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Von J. H. Müller. 473
halten, darauf ſoll der Bauſchreiber kommen und dich mitſammt des Lieu⸗ tenants Diener abhören!
Hierauf habe ich zur Antwort gegeben: Ew. Excellenz, ich klage nicht, ich frage nur um Rath, und ſo wollen Sie ſich doch an mir nicht vergreifen, ſintemalen ich in Fürſtl. Lüneburgiſchem Schutze bin und in dero Dienſten verſchickt werden ſollte, und hier iſt mein Paß! Er aber, der Herr General⸗Major, hat den Paß nicht einmal anſehen, viel weniger reſpektiren wollen und geſagt: Ich habe dich allhier unter meinen Hän⸗ den und du mußt mir wohl ſtehen und halten! Auf meine Erwiderung: Ich wollte ſolches an den Herrn Oberhauptmann nach Dannenberg, wie auch an den Herrn Rittmeiſter Weißell ſchreiben, wie mir allhier wider⸗ fahren, hat der Herr General⸗Major ein ſolches mir ganz und gar nicht concediren und ferner keine Audienz in der Sache mehr geben wollen.
Auf dieſes iſt um Mittag auf den Rathskeller zu Dömitz der Bau⸗ ſchreiber mit etlichen Offizieren gekommen, ſich gerichtlich niedergeſetzt und mich dazu bringen wollen, daß ich ſollte ſagen, der Diener hätte mir den Ring geſtohlen. Wie ich aber bei meinen erſten Worten blieb, daß ich nur um Rath fragen wollte, haben ſie mich mit Worten viel ärger trak⸗ tirt als einen Schelm und Dieb, und habe ich mich darauf wiederum zu meinem Quartier verfügen und ferner in Arreſt bleiben müſſen. Nach einem abermaligen Verhör iſt vorher des Lieutenant Bock Diener in mein Quartier gekommen, hat etlichemale in meiner Stube ſich eingefunden und allezeit geſagt, ich ſollte ihm beweiſen, daß er mir den Ring ge⸗ ſtohlen hätte, hat auch daneben allerlei ſchmähliche Wörter gegen mich fallen laſſen. Als aber das Verhör gehalten und ich wieder in mein Quartier und die Stube gekommen war, iſt der Ring zwiſchen dem Tiſch und der Bank an der Erde gelegen, da doch oft und vielmals in der Stube hin und wider geſucht worden, aber nichts zu erſehen geweſen.
Kurz darauf iſt des Herzogs Friedrich von Mecklenburg aus Grabow Secretarius angelangt, zu dem ich durch drei Soldaten mit brennenden Lunten hingeführt wurde und der mich wegen des Ringes inquiriren ſollte. Da er mich mit nach Grabow nehmen wollte, ward von dem Herrn Ge⸗ neral⸗Major dahin mitzureiſen mir nicht geſtattet, ſondern ich ward gegen Abend auf die Feſtung geführt und in des Wachtmeiſter Lieutenants Be⸗ hauſung ferner in Arreſt gelegt. Ich habe den Wachtmeiſter Lieutenant gebeten, den Ring dem Herrn General⸗Major einzuhändigen, welcher ohne
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