zu entfernen. In anderen Fällen mangeln dagegen Er⸗ brechen und Darmentleerungen ganz, ja dieſe ſind ſelbſt durch die Kunſt oft ſchwer zu erzielen. Die mit Vergiftung verbundenen Erſcheinungen treten ſelten ſchon 10 Minuten nach dem Genuß von Pilzen ein, aber eben ſo ſelten erſt nach Verlauf von mehreren Tagen oder Stunden. Dieſes nicht augenblickliche Eintreten der Vergiftungsſymptome ſpricht dafür, daß das Gift nicht durch unmittelbare Ein⸗ wirkung auf das Nervenſyſtem, ſondern erſt nach Auf⸗ nahme deſſelben in die Säftemaſſe ſeine Wirkſamkeit ent⸗ wickelt, wodurch im Allgemeinen ſchon die Mittel angedeutet ſind, wie im vorkommenden Fall zu helfen iſt. Erbrechen und Laxiren leiſtet im erſten Stadium immer gute Dienſte, indeſſen iſt jedenfalls ärztliche Hülfe zeitig zuzuziehen.
Die Erkenntniß, daß die Natur in den Pilzen ein Nahrungsmittel geboten hat, deſſen volle Ausbeutung von hoher volkswirthſchaftlicher Wichtigkeit ſein würde, wenn die Furcht vor Vergiftung und andere Vorurtheile nicht dieſe Ausbeutung ſchmälerten, hat ſchon lange den Wunſch erregt, daß in jeder pädagogiſchen Anſtalt Unterricht über die Giftpflanzen gegeben werden, und jeder Schullehrer eine Sammlung der giftigen und eßbaren Pilze in guten Formen oder mindeſtens in möglich treuen Abbildungen haben ſollte, an denen die Schüler den äußeren Unterſchied der nützlichen und ſchädlichen Schwämme erkennen könnten. Es iſt aber in der Hauptſache bei den Wünſchen geblieben, bis in der neueſten Zeit zwei tüchtige Schulmänner mit eben ſo viel Sachkenntniß als Liebe an die Löſung dieſer Aufgabe gingen. Wir meinen die von Profeſſor Dr. Büchner und Lehrer Karl Kirſch in Hildburghauſen herausgegebene „Schwammkunde,“ von welcher bereits die beiden erſten Gruppen erſchienen ſind. Die erſte Gruppe enthält 10 der eßbarſten Schwämme(Steinpilz, Mehlſchwamm oder Mus⸗ ſeron, Eierſchwamm oder Pfifferling, Schmeerling, Fleiſch⸗ ſchwamm oder Runzelſchwamm, Brätling, Stockſchwamm, Champignon, Semmelpilz und Wachholderſchwamm oder Reitzker) in 20 nach der Natur entworfenen und kolorirten
bildungen vor. Die g
Modellen nebſt Beſchreibung, und zwar ſind in der Regel immer zwei Modelle für einen und denſelben Schwamm gegeben, eines denſelben jung, das andere denſelben alt vor⸗ ſtellend. Die zweite Gruppe führt uns 10 der giftigſten Pilze(Bilaſchwamm, Beelſerub, Waldteufel, Fliegen⸗ ſchwamm, Dickfuß, Hexenpilz, Schwefelkopf, Speiteufel, Grünling, Schleimſchwamm) in zwölf plaſtiſchen Nach⸗
pen in 2—3 Jahren ihren Abſchluß finden. Jede dieſer Gruppen füllt einen eleganten Pappkaſten, deſſen Boden mit Moos belegt und mit niedrigen Klötzchen verſehen iſt, auf welche die Pilzformen mittelſt an ihrem Fuße befindlicher Dräthe befeſtigt ſind. Der erſte Kaſten koſtet am Wohnorte der Herausgeber 3 Thlr., der zweite 2 Thlr., ein Preis, der freilich, obwohl an ſich äußerſt niedrig, nur von wohl⸗ habenderen Privaten und gut dotirten Lehranſtalten und Vereinen getragen werden kann. Modellierholz und Farbe haben Alles aufgeboten, um dieſe Modelle zu Meiſterwerken ihrer Art zu machen. Sowohl die Geſtalten der Pilze, als die dem Unkundigen unmerklichen Farbenſchattirungen ſind mit einem Schönheitsſinne und dabei einer Naturwahrheit
wiedergegeben, die in Erſtaunen und freudige Bewunderung.
ſetzen und mit Hülfe der klaren und anſchaulichen Beſchrei⸗ bungen es ſelbſt dem Kinde möglich machen, die eßbaren von den giftigen Pilzen vollkommen genau zu unterſchei⸗ den. Der Gebrauch dieſes Lehrmittels auf dem Gebiete der Myketologie in den Schulauſtalten der Herzogthümer Waininen und Koburg⸗Gotha, in denen daſſelbe auf Ver⸗ anlaſſung der betreffenden Regierungen eingeführt iſt, hat denn auch bereits die beſten Dienſte geleiſtet und auch die bedeutendſten wiſſenſchaftlichen Autoritäten(Schleiden!) haben ſich aufs Günſtigſte und Anerkennendſte über das verdienſtliche Unternehmen ausgeſprochen, Unterſtützung und Verbreitung ſowohl zum allgemeinen Beſten, als zur verdienten Belohnung der Herausgeber zu wünſchen iſt.
Aus dem Weltleben.
Und ob der Herbſt noch ſo ſchön ſei, ſeinem melancholiſchen Eindrucke vermag ſich dennoch Niemand zu entziehen. Unwill⸗ kührlich rückt Jedem der Gedanke näher an das Welken und Blätterfallen des eignen Lebens, an die ſchweren Herbſtnebel der Sorgen und Kümmerniſſe, welche beim Aelterwerden ihren fröſtelnden Mantel um jedes Daſein ſchlagen. Wir wiſſen's freilich, daß jenſeits der Nebel die ſonnigſte Klarheit des Himmels ſchwebt, die wunderbar heitere Ruhe der Höhe. Aber unſere Wurzeln haften im Boden und— es iſt dafür geſorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachſen. In vielen, ja den meiſten Menſchenleben verfliegen wohl freilich auch endlich die dichteſten Herbſtnebel, wie in der Natur. Aber unterdeſſen iſt der Reif⸗ hauch des Alters über das Jugendparadies unſerer Hoffnungen, Wünſche, Erwartungen hinweggegangen; auf dem kahlen Scheitel liegt der Schnee des Lebensalters; nicht mehr üppig ſchwellend wölbt ſich das Laubdach unſerer ſchönſten Strebungen und heißeſten Empfindungen, ſondern wie flehende Arme ſtrecken
ſie ihre dürren Aeſte in die kalte Luft und der rauhe Nordſturm
. Genug der Bilder! „Was in der Jugend
fegt rückſichtslos durch das Gezweig... Glauben wir an Goethes ſchönen Troſt:, man wünſcht, das hat man im Alter die Fülle“.
Der Glaube Europa? Bloß noch vier Wochen, vier kurze Wochen dürfen
iſt's ja, was heute als oberſte Forderung der höchſten Regionen in die niederen Lebensthäler herabtönt. Und wer den Glauben nicht hat, iſt ein tönend Erz und eine klingende Schelle— ſagt auch ſchon die Bibel.
Der Glaube wäre jedoch keine Tugend, wenn er nicht ſchwer wäre, und vollends keine Kunſt. Heil uns, daß wir Deutſche ſo viel Gelegenheit haben, uns in der Kunſt und Tugend zu üben! Wer glaubte nicht daran, daß z. B. der orientaliſche Janustempel für immer geſchloſſen iſt, da alle bevollmächtigten Virtuoſen des conſtantinopolitaniſchen Concerts beiſammen bleiben, und nur der preußiſche— natürlich wegen Unwohl⸗ ſeins— von dannen zieht? Wer glaubt nicht daran, daß Däne⸗ mark den alleräußerſten Beweis ſeiner„Mäßigung“ gegen„deut⸗ ſche Unverſchämtheit“ gegeben hat, indem es nunmehr doch keine Soldaten nach Holſtein ſchickt, während die dortigen Stände den Verfaſſungsentwurf ohne Gegenvorſchläge ablehnen? Wer glaubt weiter nicht daran, daß der deutſche Bund nunmehr in kühnſter Entſchloſſenheit für das gute, alte, conſervative Recht unſerer nordiſchen Stammbrüder und kernigen Grenzlande ein⸗ ſtehen wird„mit Gut und Blut“, wenn nöthig, gegen ganz
dem die größte
wird offlei Ferie hina⸗ dend einſt vom erſt der von Ged muf man dem friſc vor Vate ſcher mäc dare gar den Wr Re⸗ pre St wo um in con um I ſch we lon


