Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
630
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630 Novellen⸗

balken auf ſeine neue Hoſe zu werfen, dieſer bediente ſich in Folge deſſen eines unparlamentariſchen Aus⸗ drucks, ich revanchirte mich durch eine Feige des Ohres und hier bin ich. Ich bitte Sie aber, werfen Sie mich nicht wieder herein!

Nein, meinte der Actuarius,dazu haben wir

auch keine Veranlaſſung meiner Anſicht nach die Schuld iſt auf beiden Seiten gleich groß wenn Sie alſo hier bleiben wollen wir werfen Sie

weder hinaus noch herein! Die Uebrigen ſtimmten zur großen Betrübniß des Malers und des Privat⸗ gelehrten bei und die Ruhe war bald wieder her⸗ geſtellt.

Während ſich die Giganten noch über die Plötz⸗ lichkeit der Ankunft ihres neuen Gaſtes unterhielten, wandte ſich Golo zu Letzterem:

Nun, wie weit ſind Sie denn mit Philippine?

Phi lip pi ne? Bau er? ſagte er mit einem ſtieren Blick; die Entdeckung war ihm zu neu, zu überraſchend...

Haben Sie ihr denn noch keinen Beſuch ge⸗ macht?

Nein! Warum ſollte ich auch?

Nunl ich meine doch, wenn ein Mädchen ſo verliebt in Jemanden iſt, wie Philippine in Sie, dann läßt ein Ehrenmann es nicht grauſam ſchmachten.

Woher wiſſen denn auf einmal auch Sie davon? erwiderte Braun Sohn, indem er ſchnell gefaßt den Spieß umzukehren verſuchte und in der Zerſtreuung Golo's Humpen leerte.

Ich müßte dümmer ſein, als wofür ich mich halte,entgegnete Golo,wenn ich das nicht bemerkt haben ſollte, wie Phfklippine ich führe es blos des Beiſpiels wegen an dem jungen Arzte in faſt unzarter Weiſe Schweigen gebot, natürlich nur, damit Sie weiterſprechen könnten; wie ſie Ihnen den ganzen Abend hindurch merkwürdige Blicke zuwarf; wie ſie Ihnen, als ſie ſah, daß Ihre Taſſe nicht auf die allgemeine Theeſerviette, ſondern auf die türkiſche Tiſchdecke zu ſtehen kam, Ihnen beſonders, eine ſchöne weiße Serviette holte und dieſe vor Ihnen ausbreitete von meiner Taſſe, welche auch auf der Decke ſtand, nahm ſie keine Notiz; ferner, wie ſie

Genug, genug, ſagte Braun Sohn,und glauben Sie wirklich, daß ich nicht als Ehrenmann handeln würde, falls ich mich nicht um ſie bekümmerte?

In keinem Falle, bekräftigte Golo.

Gut ich werde das Mädel von heute an protegiren, ſagte Braun Sohn und ſteckte das nach⸗ geworfene Taſchenmeſſer ein.

Golo mußte ſich geſtehen, daß er lange nicht

Zeitung.

Sein Humor hatte ſich von dem ihm durch den alten Haferſchleim zugefügten Rippenſtoß völlig wieder er⸗ holt, und als er ſpät nach Hauſe ging, legte er der Melodie des Schattenwalzers aus Dinorah die Worte unter:

Denn Deine Rechnung iſt ganz ohne Wirth gemacht, no nononono no und ſo weiter, welche er ſo lange ſang, bis ihn ein rauher Nachtwächter in höchſt unzarter Weiſe um Beendigung ſeines Stakkato er⸗ ſuchte.

Zu Hauſe angekommen, fand er einen kurzen Brief folgenden Inhalts vor:

Mein lieber Golo!

Was ich Dir vor acht Tagen ſchrieb, haſt Du hoffentlich, ſo viel es in der kurzen Zeit möglich war, gethan. Ich will Dir jetzt den Grund davon ange⸗ ben. Es iſt nämlich mein entſchiedener Wille, daß Du Philippine Bauer heiratheſt. Du kennſt meinen Cuarakter, Du weißt alſo auch, daß es völlig unnütz ſein würde, Dich dagegen ſtemmen zu wollen, und ich bitte Dich noch insbeſondere, Dir jede briefliche Widerrede zu ſpaken. Jo ſetze das auch weiter keines⸗ wegs von Dir voraus, ſondern rechne vielmehr mit Sicherheit darauf, daß mir in den nächſten Tagen von Dir oder Bauer der Termin der Verlobung an⸗ gezeigt werden wird, damit ich rechtzeitig dazu herüber kommen kann. Bis dahin wünſche ich meinem folg⸗ ſamen Sohne alles Gute.

Dein Vater . Haferſchleim.

Golo ſtand wie vernichtet. Die ſchwarzen Züge auf dem weißen Papier tanzten ihm förmlich vor den Augen. Alle Texte und Refrains aus Dinorah waren ihm vergangen und nur der eine Vers ſummte ihm im Ohr:

Verloren biſt Du ewiglich!

(Schluß folgt.)

Die Jungfrau ſorgt ſich.

Norwegiſches Volkslied der Vorzeit übertragen von Roſa Warrens.

Wann mag ich nun brau'n oder miſchen Wein, Ich muß mich ſorgen und bangen

Oder wann harr' ich der Heimkehr dein? Die Jungfrau ſorgt ſich, weil der Knab' gefangen

Hier ſteht eine Linde ſüdwärts am Hang, Ich muß mich ſorgen und bangen Steht herrlich Winter und Sommer lang.

mehr ſo vergnügt geweſen war, wie heute Abend.

Die Jungfrau ſorgt ſich, weil der Knab' gefangen.

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