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ſchnitte, mittheilen, und wir werden keine Koſten ſcheuen um einen immer höheren Grad der Vollen⸗ dung zu erreichen. Wir geben jede Nummer in zwei vollen Druckbogen, zuweilen mehr. Der Feier⸗ abend iſt daher ohne Frage, auch abgeſehen von dem höheren Werthe ſeines Inhaltes, das wohlfeilſte
illuſtrirte Blatt.
Die Redaction des Feierabend.
Die„Stadt-Frohne“.
Eine Erzählung von Joſef Nank.
J.
redend, rauchend, ſcherzend; Mädchen und Burſchen, ſonntäglich geputzt und ſtill vergnügt, kamen einzeln oder in Gruppen hinzu und gingen wieder weiter; die Kinder jubilirten auf Angerplätzen herum und als es einem wil⸗ den Buben einfiel, auf hohen Stelzen durch's Dorf zu gehen, ſtürmten ſie in Schaaren herbei, um ihn, wie Schwalben den Habicht, ſchreiend zu umkreiſen.
„Der Märkle hat da Einen, der iſt dem Bockfuß aus gekommen,“ ſagte die alte Walpurg lächelnd zum nächſten
Haus hinüber:„Mich wundert nur, daß euer Jogli nicht
auch bei dem Geſäuſe iſt.“
„Er wär's gewiß, wenn er eurem Ambros nicht wie⸗ der nachgelaufen wäre,“ erwiederte der Veit, nicht undank⸗ bar gegen die Erinnerung an ſeinen Knaben;„ich bin nur neugierig, wie lang die Freundſchaft zwiſchen Beiden dauern wird!“
„Von Oſtern bis Pfingſten gewiß,“ ſagte eine ange⸗ nehme Mannesſtimme, welche ſich unerwartet in's Geſpräch miſchte.
Man blickte auf und ſah Ambros näher treten mit dem Jogli an der Hand.„Da iſt er wieder pünktlich ab⸗ geliefert,“ fuhr Ambros lächelnd fort„aber daß ich ihm nicht ſchenke, was er angerichtet hat; dieſen Salvei hat er unerlaubter Weiſ' dem Burger abgeriſſen.“
Der Veit hob ſeinen Finger gegen den Knaben und ſagte dann zu Ambros:„Wo ſeid ihr denn herum ge— ſtiegen?“
„Ein wenig hinter den Gärten durch die Felder, gegen das Walcherbergel hin,“ erwiederte Ambros freund⸗ lich und indem er leicht an ſeinem Hutſchilde rückte ging er weiter und ſagte:„Gute Nacht!“
„Wie Gott will und Dir auch!“ dankte die Veitin und blickte dem hübſchen Burſchen lächelnd nach.
Schultern wie ſein Vater!“
Ein leichtes Peitſchenknallen veranlaßte jetzt das halbe Dorf der Sägemühle zuzublicken, wo ein Wägelchen, von einem wohlgenährten Eiſenſchimmel gezogen, den Fahrweg herein und am Gemeindebrunnen vorüber lenkte. Der Gemeinderath Gruber, der Gold⸗Gruber genannt, ſaß auf dem Wägelchen und hinter ihm ſein Weib und ſeine Tochter Vrone. Der Gruber ſah zufrieden drein und ſchnalzte, wie es ſchien, nicht ohne Abſicht, Aufmerk⸗ ſamkeit zu erregen, ſo fleißig mit der Peitſche; noch ver⸗ gnügter blickte die Gruberin um ſuf the ſie hier und dort Bekannte grüßte und dabei ſtets eine dunkelrothe Stirn bekam.
„Die Stadt⸗Frohne läßt ſich hübſch ſpazieren führen“
bemerkte eine Frau j Wa Das Behagen des Sommerabends war groß; vor bemerkte eine hagere Frau jetzt, als das Wägelchen an
den Häuſern ſaßen Männer und Weiber beiſammen, hl 2 4 Däuſ na heim, Mittwoch drauf in Schwehingen und heut in
ihr vorüber war—„den vorigen Sonntag in Oberbolz⸗
Naheim; freilich wie ſoll ein rechter Mann gefunden werden, wenn nicht weit und breit die Gegend umgeackert wird?“
„Es heißt ja, daß der Oberförſter Rehfuß ein Aug' auf Vrone habe!“ erwiederte die Härtl.
„Ich hab' vom Conterlor in Naheim gehört“ ſagte die Hagere raſch:„das ſtimmt auch mit der Fahrt von heute!“
„Und mir hat man geſagt, der dicke Rentamtmann ſei geſtern dageweſen und habe ſich als Wittwer breit ge⸗ macht,“ bemerkte eine dritte.
Es klang wie neckiſches Gelächter über dieſe Heiraths⸗ conjekturen, als in dieſem Augenblicke die Vrone Gruber vom Wägelchen herab allerlei Geſchenke unter die Kinder warf und ſehr ergetzt über die Jagd derſelben lachte; in ihrer lebhaften Art nahm ſie auch Partei für dieſes oder jenes unbehilfliche Kleine und trieb mit dem Sonnen⸗ ſchirm manchen keck zugriffigen Buben aus dem Bereich der Geſchenke, was ſich freilich mit ihrer ſtädtiſchen Tracht, dem Schleier und Federhut, nur wunderlich reimte.
„Schön und wild, wie ehvordem— die Stadt hat ihr wenig abgeſchliffen,“ ſagte jetzt die alte Walpurg, welche in ihr Stübchen zurückgekehrt dem Ambros ſeine Abendſuppe vorgeſetzt hatte, und vom kleinen Eckfenſter
aus dem Treiben der Vrone zuſah.„Neugierig bin ich nur, wem dieſe Goldammer in's Neſt fliegen wird; unter einem Grafen wird ſie ſchwerlich Einen ſuchen!“
Dies ſetzte ſie hinzu, indem ſie wieder nach dem ) 51/
Stübchen zurückſah und die Schüſſel prüfte, aus welcher
Ambros eſſen ſollte. Zu ihrem Staunen war ſie faſt
i noch unberührt, und ſie ſagte drängend:
„Es wird mir immer wohl, wenn ich den Ambros ſeh““ bemerkte der Veit, dem Burſchen gleichfalls mit den Augen folgend:„Still, treu, fleißig und mit ein paar
„Ei ſo iß doch, Ambros; ich glaube doch, das Eſſen iſt gerathen!“
„Das iſt's auch, Baſe,“ erwiederte Ambros leicht erröthend:„Ihr wißt, am Sonntag iſt der Hunger nie⸗
mals groß;“ und indem er den Löffel ganz weglegte, fügte er hinzu:„Morgen mit der Arbeit wird der Appetit auch wieder kommen!“
„Was hat da meine Koſt davon? Die Woche biſt Du kaum daheim; und morgen— daß ich nicht vergeſſe: der Baumbach hat geſchickt, ob Du ihm nicht mähen helfen willſt?“ ¹
„Das kann ich, Baſe“
„So hab' ich recht gethan und zugeſagt?“
„Ja freilich; ihr wißt ja manchmal beſſer als ich, was an der Ordnung iſt.“
Dieſe milde Art des Burſchen entſchädigte die Wal⸗


