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Gavarni.
Der Tod dieſes Mannes, der am 23. Nov. c. in
Novellen⸗Zeitung.
lieferte, waren dem Publicum ſtets willkommen; doch die Popu⸗
larität, die ſeinen frühern Caricaturen zu Theil geworden war,
Auteuil bei Paris in ſeiner Villa de la Réunion erfolgte, ging ihnen verloren. Im Jahr 1852 wurde Gavarni
iſt für die Kunſtwelt ein ſehr ſchmerzlicher Verluſt und des⸗ halb widmen alle franzöſiſchen Blätter ihm einen ehrenvollen Nachruf und ſprechen ihr Bedauern über denſelben aus. Seine Zeichnungen gehören zwar nur dem Genre der Cari⸗ caturen an, aber trotzdem bilden ſie ein ſo wichtiges Mate⸗ rial zum Verſtändniß der Sitten Frankreichs zur Zeit, wo dieſelben erſchienen und haben gleichzeitig eine ſolche Ver⸗ breitung gefunden, daß dieſer Mann es wohl verdient, daß wir unſeren Leſern Näheres über ihn mittheilen.
Zunächſt bemerken wir, daß Gavarni, unter welchem Namen alle ſeine Werke erſchienen ſind, nur ein Pſeudonym iſt, den er von dem Orte annahm, aus dem ſeine erſten Zeichnungen datirt ſind. Sein eigentlicher Name iſt Sulpice⸗ Paul Chevalier. Er wurde als der Sohn armer Eltern im Jahre 1801 in Paris geboren und beſtimmte ſich nach vollendeter Schulzeit zum Mechanicus, als welcher er eine Zeichnenſchule beſuchte, in welcher der Unterricht unentgeltlich ertheilt wurde, und hier eignete er ſich die Fertigkeiten an, die ihn ſpäter zum berühmten Maun machten. Er hatte in ſeiner Jugend oft mit großer Noth zu kämpfen, die erſt in ſeinem Alter von 34 Jahren ein Ende nahm, zu welcher Zeit ihm die Aufgabe ertheilt wurde, die Kupfer für eine Moden⸗ Zeitung zu entwerfen. Die Leichtigkeit und Geſchicklichkeit, mit welcher er dieſe Aufgabe löſte, erwarb ihm in der Welt, in welcher man ſich vorzüglich mit der Toilette beſchäftigt, bald einen großen Ruf. Er konnte jetzt das Atelier, worin er bis dahin als Mechanicus gearbeitet hatte, verlaſſen, ſich Geld ſammeln und die Leitung des Journals„Gens 6 monde“ übernehmen, damit war ſein Glück gemacht. Er begann darin eine Reihe lithographirter Compoſitionen, die voller Geiſt, Feuer und Philoſophie waren und die er ſpäter im Charivari fortſetzte. Die erſten Gegenſtände waren hauptſächlich dem Leben der Pariſer Jugend entnommen, z. B. die Loretten, die Actricen, die Couliſſen, die Faſhiona⸗ bles, die Künſtler, die Pariſer Studenten, die ländlichen Vergnügen, die Maskenbälle, der Carneval, die Erinnerungen an den Carneval, das Leben der jungen Leute ꝛc.
von Napoleon III. das Kreuz der Ehrenlegion verliehen.
Gavarni beſchränkte ſein nſt aber nicht auf die Zeichnung von Caricaturen, ſondern lieferte auch die Illu⸗ ſtrationen zum Juif errant von Eugen Sue, zu Hoffmanns Märchen, zu einigen Werken Balzacs und ebenſo lieferte er Zeichnungen für den Diable à Paris. Er ſoll ein paar Hundert noch nicht veröffentlichte Zeichnungen hinterlaſſen haben, die bereits in den Beſitz des Buchhändlers Hetzel über⸗ gegangen ſein ſollen, der ſie für den Diable à Paris benutzen will. Eine Ausgabe der Oeuvres choisies de Gavarni mit einem Text von Jules Janin, Theophile Gautier und Balzac erſchien 1845 in vier Bänden in Paris. Zwei neue Bände wurden im Jahre 1850 unter dem Titel Perles et Parures veröffentlicht.
In den letzten Jahren lebte Gavarni in einer ſehr ſchönen Villa in Auteuil, die er gegen den Preis von 300,000 Fr.(Andere ſagen von nur 130,000 Fr.) an eine Eiſenbahn⸗ geſellſchaft abtreten mußte und wo er ſich mit dem Gartenbau, Mathematik und der Kunſt, die Luftſchifffahrt zu vervollkomm⸗ nen, beſchäftigte. Sein Streben ging dahin, Mittel aufzu⸗ finden, um die Luftballons nach Belieben lenken und in ihnen eine große Reiſe antreten zu können. In. Folge ſeiner mathe⸗ matiſchen Studien ſoll er der Academie française vor nicht langer Zeit eine Abhandlung über die Quadratur des Kreiſes zugeſandt haben..
Gavarni's Name als Zeichner wird in der Kunſtge⸗ ſchichte nicht verloren gehen. Der beſondere Charakter der Phyſiognomie Gavarni's iſt eine Miſchung von Lachen und Traurigkeit, einer tiefen Beobachtung und Leichtſinn. Als Zeichner war Gavarni ein ausgezeichneter und origineller Künſtler. Seine Werke ſind die aufrichtigſte und allge⸗ meinſte Darſtellung der Sitten, der Gebräuche, der Moden und des Geſchmacks zu der Zeit, wo ſie erſchienen. In dem⸗ ſelben kann die Nachwelt die Menſchen und das Leben in der erſten Hälfte dieſes Jahrhunderts in Paris ſtudiren. Er war tiefer als irgend ein Anderer in die Sitten und das Leben des franzöſiſchen Volkes eingedrungen und er verſtand
Später drang Gavarni tiefer in das eigentliche Leben
der Geſellſchaft ein und der zweiten Periode ſeines Talentes
gehören unter Andern folgende Zeichnungen an: Die ſchreck⸗
lichen Kinder, die ſchrecklichen Eltern, die Betrügereien der Frauen, die Politik der Frauen, die gerächten Ehemänner, die Schattirungen des Gefühls, die Träume, die kleinen Spiele der Geſellſchaft, die Eindrücke des Hausweſens ꝛc. Der Beifall, den ſeine Caricaturen fanden, war unglaublich. Die kleine Unterſchrift, welche er unter jede Zeichnung ſetzte und welche in einer alltäglichen Wahrheit des Styls die Sitten oder den Charakter der in Scene geſetzten Perſönlich⸗ keiten nach dem Leben malte, trug zu dem Erfolg des Zeichners noch ſehr viel bei. 4
Im Jahr 1849 unternahm Gavarni eine Reiſe nach London, von wo er eine große Zahl neuer Compoſitionen mit zurückbrachte, welche in der Mehrzahl das Elend und die Verworfenheit des Pöbels in England darſtellen. Da er aber, um Stoff für ſeine Caricaturen zu finden, gezwungen war, die Wunden ſeiner Zeit zu ergründen, ſo wurde er immer ernſter, und nachdem er in England ſeinen Frohſinn vollſtändig verloren hatte, fand er ihn in Frankreich nicht wieder. Die iſolirten Zeichnungen, welche er noch von Zeit zu Zeit für die„Illuſtration“ und andere ähnliche Blätter
die Kunſt, in ſeinen Unterſchriften Gedichte in drei Zeilen, Dramen in zwei Worten und eine ganze Comödie in einer Stellung zu erſchaffen. Und dabei ſprach ſich in ſeinem Spott ſtets irgend ein hoher moraliſcher Gedanke, eine ſchmerzliche Klage über die menſchliche Schwachheit aus, was ſeinem Herzen ſicher Ehre machte. Deshalb wird aber auch ſein Verluſt allgemein beklagt. C.
Einſendungen für die große internationale Ausſtellung im Jahre 1867 in Paris.
Aus Melbourne meldet man, daß die Gegenſtände, mit denen Auſtralien ſich an dieſer Ausſtellung betheiligen will, bereits eingeſchifft ſind.
Der„Courrier d'Orient“ berichtet, die landwirthſchaft⸗ lichen und induſtriellen Erzeugniſſe aus Bruſſa, Damascus und Bagdad, die für die Ausſtellung nach Paris geſchickt werden ſollen, ſeien bereits in Conſtantinopel angekommen.
Ein ſchwediſches Schiff iſt in Havre mit den Kiſten an⸗ gelangt, welche die Erzeugniſſe einſchließen, durch welche Schweden in der Ausſtellung vertreten ſein wird.
Außer den
enſtänden, welche in den Galerien des Ausſtellungs⸗Palaſtes figuriren werden, enthalten roße Kiſten g98⸗ g 9
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