gefahren, Ambros hatte nicht die Kraft zu fragen, was geſchehen um nähere Auskunft über die neueſten Entdeckungen zu ſei, doch fuhr die Walpurg aus freien Stücken fort: erhalten, hatte dann während der Heimkehr öfter vor „Heut morgen hätte die Hochzeit der Vrone ſein ſollen; Schänken angehalten und im erſten Zorn und Gram zu. Allles war beſtens bereit, es war gekocht und gebraten, viel getrunken, ſo daß er im betäubten Zuſtande an einer die Braut ſtand da, wie eine Gräfin herrlich geputzt, in gefährlichen Stelle über den jähen Straßenrand hinab⸗ Flor und Seide— auch die Gäſte waren alle da— und fuhr. Den Wagen fand man ſpäter nur wenig beſchä⸗ nur der Bräutigam ſollte noch kommen.— Und wie man digt in dem Graben, das Pferd war in einem Zuſtande, noch ſo wartet, kommt ſtatt des Bräutigams ein rothver⸗ der Hoffnung auf gänzliche Herſtellung gab;— der Gruber hetzter Laufbot' und bringt nichts als einen ſchönen Gruß aber war rettungslos auf dem Platze geblieben. vom Bräutigam und er laſſe ſchön danken für die Braut(Schluß folgt.)


