70² Novellen⸗Jeitung.
ernannt. Am 26. April 1853 wurde er als franzöſiſcher Geſandter am ſpaniſchen Hofe beglaubigt.
Im Jahre 1854 entſpann ſich bei einem Hofballe zwiſchen dem Marquis de Turgot und dem Vertreter der Vereinigten Staaten Nordamerikas am Madrider Hofe, Soulé, ein Zank, der zu einem Zweikampf führte.
Ein erſtes Rencontre zwiſchen dem Sohne des Marquis de Turgot und dem Sohne des Herrn Soulé hatte keinen Erfolg und in Folge deſſen forderte Hr. Soulé den Marquis de Turgot ſelbſt heraus. Man ſchlug ſich auf Piſtolen und der Marquis erhielt einen Schuß durch das Knie, an welcher Wunde er lange gelitten hat.
Im Jahre 1861 erfolgte ſeine Ernennung zum bevoll⸗ mächtigten Miniſter bei dem Schweizerbunde, welcher Poſten jetzt durch ſeinen Tod erledigt worden iſt.
Der Marquis de Turgot wurde am 7. Februar 1852 von dem Kaiſer zum Commandeur und am 8. September 1858 zum Großofficier der Ehrenlegion ernannt.
Durch ſeinen Tod wurde gleichzeitig ein Seſſel im Senate und der Poſten eines bevollmächtigten Miniſters in Bern erledigt. C.
Eine diplomatiſche Lection aus dem vorigen Jahrhundert.
Der 31 Jahre alte Graf de Segur wurde nach dem Ende des nordamerikaniſchen Freiheitskrieges, in dem er mitge⸗ fochten hatte, von Ludwig XVI. zum franzöſiſchen Geſandten am ruſſiſchen Hofe ernannt. Graf Segur fühlte damals ein leicht zu begreifendes Bedenken; ſo jung er war, ſo ahnete er doch ſchon, wie damals alle klarſehenden denkenden Männer, die Revolution, welche einige Jahre ſpäter zum Ausbruch kam.
Dieſe Ausſicht hatte in ihm ernſte Betrachtungen erregt und er hatte den Gedanken, in Bezug auf die delicaten Functionen, die er erfüllen ſollte, einen der Veteranen unter dem diplomatiſchen Corps zu Rathe zu ziehen. Es war der berühmte Graf d'Aranda, welcher Spanien am Hofe in Ver⸗ ſailles vertrat, der für einen ebenſo geſchickten wie originellen Mann galt.
Die Lection war pikant und unter der Feder Segur's wurde ſie ein wahres Meiſterſtück. Der Lehrer und der Zögling ſtehen vor einer in dem Bureau ausgebreiteten Karte. Der Zögling nimmt natürlich die Sachen ſehr ernſt und fürchtet der Größe ſeiner Aufgabe gar nicht gewachſen zu ſein; er ſieht voraus, daß er große Studien zu machen, ernſte Schwierigkeiten zu beſiegen haben wird.
„Nein, nein,“ ſagt der Lehrer mit einem ironiſchen Ernſte zu ihm;„einige Worte werden hinreichen, um Sie vollkommen in die Geheimniſſe der Diplomatie einzuweihen. Richten Sie die Augen auf dieſe Karte. Was ſehen Sie da? Staaten, von denen kein einziger eine regelmäßige Bildung hatv; hier ſind Vorſprünge, dort Vertiefungen, einige Lücken und Ausſchnitte.“
„Die Symmetrie fehlt in der That.“
„Nußland zum Exempel, finden Sie nicht, daß ſein Um⸗ fang an einigen Puncten nicht in Ordnung iſt? Dieſe Krim, in der ſich jetzt noch die Türken herumtreiben, würde es ordnen; die Moldau und die Walachei würden ihn feſten Fuß an der Donau faſſen laſſen; Finland liegt vor ſeinen Thoven. Verſtehen Sie?“
„Vollkommen.“
„Gehen wir zu Preußen über. Welch ein ungleich⸗ artiges Land! Ein ſchmaler, von allen Seiten offener Land⸗
ſtrich. Wie würde es ſich mit Sachſen, Schleſien und dem Rhein abrunden! Begreifen Sie?“
„Ganz vortrefflich.“
„Und Oeſterreich? Es hat die Niederlande, aber in der Ferne und als einen unſichern Beſitz, während Baiern, das an ſeiner Grenze liegt, ihm ſo ſehr anſtehen würde. Es hat einen Fuß nach Italien geſetzt, aber wie würden Venedig und Piemont es vervollſtändigen! Sie verſtehen?“
„Sehr gut.“
„Nun, mein theurer Freund, eine Lection genügt; Sie wiſſen jetzt ebenſo viel davon, wie ich. Die Vorſprünge erhalten, die Ausſchnitte ausfüllen, gelegentlich ſich ab⸗ runden, das iſt die ganze Politik und die ganze Diplomatie. Sie begreifen?“ C
.
Die ruſſiſche Steppe.
Die Steppe beſteht in einer großen, unbegrenzten Ebene, deren monotone Ausdehnung ſich in jeder Richtung nach dem Horizont erſtreckt, ohne durch einen Hügel oder ſelbſt einen Baum unterbrochen zu werden, die aber wellen⸗ förmig wie ein Ocean iſt, deſſen Wellen plötzlich ein Still⸗ ſtand geboten worden iſt. Dieſe hübſchen Schwingungen folgen eine der andern Tauſende und aber Tauſende von Meilen, und ſie geben der Landſchaft eine ſolche Gleichförmig⸗ keit, daß es dem Reiſenden zuletzt, obwohl er weiß, daß ſeine Pferde fortwährend galoppiren, und die Räder ſeines Wagens
ſich umdrehen ſieht, doch ſcheint, als ſei er an einer Stelle
befeſtigt und außer Stande, einen Fortſchritt zu machen. Nicht einmal ein Buſch iſt in der Ebene zu ſehen und eben ſo wenig ein Bach zu hören, aber hie undda giebtes in Vertiefungen ſchlankes grünes Schilf und zerſtreute Weidenbäume, wo trübe Flüſſe langſam zwiſchen ſandigen Ufern fließen. Dieſe öden Landſtriche dehnen ſich ſo weit aus, daß behauptet worden iſt, ein Kalb, das am Fuße der chineſiſchen Mauer zur Welt ge⸗ kommen ſei, werde als ein fetter Ochſe an den Ufern des Dniſter ankommen, wenn es ſeinen Weg durch die Steppe verfolge. Im Frühling beſitzt die Steppe einen ihr ganz eigenthümlichen Reiz. Das Gras iſt dann verhältnißmäßig weich und von einem blendenden Grün. Hin und wieder kann man buchſtäblich das Gras vor Blumen nicht ſehen, denn ſie wachſen dort in Maſſen und ganze Morgen Landes ſind mit Hyazinthen, Crocus, Tulpen und Karthäuſernelken bedeckt. Die Luft iſt friſch und belebend, der Himmel klar und blau, und der Geſang zahlloſer Vögel belebt die Landſchaft. In manchen Diſtricten behält die Steppe die Schönheit, mit welcher der Frühling ſie bekleidet hat, eine Zeitlang, aber in dem Innern derſelben, wo der Regen ganz unbekannt iſt, trocknen im Sommer die Sümpfe und Flüſſe aus und der Erdboden wird nach und nach ganz trocken, hart und ſchwarz. Der Schatten iſt dort gänzlich unbekannt und die Hitze über⸗
gange und des Abends beim Untergange einer Feuerkugel,
während ſie zur Mittagszeit von dem Dunſte, der die Atmo⸗
ſphäre gleich Rauch durchdringt, einen neblichten Schein hat. Die Heerden werden mager und häßlich und die Einwohner ſehen runzlicht und melancholiſch aus und ſind von dem be⸗ ſtändigen Dunſt ſo geſchwärzt, daß ſie faſt den Afrikanern gleichen. Im Herbſte vermindert ſich die Hitze, der Himmel wird wieder blau und die ſchwarze Erde grün, der Nebel verdichtet ſich zu Wolken und die untergehende Sonne bedeckt den Himmel mit Gold und Carmoiſinroth. Mit dem
September endet dieſe Phaſe. Keine gelben Getreidefelder,
all dieſelbe. Die Sonne gleicht des Morgens beim Auf⸗
Man jebt esſeht dieſer Aue Induſtrie eil iin Gewicl geeretuſ Schäbung 9 de zuxxfen whe gite von 21 kräft
Wennn.
mdelraft! 34 dieſelb gleich ſteht vier Perſo daß man
Kranke ꝛc.! ſc, daß! von ungefä lic gond Umſtänder Reichthum für ſich in
In Handel in auch eins begründete Widerrede und dem Franken in Chätea⸗ Die Prei⸗ es iſt ga Franken! blonde H bezahlt. drauchen ſ
ui gfe faihrer
Da ſelben S Hell, Lie Planeten regeln.


