eröffentlicht fficiers von von Talli,
denswürdig und
ad ein wenig
a Brander, dem
Die Gattin ad liebens⸗
— ihre erlauchte
der Numoncia dringen laſſen.
Dierle
Die Königin Pomare wohnte dieſem Balle bei. Sie trug eine Robe von blauer Seide und auf ihrem Kopfe ruhte ein elegantes Diadem von Cocosnuß; ſie war von ihrem Gemahl Hrrifaili, der einen Frack trug, begleitet. Die ganze königliche Familie war gegenwärtig. Zu Ehren Ihrer Majeſtäten wurden bengaliſche Feuer angezündet. Das Feſt verlängerte ſich bis 6 Uhr Morgens. Die Königin hat den franzöſiſchen
Officieren ihren neuen Palaſt zur Verfügung geſtellt, wo
dieſelben uns vor unſerer Abfahrt einen Ball geben wollen. C.
Ein weiſer Richterſpruch. Der in Lille erſcheinende„Propagateur du Nord“ erzählt Folgendes:
Bekanntlich hat man in Fabrikſtädten in der neuern Zeit, um Cholerakranke vor dem Tode zu retten, ſich mit dem glücklichſten Erfolg des Mittels bedient, dieſelben in Wolle eingewickelt auf den Dampferzeuger zu legen und ſie dort in ein Schwitzbad zu bringen, aus dem faſt Alle gerettet hervorgingen. In derſelben Art behandelte Hr. D., ein Spinner in Lille, eine ſeiner Arbeiterinnen, die bereits mit
dem Tode rang, durch dieſe Behandlung aber vollkommen
hergeſtellt wurde, nur daß ſie am Schulterblatte eine Brand⸗ wunde davon trug, welche ſie einige Tage arbeitsunfähig machte. In Folge deſſen verklagte ſie Herrn D. bei dem Friedensgerichte in Lille und trug darauf an, denſelben zum Schadenerſatz zu verurtheilen.
Der Friedensrichter nahm bei dieſem ſeltſamen An⸗ ſpruche ernſt ſeine Brille ab und ſagte zu der Klägerin:„Ich könnte Ihren Arbeitgeber wohl verurtheilen, Ihnen eine Ent⸗ ſchädigung zu bezahlen, die Sie verlangen, doch nur unter einer Bedingung: daß er Ihnen gleichzeitig die Cholera zurückgäbe.“
Damit entließ der Friedensrichter, der ſeinen Ernſt nur mit Mühe aufrecht halten konnte, die Klägerin, die nöthigen⸗ falls ihr Recht bei einer höhern Inſtanz ſuchen kann.
Das Auditorium nahm dieſes kluge Urtheil mit der größten Heiterkeit auf, und unter den lauten Spottreden deſſelben zog die Klägerin ſich ganz verwirrt zurück. C.
Der ſpaniſche Urſprung der Familie Buonaparte. Die Abeille und der Courrier de Mayorque veröffent⸗ lichten kürzlich gleichzeitig einen merkwürdigen Artikel über den ſpaniſchen Urſprung, den man der Familie Buonaparte zu⸗ ſchreibt, welche bis zum Jahr 1409 ihren Wohnſitz in Palma, der Hauptſtadt der baleariſchen Inſeln, gehabt haben ſoll, zu welcher Zeit Buonaparte ſich auf der Inſel Corſica niederließ, zu deren Regenten er von dem König Martin von Arragonien ernannt worden war. Das Stammhaus dieſer Familie iſt in Palma noch vorhanden. Ueber dem gothiſchen Portal dieſes Gebäudes befindet ſich ein Schild, auf dem das Familienwappen der Buonaparte ausgeſchniten iſt. In der Mitte deſſelben erhebt ſich ein Adler, das Adelszeichen der Buonaparte auf Majorka. C.
Misrellen.
Ein gewiſſer Erzbiſchof, der ſeit langer Zeit nach der Cardinalswürde trachtete, ſagte eines Tages zu einem ſeiner Vertrauten:„Ich weiß nicht, wie Ihr es anfangt, daß Ihr Euch immer ſo wohl befindet. Ich lebe ſo mäßig als Ihr,
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und doch bin ich immer und ewig mit Kopfweh, Schlafloſigkeit und mit einer großen Unruhe geplagt.“— Der Freund gab hierauf zur Antwort:„Daß Ihr nicht ſo geſund ſeid wie ich, kommt wohl daher, weil ich den Kopf im Hute, Ihr aber den Hut im Kopfe habt.“
Ein Redner gab eine Rede, die er öffentlich halten wollte, einem ſeiner Freunde zu leſen, um ſein Urtheil darüber zu hören. Nachdem dieſer damit fertig war, ſagte er, er habe ſie drei Mal geleſen und das erſte Mal ſie recht gut gefun⸗ den, das zweite Mal mittelmäßig und das dritte Mal ſehr ſchlecht. Sie iſt alſo, ſagte der Redner, recht gut, denn ich will ſie nur ein Mal halten.
Chambers Journal veröffentlicht einen Artikel mit der Ueberſchrift:„Ireland Seventy Ago“(Irland vor ſiebzig Jahren), worin Folgendes erzählt wird:
„Zu einer Zeit beſtand im ſüdlichen Irland ein Ent⸗ führungs⸗Club. Die Mitglieder deſſelben verlooſten unter ſich die reichen Erbinnen des Landes und der Club dingte dann Emiſſäre, welche die Gewohnheiten der Familie, die Häuſer, welche die junge Dame zu beſuchen pflegte und die beſten Mittel, um ſie ſicher zu entführen, auszukund⸗ ſchaften hatten.“ C.
Vom deutſchen Büchermarkt.
Anno Neun und Dreizehn. Biographiſches Gedenk⸗ blatt aus den deutſchen Freiheitskämpfen. Von Robert Byr. Innsbruck, Wagner'ſche Buchhandlung.
Dem Lande Vorarlberg iſt dieſer Roman gewidmet, und wenn er auch im Gebiete der Dichtungen nicht auf eine hohe Stufe zu ſetzen iſt, ſo verdient er doch vom patriotiſchen Standpuncte aus, und zwar nicht etwa nur vom öſterreichiſchen, ſondern auch vom deutſchen, willige Beachtung.
Der Verfaſſer hat, unterſtützt von einem recht gründlichen Quellenſtudium und großer Neigung und Erwärmung für ſeinen chraktervollen Gegenſtand, die tyroliſch-vorarlbergiſche Erhebung von 1809 geſchildert und dabei die politiſchen und Privatſchickſale verſchiedener Perſönlichkeiten, beſonders des Appellationrathes Victor Anton Schneider, berückſichtigt.
Dceer Localton und die Stimmung der einzelnen Bilder und Scenen ſind oft wohlgetroffen und es wird den Freunden der Geſchichte noch einmal die Aufopferung tüchtiger Männer vorgeführt, die mit Todesmuth und Treue eine Lanze für eine von oben herab verlaſſene und von manchen Seiten ver⸗ rathene Sache brachen. Ihr Streben in trüber Zeit ver⸗ dient die Erinnerung redlich denkender Vaterlandsfreunde.
O. B.
Gedichte von Hermann von Loeper. Leipzig, Brockhaus.
Unter den neueſten lyriſchen Productionen und Repro⸗ ductionen nehmen dieſe Gedichte nicht den untergeordnetſten Rang ein. Im Gegentheil erheben ſich manche zu einem wirklich poetiſchen, wenn auch mehr fragmentariſchen als abgerundeten, und in ſeiner Wirkung ausgetragenen Eindruck. Der Verfaſſer hat oft eine wohlklingende Sprache, gute Vers⸗ form und lebhafte Phantaſie. Es ſei unter andern nur das Gedicht„Die Schlangenkönigin“ als Beleg für dieſe Bemer⸗ kungen erwähnt. O. B


