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nicht alle ihren Beruf nach Würde und Gebühr treiben. Tapferkeit. Gerade weil man nicht ſo weit in der Auf— Außerdem iſt die Geſundheitspolizei ungleich wachſamer, als klärung war und weniger zu verlieren hatte, entflammten die ſonſt, wodurch anſteckende Krankheiten entweder abgehalten Menſchen leichter zum Zorn und wurden von Raubbegierde oder gehindert ſind, um ſich zu greifen. Unter dieſen Ver⸗ verlockt, und weil außerdem die Länder einer geordneten Re⸗ anſtaltungen muß beſonders die Pocken⸗Impfung genannt gierung und guter Einrichtungen vielfach entbehren mußten, werden, welche ſo vieler Kinder Leben gerettet hat. lebte man in ewigen Kriegen. Jeder kleine Herr durfte mit
Wir können jedoch auch den jetzt beſprochenen Satz nicht ſeinem Nachbar Krieg führen, und viele vereinigte Klein⸗ ohne eine Beſchränkung ſchließen. Die Mittel, ein ange⸗ herren mit ihrem Könige. Deswegen ſchätzten ſie jede an⸗ nehmes und geſundes Leben zu führen, haben ungemein zu- dere Tugend geringer, als die Tapferkeit, deren ſie beſtändig genommen, und doch haben Viele von Denen, welchen ſie benöthigt waren. In unſern Tagen ſind die Leidenſchaften V
noch zu ſehr herrſcht, wie denn auch die Aerzte bei Weitem Die bei unſern Vorfahren allgemeinſte Tugend war die I V
reichlich zu Gebote ſtehen, wenig Genuß davon. Ein großer der Menſchen mehr durch die Vernunft gezügelt und vor Theil der wohlhabenderen Stände führt eine ſchwächende Allem der Frieden nach innen beſſer durch gute Geſetze und und empfindlich machende Lebensart und kommt vor lauter Einrichtungen geſchützt. Auch iſt man jetzt vorſichtiger als kleinen Uebeln nicht zum geſunden und frohen Genuß des jemals einen Krieg anzufangen, weil er nicht bloß Leben und
Lebens. Dieſes Regiſter von Außen⸗ und Innen⸗, Kopf⸗, Wohlfahrt vieler Einzelnen, ſondern auch die Güter und Hals⸗, Lungen⸗, Herz⸗, Eingeweide⸗ und Gliederkrankheiten, Anſtalten des Ganzen auf das Spiel ſetzt. Bei alledem das von manchen Aerzten noch jährlich um eine Seite ver⸗ haben wir doch, wenn in neueren Zeiten Krieg geführt mehrt wird, ſcheinen die Altvordern weder gekannt, noch wurde, große Unternehmungen geſehen, welche ohne Scheu
praktiſch durchgemacht zu haben. denen der Vorzeit an die Seite geſetzt werden können, und —
Thaten Einzelner, die jeden Vergleich mit früheren Beiſpielen
aushalten. II. Weit weniger begründet, als der Ruhm der Tapferkeit,
iſt das oft wiederholte Lob, das man der alten Ehrlich⸗ V
Das Menſchengeſchlecht iſt in ſittlicher Hin⸗ keit gibt. Begnügt man ſich nicht, gewiſſe neue Bücher zu
ſicht nicht zurück⸗, ſondern vorwärts gegangen. leſen, welche blindlings die Vorzeit erheben, ſondern lieſt ſ
In leiblicher Hinſicht haben wir geſehen(Nr. 27), daß es man die alten Schriften ſelbſt, die von Männern verfaßt
V mit den Menſchen jetzt nicht ſchlimmer ſteht, als in der Vor⸗ wurden, welche die Begebenheiten mit eigenen Augen ſahen
zeit, ſondern vielmehr beſſer. Die Frage bleibt nun, ob es V oder ſie von Leuten hörten, die ſie ſelbſt erlebt hatten; ſo er⸗ ſich mit dem Geiſtigen etwa anders verhalte? fahren wir, daß ſogar der Meineid nicht ſelten war, und
Man kann täglich hören, daß Viele von den alten Zeiten daß nahe Verwandte oft einander betrogen, weshalb man in ſſprechen, als ob alle Tugenden darin zu Hauſe geweſen und den alten Schriften findet, daß ſie mit einem gegenſeitigen ddie Menſchen der Jetztzeit ſchmählich von ihren Vätern aus⸗ Mißtrauen verkehrten, welches man bei allem Eigennutz un- geartet wären. Dieſes Lob vergangener Zeiten iſt noch ſerer Zeit doch ſehr übertrieben finden würde. Die kleinen ſſchlechter begründet, als das der Körpergröße, Stärke und Könige z. B., welche ſich in den ſcandinaviſchen Ländern Geſundheit; aber wir würden unbedachtſam handeln, wenn tummelten, ehe letztere ſämmtlich Einem Könige unterthan wir uns nicht im Voraus an die Gründe erinnerten, wes⸗ wurden, überfielen einander häufig auf eine tückiſche Weiſe, halb unſere Vorväter in manchen guten Eigenſchaften hinter ungeachtet ſie keinen Krieg hatten. Wenn der Eine auf uns zurückbleiben mußten. Sie waren nämlich weniger auf- einem Gelage ſich mit ſeinen Kriegern berauſchte, war der geklärt, und dies war natürlich; denn ſowie jeder ordentliche Andere bereit, ihm das Haus anzuzünden. Sie waren Menſch mit dem Alter klüger wird, ſo geht es auch mit dem Heiden, das iſt wahr; aber in der chriſtlichen Zeit ließen die Sanzen Menſchengeſchlechte. Alljährlich erfährt man etwas großen Herren noch einige hundert Jahre lang nicht ab, faſft V Neues, erſinnt man etwas Neues. Der Sohn lernt vom eben ſo arg zu verfahren, und ſicher verabſcheute man in Vater, und insgemein die Jungen von den Alten. So wird keinem der darauf folgenden Jahrhunderte alle Arten von fortwährend in der Welt ein immer größerer Schatz von V Verrath mehr, als in unſerer gegenwärtigen. Man braucht Kenntniſſen geſammelt, der nicht verloren gehen kann, wenn nur die Schilderung der Fauſtrecht⸗Zeiten oder Macaulay'ss nicht die Menſchen ſich etwa einmal ſo der Thorheit und Darſtellung des Zuſtandes von England vor zweihundert
dem Laſter hingeben, daß ſie ſich nicht darum kümmern, Jahren zu leſen, um ſtatt der Hochachtung einen recht gründ⸗ etwas Gutes und Nützliches zu lernen. Es iſt alſo leicht lichen Abſcheu vor den Menſchen jener Zeit zu bekommen. zu begreifen, daß die Menſchen in wohleingerichteten Staa⸗ Die Menſchen der Vorzeit, auch von ſolchen Zuſtänden ab-⸗: ten beſſer belehrt werden müſſen, und ihr Geiſt folglich ge⸗ geſehen, ſind überhaupt nicht von der Art, daß die der Jetzt⸗ ſchickter gemacht wird, das Gute zu wählen und das Böſe zeit eine Vergleichung mit ihnen hinſichtlich der Redlich⸗ zu verwerfen. Es iſt hierbei bemerkenswerth, wie die Men⸗ keit und Wahrhaftigkeit ſo ſehr zu ſcheuen hätten, wohl aber ſchen ſich oft durch einen Namen täuſchen laſſen. Man müſſen ſie ſich fürchten, vor den Nachkommen beſchämt da⸗ nennt die Vorzeit oft die alte Zeit und unſere Vorväter die zuſtehen, wenn ſie nicht ernſtlich ſtreben, ihre Vorgänger Alten, und glaubt, daß man ihnen beſondere Ehrerbietung hierin noch weit mehr zu übertreffen, als es bisher geſchehen wegen ihres Alters und ihrer Weisheit ſchuldig iſt. Aber iſt. Man ſollte zwar glauben, daß das Chriſtenthum ſelbſt das, was man die alten Tage nennt, waren gerade des den Unwiſſendſten unter ſeinen Bekennern Abſcheu vor allen Menſchengeſchlechts junge Tage. Das Menſchengeſchlecht Laſtern einflößen müßte, auch kann dies nicht fehlen, wenn der Jetztzeit iſt älter und erfahrener, als das der Vorzeit; ſich der Menſch mit verſtändigem Nachdenken und treuem aber es ſoll darauf nicht hoffährtig ſein; denn das der Zu- Gemüthe ihm hingibt, aber es wurde eben oft in einer ver⸗ kunft wird wieder noch älter und erfahrener ſein. Beſtreben dunkelten Form gepredigt und mit abergläubiſchen Vorur⸗ 1 wir uns nur, das Andenken uns zu hinterlaſſen, daß wir der theilen oder ſtumpfem Geiſte aufgenommen. Die Aufklärung f Zeit, in welcher wir lebten, nicht Schande machten. des Verſtandes iſt das einzige Mittel, die thieriſche Rohheit V
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