fährten,„Sie muͤſſen wiſſen, daß ein gefährli⸗ ches Unternehmen im Werke iſt...“
„Ein Raub, Mord oder Diebſtahl?... „Nichts von Allem dem. Es handelt ſich um ein Staatsverbrechen.“
„Eine Verſchwörung alſo.“
„Eine bereits ſehr weit gediehene Verſchwö⸗ rung,“ ſagte der Andere mit Nachdruck.
„Und ſie iſt entdeckt?“
„Im Gegentheil, es iſt noch gar nichts ent⸗ deckt. Aus gewiſſen Nachrichten, welche der Be⸗ hörde zugekommen ſind, vermuthet man, daß die Sache ſchon ſehr weit vorgeſchritten; gleichwohl kennt man noch keine Perſon von den dabei Betheiligten, obwohl es deren nicht Wenige zu ſein ſcheinen.“
„Seltſam! Und den Sitz dieſer Verſchwö⸗ rung vermuthet man hier, auf dem Lande?“ „‚Nichts weniger; die Verſchwörung exiſtirt in Berlin.“
„Und dennoch ſind Sie in dieſer Angelegen⸗ heit hierher beordert?“
„Nein, das bin ich nicht; eine ſpezielle Or⸗ dre habe ich in dieſer Sache, wie überhaupt in ähnlichen Fällen, wo es ſich um die erſte Ent⸗ deckung von Indicien handelt, nicht. Man ſagte mir einfach: es exiſtirt eine Verſchwörung— ſtel⸗ len Sie Ermittelungen an. Nun iſtes meine Sache, zu thun und zu laſſen, was ich für gut finde.“
„Ich verſtehe; Sie vigiliren dann ganz auf eigene Hand.“
„Wenn Sie es ſo nennen wollen, ja. Doch handle ich niemals ohne Vorwiſſen der Behörde. Nur bei der Wahl meiner Gehülfen iſt mir keine Beſchränkung auferlegt.“
„Ich weiß, Sie ſtehen, in dieſer Beziehung, bei der Polizei gut angeſchrieben.“
„Weil ich ihr ſchon ſo wichtige Dienſte ge⸗ leiſtet habe, wie noch keiner ihrer übrigen Vi⸗ gilanten. Darum hoffe ich auch, es noch zu Etwas zu bringen. Doch, wir kommen von un⸗ ſerem Zwecke ab, und die Zeit drängt; es wird bereits immer dunkeler.“
„Ich habe Sie eben darauf aufmerkſam ma⸗ chen wollen. Alſo, was giebt's hier zu thun?“
„Das ſollen Sie ſogleich hören. Es iſt mir nämlich die Nachricht zugegangen, daß heute
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50 Abend um ſechs Uhr hier, in dieſer Höhle, eine vonniſ Zuſammenkunft dreier Perſonen ſtattfinden wird, nict ein von welchen ſich mit Sicherheit vorausſetzen Uteneh läßt, daß ſie mit der Verſchwörung, welcher die ie hie Behörde auf die Spur zu kommen ſucht, in ge⸗ M. nauer Verbindung ſtehen.“ b ditſch „Das klingt ſonderbar“, ſagte der Andere 9 amn in nabigenee„wenn die Verſchwörer, 4* 1 wie Sie ſagen, in Berlin ihren Aufenthalt ha⸗ 8* ben, ſo kann ich nicht begreifen, was ſie veran⸗ ſ un laſſen ſollte, ihre Zuſammenkünfte nach einem i mehrere Meilen entfernten Orte zu verlegen, zu-⸗ 5 dc mal es ſich, wie Sie glauben, nur um eine Un⸗ Mei? terredung zwiſchen dreien Perſonen handelt.“ d „Das hat eben ſeinen ganz beſonderen lu Grund“, verſetzte Jener. ſunns „Und welchen? Ich glaube, es iſt beſſer, 9 wenn Sie mich genau unterrichten.“ 3 8 „Es liegt nämlich die Vermuthung vor“, fingi fuhr der Andere fort,„daß ein junger Guts⸗ nei. beſitzer aus einem der Dörfer hier herum zu je⸗ 817 ner Verbindung gehört, mit deren Entdeckung ſ man beſchäftigt iſt, und daß derſelbe von zwei an⸗ 7 deren der Verſchworenen hierher beſchieden wor⸗ dun den, um gewiſſe Verabredungen zu treffen, die für de F die Behörde von großer Wichtigkeit ſein konnten.“, riff, „Nun begreife ich; durch den Inhalt der de ſ beabſichtigten Unterredung dieſer Drei, hoffen mnit e Sie zu Entdeckungen zu gelangen.“ V „Natürlich.“ den S „Aber es wird ſchwierig ſein, ſie zu belau⸗ drrer ſchen“, ſagte der Andere. 4 1 „Nicht im Geringſten. Die Zuſammenkunft done findet, wie geſagt, hier, in dieſer Höhle ſtatt, Wort welche, wie Sie ſehen, ſo beſchaffen iſt, daß wir 1 außerhalb wohl ein Plätzchen finden werden, ſein! welches uns, ohne bemerkt zu werden, vollkom⸗* haben men geſtattet, alles das, was im Innern vor⸗ ihes geht, zu hören und zu ſehen. Ich habe das geben Terrain bereits geſtern genau unterſucht.“ Geli „Und Sie haben Erlaubniß, dieſe Leute im 1 Namen der Polizei zu verhaften— ich meine, G 1 ſofern ihre Unterredung, wie Sie vorausſetzen, W etwas Verdächtiges verrathen ſolle?“ ſint „Eine ſolche Erlaubniß wird Unſereinem, G dn, wie den Vigilanten überhaupt, niemals ertheilt; ſla Das müſſen Sie ja wiſſen.“ dimn 2


