Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
783
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mehr weiß, wo einem der Kopf ſteht; alsdann in jeder Scene

die pikanteſten Beziehungen, die rückſichtsloſeſten Anſpielungen auf die Tageschronik, auf beſonders hervortretende Perſön⸗ lichkeiten und epochemachende Ereigniſſe, Alles iſt willkom⸗ men und nichts wird verſchont, wenn es nur Stoff zur Perſiflage giebt. Die Theatercenſur, die, im Gegenſatz zur politiſchen, ſehr tolerant iſt, drückt gern ein Auge, wo nicht beide zu und lacht wo möglich mit. Daß viele anzügliche, zweideutige Waare mit unterläuft, und daß ſich der leichte, loſe Pariſer Sinn und Geſchmack in ſeinem kürzeſten Röckchen zeigt, iſt ſelbſtverſtändlich, aber man darf es dort nicht ſo genau nehmen und wir unſererſeits wollen für das Palais⸗ Royal um ſo nachſichtiger ſein, je ſtrenger man ſich gegen die höheren Bühnen zeigen muß. Das théatre Déjazet gehört ebenfalls dahin, verdankt aber hauptſächlich ſeinen Ruf der Schauſpielerin, die demſelben ihren Namen gegeben hat. Madame oder Fräulein Déjazet(man ſagt Beides) iſt jetzt achtundſechzig Jahre alt, ihr Enkel dirigirt das Orcheſter und ſie ſelbſt ſpielt noch, wie vor vierzig und fünfzig Jahren, die jugendlichen Rollen der kleinen Gamins, Aventuriers, Roués u. ſ. w. Ein vielleicht einzig in der Welt daſtehendes Phäno⸗ men, das man aber nicht allzu nahe und um Gotteswillen nicht mit dem Operngucker betrachten darf, um ſich nicht den Eindruck zu verderben. Das nicht geſchminkte, ſondern ange⸗ malte Geſicht hat wirklich ſchon etwas von einer Todtenmaske, aber(ein wahres Wunder!) die biegſame, helle Stimme iſt ihr geblieben, und die nicht minder ſtaunenswerthe Elaſticität des Körpers ein ſchmuckes, kokett angezogenes Bürſchchen ſpringt und hüpft über die Scene, ſchlägt Rouladen und Tril⸗ ler, auch ein Purzelbäumchen, wenn's ſein muß, hat zwei, drei Liebſchaften auf einmal, riskirt halsbrecheriſche Rendezvous, duellirt ſich, dreht alsdann den Gensd'armen eine Naſe, ver⸗ dirbt es zuerſt und verſöhnt ſich nachher wieder mit aller Welt, Jugend hat eben keine Tugend und muß austoben das iſt die Déjazet, wie ſie noch heute faſt allabendlich auf tritt und mit Bravos und Kränzen überſchüttet wird; aber, wie geſagt, man darf nicht allzu genau hinſehen. Auf jenen beiden Bühnen kommt denn auch das Singſpiel, das eigent⸗

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Vierte Solge.

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liche Vaudeville, das von dem danach genannten Theater gänzlich verbannt iſt, zur vollen Geltung, und die mannig⸗ fachen Couplets, in die man Alles hineinbringt und vorzüg⸗ lich das, was man im Dialog nicht zu ſagen wagt, ſind eine neue pikante Seite dieſer Stücke und obenein ächt national, und geben den deutſchenPoſſen mit Geſang nichts nach. 6.

Misrellen.

Künſtlerleben im 16. Jahrhundert. In Florenz gab es damals verſchiedene Künſtlergeſellſchaften, unter andern auch eine, welche ſich die Keſſelgeſellſchaft nannte und nur zwölf Mitglieder zählen durfte, deren bekannteſte Andrea del Sarto, Gian Francesco Ruſtici, Ariſtota de San Gallo, Domenico Puligo, Francesco di Pellegrino, der Graveur Roletta und der Muſiker Domenico Bacelli waren. Jedes von den Mitgliedern beſaß das Recht, an den Verſammlungs⸗ abenden drei bis vier Gäſte mitzubringen, und da dieſe Feſtabende nach Art unſerer Picknicks abgehalten wurden, waren die Mitglieder verpflichtet, eine Schüſſel mit einem Gericht eigener Zubereitung mitzubringen. Brachten Mehrere daſſelbe, ſo mußten ſie Strafe zahlen.

Selbſt aus dieſen verſchiedenen Gerichten zeigte ſich der Witz, die unerſchöpfliche Phantaſie und die künſtleriſche Hand jener mächtigen, einander gegenſeitig anregenden Geiſter. Eines Abends wählte Gian Francesco Ruſtici als Tiſch einen un⸗ geheuern Bottich, in den ſich ſämmtliche Gäſte ſetzen mußten, worauf ſich aus der Mitte des Bottichs ein Baum erhob, deſſen Zweige jedem Gaſt ſeine mitgebrachte Schüſſel präſen⸗ tirten, während ſich unter dem Bottich eine entzückende Muſik vernehmen ließ.

Er ſelbſt hatte eine Schüſſel geliefert, auf der man Ulyſſes ſah, wie er ſeinen Vater kochte, um ihn zu verjüngen; die beiden Männer waren durch zwei Kapaune dargeſtellt, welche menſchenähnlich aufgeputzt und mit allerlei pikanten Delicateſſen umgeben waren.

Andreo del Sarto brachte eine Schüſſel mit einem acht⸗ eckigen Tempel, der auf Säulen von Porphyr ruhte; der Fuß⸗ boden beſtand aus Fleiſchgallerte verſchiedener Art, welche gleichſam eine kunſtreiche Moſaik bildete; die Säulen waren große dicke Würſte, die Grundlage und die Säulencapitäler Parmeſankäſe, der Karnieß aus Confect und die Galerie aus Marcipan. In der Mitte befand ſich das Chorpult; daſſelbe beſtand aus kaltem Braten mit einem Meßbuch aus Nudeln⸗ auf dem die Buchſtaben und Noten aus Pfefferkörnern herge⸗ ſtellt waren. Die ringsherum ſtehenden Sänger waren ge⸗ bratene Krammetsvögel mit weitaufgeſperrten Schnäbeln, hinter denen zwei fette Tauben die Bäſſe und ſechs Ortolans die Soprane darſtellten. Domenico Puligo gab ein Span⸗ ferkel, welches er zu einer ſpinnenden und einer Heerde Küch⸗ lein hütenden Bäuerin zugeſtutzt hatte; Spillo hatte eine präch⸗ tige gebratene Gans in einen Schloſſer verwandelt, und ſo ſuchte Einer den Andern an Erfindungsgabe zu überbieten, ſo daß das übermüthig heitere Gelächter über dieſe Kunſtwerke nicht enden wollte.

Eine andere Künſtlergeſellſchaft, die Brüder von der Kelle, veranſtalteten nach ihrem Schmauſe gewöhnlich noch Maskenaufzüge und lebende Bilder, wo bald Proſerpina's Entführung durch Pluto, bald die Liebſchaft zwiſchen Venus und Mars, bald die Mandragore von Macchiavell, die Suppositi von Arioſt, die Calandra des Cardinals Bibiena aufgeführt wurden.