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giebt, mag der Laie durch die Schilderung der Schlacht bei Straßburg im Jahre 357 einen Begriff bekommen. Ammianus Marcellinus erzählt:
„Durch wogendes Getreide zogen die Römer einen Hügel hinan; von der Höhe ſahen ſie nahe vor ſich die Germanen, welche ſich in Schlachthaufen zuſammen⸗ zogen, im Rücken der Deutſchen den Rheinſtrom, dreig Tage und drei Nächte waren die Feinde übergeſetzt.— Die Römer halten an und ordnen zur Schlacht. Die Vortruppen, Speerträger und Rottenführer ſtehen wie feſtgerammt, auch die Alemannen machen vorſichtig Halt und harren. Der römiſche Feldherr ſendet die Reiter auf den rechten Flügel. Gegen die Reiter der Römer ſammeln auch die Germanen die Kraft ihrer Reiterei auf dem linken Flügel, zwiſchen ihren Reitern ſtehen eingeſtreut die Ausſchwärmer und das leichte Fußvolk; den rechten Flügel aber bergen ſie dichtgedrängt in Gräbern und Hohlweg. Vor dem Alemannenheer ziehen die Könige, der gewaltige Chnodomar an dem linken Flügel, wo er den größten Schlachtendrang hoffte, den Scheitel mit feuerfarbenem Bande umhüllt, im Glanz der Waffen ſtrahlend, ein hünenhafter Mann; der Rieſenſtärke ſeiner Armee ver⸗ trauend, reitet er ſeinem Volke auf ſchäumendem Roſſe vor und ſeine Hand iſt geſtemmt an einen Wurfſpieß von ungeheurer Länge. Vor dem rechten Flügel zieht ſein Bruderſohn Agenarich daher, der Serapio von ſeinem Vater genannt wurde, weil dieſer einſt als Geiſel in Gallien fremden Myſterien ein⸗ geweiht war, ein Jüngling im Flaumbart, aber wacker über ſein Alter. Außer dieſen fünf Könige, zehn Königskinder, eine große Schaar Edler vor einem Heervolk von 35,000 Männern verſchiedener Stämme, die um Sold, Beute und als Verbündete fochten.
Wild klangen die Tuben, langſam rückte das Fußvolk des linken Römertreffens vor, aber der Führer hielt unweit der Gräben an, in denen die Germanen ſich verdeckt bargen, und ſtand feſt, beſorgt um den Hinterhalt. Noch einmal reiten die Ordner der Schlacht in beiden Heeren die Schaaren entlang und mahnen zu tapferer That. Aber die Germanen erheben Ge⸗ ſchrei und fordern, daß ihre Fürſten von den Roſſen abſteigen und das Schlachtenloos des Volkes theilen. Sogleich ſchwingt ſich Chnodomar von ſeinem Roß, wie er thun die Andern, zu Fuß ziehen ſie ihren Schaaren voran.
Von beiden Seiten ſchreiten die Schaaren in den
Kampf. Die Pfeile fliegen wie Wolken und von hinten ſchleudern die Balliſte der Römer ſchwere Eiſen⸗ bäume in die feindlichen Reihen. Aber die Germanen, nur auf den Anſturm denkend, ſprengen, das Schwert in der Rechten, mit wildem Schlachtgeſang gegen die
Novellen⸗Zeitung.
Reihen der Römer, grimmig iſt ihr Muth, ihre flattern⸗ den Haare ſtarren, die Augen glühen im Schlachten⸗ zorn. Die Reiter der Römer halten Stand, ſie ſchließen ſich feſt aneinander, decken ſich mit dem Schild, werfen die Speere und ziehen die Schwerter. Auf der andern Seite ſtürmt Fußvolk der Vortruppen gegen Fußvolk, die Römer drängen die Schilde zu dichtem Walle zuſammen. Dicke Staubwolken erheben ſich zwiſchen den Heeren, die Schlacht wogt hin und her, die Haufen wühlen ſich in ineinander, ſie ſtoßen und weichen. Erprobte Schlachtgänger der Germanen im Römer⸗ heer laſſen ſich auf das Knie nieder und ſtemmen ſich feſt, die Alemannen zurückzutreiben. Aber der Grimm wird zu groß, Hand geräth an Hand und Schildrand ſtößt an Schildrand, die Himmelswölbung klingt wieder von lautem Geſchrei der Jauchzenden und Fallenden.
Der linke Flügel der Römer dringt vor. Aber gegen die gepanzerten Reiter des rechten ſtürzen die Fußgänger der Alemannen, die leichten Begleiter der Roſſe, ſie tauchen nieder auf den Boden, ſie erſtechen von unten das Roß und bohren dem fallenden Reiter das Meſſer in die Fugen der Rüſtung. Geſprengt ſuchen die Reiter Schutz hinter den Cohorten. Da reitet der Cäſar ihnen entgegen, ihn verkündet das Drachenbild von Purpurſeide, von dem Langſpeer hängt es wie die abgeſtreifte Haut einer Schlange. Er hemmt ihre Flucht und ruft gegen die andrängen⸗ den Alemannen das Fußvolk.
Es ſind die Cornuten und Braccaten, Germanen und Gallier in römiſchem Sold, kriegsharte Männer. Sie erheben einen gewaltigen Barritus, der in der Gluth des Kampfes mit leiſem Gemurmel beginnt, allmälig anſchwillt und endlich rauſcht, wie die Bran⸗ dung der Wellen an den Strandklippen. Gewaltig wird der Gedrang, in der Luft ſchwirren die Pfeile, wieder wirbelt dichter Staub empor und verhüllt den Männermord; Waffe dröhnt an Waffe und Leib an Leib. Aber die Alemannen fahren wie Feuerflammen auf dem Grunde den Feinden entgegen; die Söldner zwar heben ihre Schilde zum Schutzdach, aber die Schwerthiebe ſchmettern auf Schilde und Leiber und brechen Schilddach und Leib.— Neue Cohorten eilen im Schnelllaufe zu Hülfe, deutſche Bataver gegen ihre Stammgenoſſen; daneben die Reges, die in der Noth⸗ ſtunde der Schlacht Rettung zu bringen wußten. Wieder ſchmettern wild die Trompeten, von neuem entbrennt der Kampf. Höher wächſt der Streitgrimm der Alemannen, gleich Wüthenden ſtürmen ſie vor⸗ wärts, die Wurfſpeere und das geſtählte Rohr der Pfeile fliegen unaufhörlich, im Gewühl ſchlägt Meſſer
an Meſſer, die Panzer ſpringen von den heißen Schwert⸗
tycden Rei wie heulen puͤhend uu der Rölne⸗ feindlichen Säldner ſ die linke gegen den Dai lich ein be nit ibrer Reiben. ſtand, und orduung. den Chrem und zahl Mauer u ihre Krie toren de in die Bloͤße 9 rennern ſich zu brechen.
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