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1. Bcfauns il eeinig.
Vierte Folge.
IV. Jahrgang.
Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.
Gine Mochenchronik für Jiteratur, unnt, ſchöne WWiſſenſchaſten
Leipzig, am 14. December 1866.
und Geſellſchaſt.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
Vom Hof⸗ und Schlachtgewimmel zum Liebesport.
Eine Doppelgeſchichte nach dem Leben von E. Heuſinger. (Fortſetzung.)
Die Sonne war bereits im raſchen Sinken be⸗ griffen. Winterfeld, durch den Zwiſchenfall um ſein Theuerſtes beſorgt, fühlte ſich erregt und mahnte die Gräfin, wenn irgend möglich, mit ihm den Schritt zu verdoppeln.„Raſt folgt auf Haſt, mein ſüßes Leben!“ ſagte er, mit der Hand auf die jetzt ſchon vor ihnen liegende Stadt deutend,„noch funfzehn Minuten von der Capelle dort im Gebüſch und wir ſind an der Barrière.“— Der Weg war leer, nur von der Stadt her ſah man noch in weiter Entfernung einzelne Menſchengruppen herannahen, Spaziergänger,
die nach des Tages Hitze Erholung und Friſche des
Geiſtes in 8
Blüthengebüſchen der reizenden Ala⸗ meda ſuchn. Die eilenden Pilger waren ſchon in der Nähe
der Capelle angekommen und das Kreuz auf der Kuppel leuchtete ihnen im Abendroth ſymboliſch entgegen, als
plötzlich drei wild ausſehende Männer in der Tracht cataloniſcher Seeleute aus dem Schatten des kleinen Gotteshauſes auf den Weg ſtürzten. Der vorderſte führte unter einem heiſeren Fluch einen Stoß gegen Winterfelds Bruſt, der jedoch geſchickt durch den Arm der Gräfin parirt wurde, die ſchneller als jener die drohende Gefahr erkannt und ihn mit halbem Körper gedeckt hatte.
„Carracho!“ fluchte der Bandit, indem er zu einem neuen Stoße ausholte, der eines von Winterfelds Epauletten traf in der Bewegung, die er machte, um jetzt ſeinerſeits die Geliebte zu ſchützen. Die beiden anderen Burſchen, die ihren Anführer für Mannes genug gehalten haben mochten, durch Ueberraſchung mit dem verhaßten Franzoſen fertig zu werden, waren in dem verhängnißvollen Moment nach heiden Seiten des


