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ebenſowenig ſich ihr anzuſchließen; er lebt neben und in ihr in ſeiner gewohnten Weiſe fort und wird deshalb ebenſo ſicher durch ſie untergehen und allmälig an ihr er⸗ ſterben, wie ſie jenen in Folge ſeines Widerſtandes zer⸗ drückt und über ihn hinwegſchreitet.—
Wollen wir daher das Leben und Treiben des auſtra— liſchen Eingebornen in urſprünglichſter Naturfriſche beobachten, ſo brauchen wir deshalb nicht erſt in das Innere des Landes vorzudringen, wir brauchen ſie nicht in abgelegenen Schlupfwinkeln aufzuſuchen. Sie ſind nicht
ſchen Wilden Widerſtand entgegenzuſetzen, vermag er zuſammen im unverwüſtlichen Müßiggange, oder lungern V
umher, um die Vorübergehenden mit ihrer Bettelei zu beläſtigen. Ihre Thätigkeit beſchränkt ſich lediglich darauf, hie und da Holz zu ſchlagen und zu ſägen, oder beſteht in verſchiedenen Spielen, womit ſie ſich in ihrer Art die Zeit vertreiben.
Die Neuholländer ſind Nomaden, d. h. ſie wandern das ganze Jahr ohne beſtimmten Zweck umher, je nach⸗
dem die Plätze, welche ſie beſuchen, ihnen nach der Jahres⸗
zeit Nahrung verſprechen. Da ihre Zahl gering iſt, ſo treffen wir ſie allenthalben nur in kleinen Trupps zuſam⸗
Neuholländer.
ſcheu und feindlich zurückgewichen, wie der ſtolzere In⸗ dianer, ſondern leben unter den Eingewanderten fröhlich und zuverſichtlich in all ihrer Wildheit. Unſchädlich und harmlos, wie ſie ſind, treiben ſie ſich bettelnd in den Städten und ſonſtigen Niederlaſſungen umher. Ein klei⸗ ner Spaziergang vor die Stadt führt uns mitten in ihr fliegendes Lager, welches ſie hier regelmäßig während der Regenzeit aufſchlagen. Da reihen ſich die niedern, heuſchoberartigen Hütten an einander, da brennen die Feuer vor einem jeden derſelben, da liegen die nackten, dunkeln Geſtalten, Männer, Weiber und Kinder bunt
men. Früher, ehe ſie mit den Europäern in Berührung kamen, behauptete jeder dieſer Stämme einen gewiſſen Bezirk, den kein Glied eines anderen ohne Lebensgefahr betreten durfte; ſeitdem ſie jedoch engliſche Schutzbefohlene geworden ſind, hat ſich das ſehr geändert. Sie machen ihre Reiſen von einem Bezirk zum andern in kurzen und bequemen Tagemärſchen, auf denen ſie ſtets ihre ganze Habe und Einrichtung mit ſich führen, d. h. von den Weibern ſich nachtragen laſſen, da der Mann es unter ſeiner Würde halten würde, außer ſeiner Waffe etwas anderes, als etwa einen Feuerbrand bis zum nächſten


