Novellen⸗
„Zur Sache, zur Sache!“ Der Miſſionar machte einen ungeheuren Ver⸗ zweiflungsſatz über eine zweite Gedankenreihe, indem er ſagte: „So werden Sie finden, daß ſie einen mächtig dicken und harten Schädel haben.“—
„Ich muß mir das dringend verbitten!“ warf Golo ein.
„Ach was, nicht Sie— ſie, die Einwohner von Neuſeeland!“
„So!“
„Der Schädel derſelben iſt derart maſſiv und deshalb von ſolcher unglaublichen Feſtigkeit, daß ein Neuſeeländer, wenn man ihn mit aller möglichen Wucht der Fauſt hinterrücks auf den Kopf ſchlägt, höchſtens denkt:«Wart', auf dem Heimweg will ich mir doch aus der Grünen Engelapotheke perſiſches Inſectenpulver mitnehmen⸗. Auf dieſe Feſtigkeit des Schädels nun gründen die Neuſeeländer ihr Syſtem bei ihren alle Augenblicke vorfallenden Zweikämpfen. Nämlich ſo. Die beiden Duellanten erſcheinen zur feſt⸗ geſetzten Zeit, jeder mit einer ungeheuren Keule, ebenſo ſchön wie treffend Waddiwaddiwaddi genannt, bewaffnet auf dem Kampfplatze. Dann ſtellen ſie ſich zehn Schritte voneinander entfernt auf und der Beleidigte beugt darauf zuerſt ſein maſſives Haupt: der Beleidiger geht die zehn Schritte vor, läßt ſeine Keule auf daſſelbe niederſauſen und geht zurück; hierauf geht der Beleidigte vor und thut daſſelbe, und auf dieſe Weiſe klopfen ſie ſich ſo lange auf den Sitz des Verſtandes, bis entweder eine Viertelſtunde ohne Verwundung vergangen iſt oder der Eine von Beiden einen ihn zur Fortſetzung des Kampfes unfähig machenden Schädelbruch errungen hat. Aber hören Sie weiter. Ich hatte an einem ſchönen Feiertag⸗ morgen eine ergreifende Predigt vor einem zahlreichen Publicum gehalten und ſie mit den rührenden Worten: ⸗Wenn ihr euch nicht taufen laßt, ſo ſeid ihr alle dumme Jungen⸗— Sie müſſen wiſſen, daß ich mich längere Zeit auf deutſchen Poch alulen umhergetrieben habe— geſchloſſen, da trat plötzlich ein rieſiger Neuſeeländer, der mit den Gebräuchen unſerer Corps⸗ ſtudenten nicht unbekannt ſein mochte, vor mich hin und ſagte:«Klizziklizzi!“ Das heißt: Ich wünſche mit Ihnen zu hängen. Was ſollte ich machen? Re⸗ vociren— das konnte ich im Intereſſe unſerer h. Re⸗ ligion nicht,— depreciren—“
„Zur Sache, zur Sache!“
„Deshalb faßte ich am nächſten Morgen mein Waddiwaddiwaddi feſt und ging unter dem Schutze des h. Geiſtes, der in Geſtalt eines Paradiesvogels über mir ſchwebte, auf meinen Paukanten los. Legte
Zeitung.
ich ihn nicht bei dem erſten Schlage darnieder, ſo war es gefehlt— mit Gottvertrauen und aufge⸗ ſchürztem Hemdärmel ließ ich alſo meine Keule mög⸗ lichſt kräftig auf ſeinen hohl erklingenden Schädel niederſauſen und ſiehe da— er, er, der ſchon aus vierhundertzweiundzwanzigeinhalb Menſuren wohlbe⸗ halten hervorgegangen war, er(wenn der Miſſio⸗ narius a. D. erregt wurde, bewegte er ſich nur in üppigen Bildern) knickte wie eine zarte Lilie vor dem Sturme zuſammen, er— war nicht mehr.— An demſelben Tage nahm ich ungefähr dreitau⸗ ſend Neuſeeländer, die alten Weiber nicht mit eingerechnet, in den Schooß der Alleinſeligmachenden auf, dreitauſend, welche ſich der Macht der römiſch⸗ katholiſchen Kirche beugten, dreitauſend, zu deren Taufe ich Seewaſſer zu Hülfe nehmen mußte, da das Waſſer eines benachbarten Flüßchens nicht ausreichen wollte, dreitauſend, die ich nur ſo aus dem Handgelenk zu Chriſten machte, dreitauſend—“
„Zur Sache, zur Sache!“
„Was Meinhold beſchwören kann,“ fuhr der Miſſionar begeiſtert fort,„denn ſeine Keule iſt nach dem Muſter meines in meinem Privatbeſitze befind⸗ lichen Originalwaddiwaddiwaddi angefertigt.“
„Ja,“ ſagte der Actuarius,„meine Keule iſt eine getreue Copie!“
„Erlauben Sie mir,“ warf hier der vorlaute Knetſchke, Rentier, völlig unbegründet ein,„das be⸗ weiſt noch nichts!“
„Knetſchke, Wurm des Jammers, Zuckerklumpen vor dem Regen des Lebens, Canarienvogel des Cha⸗ rakters, wie können Sie hier behaupten wollen, das beweiſe noch nichts!“ rief der Miſſionarius wüthend; „nehmen Sie ſich in Acht, daß nicht die alles Lüg⸗ neriſche darniedertretende Doppelſohle im Stiefel des Himmels über Sie kommt! Uebrigens ſehe ich nicht ein,“ ſetzte er hämiſch hinzu,„warum ich Ihnen nicht den Vorſchlag machen ſoll, die Macht meines Waddi⸗ waddiwaddi und dadurch die Glaubhaftigkeit meiner Erzählung thätlich zu erproben, bringen Sie alſo den Ihrigen das nächſte Mal mit!“
Hier fanden es die Uebrigen an der Zeit, dem unglückſeligen Knetſchke beizuſtehen.
„Er zweifelt ja nur an der Aechtheit Ihres Waddi,“ nahm der Actuar das Wort,„nicht an der Aechtheit Ihrer Geſchichte!“
„'s ſollte ihm auch ſchlimm bekommen!“ brummte Herr Brink ſchnell beruhigt.—„Herr Teutobod, was haben Sie ſich für eine Moral aus der Geſchichte gezogen?“
„Reize keinen Neuſeeländer!“
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