Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
597
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Vierte Holge.

thümer ſei ein unbeſchäftigter Hühneraugenoperateur, der meuchlings im Hintergrunde auf ſeine armen Opfer lauere. Trauriger noch ſah die alte wacklige Treppe aus, deren ausgetretene, unwillig knarrende Stufen an einer Wand emporführten, welche in dem harten Kampfe, den ſie fortwährend mit der Feuchtig⸗ keit und dem Ruß zu führen gehabt hatte, offenbar entſchieden unterlegen war. Als Haferſchleim bis zum dritten Stock hinaufgeſtiegen, erblickte er links einen vergilbten Zettel, auf dem der Name Mein⸗ hold⸗ in kräftigen, deutlichen Zügen geſchrieben ſtand. Seinem Klingeln wurde nicht ſofort geöffnet, viel⸗ mehr klang es, als unterhandelten innen zwei Stimmen, eine helle klare und eine tiefe baßartige darüber, ob geöffnet werden ſolle oder nicht. Schließlich hatte man ſich doch wohl für Erſteres entſchloſſen, denn der Griff raſſelte und die Thür wurde geöffnet, je doch nur ſo weit, um ein friſches, wunderhübſches Mädchenantlitz durchlugen zu laſſen, das, ſobald es draußen dem neugierigen Blicke eines ebenfalls nicht häßlichen jungen Mannes begegnete, erröthete und nicht übel Luſt zu haben ſchien, die Thür dem Frem⸗ den wieder vor der Naſe zuzuſchlagen. Haferſchleim verhinderte es eben noch, indem er eilig an den prächtigen Mädchenkopf die Frage richtete, ob Herr Meinhold zu ſprechen ſei. 3

Darf ich fragen, was Sie hier verſchluckte ſich der Mädchenkopf und fuhr in einer anderen, doch nicht weniger fein und reinklingenden Tonart fort von ihm wünſchen?

Alle Wetter, brummte Haferſchleim und ſagte darauf laut:Ich wollte ihm einen Wechſel prä⸗ ſentiren.

Angenehm berührte das den Kopf keinenfalls; die roſige Farbe der Wangen erhielt eine kleine Bei⸗ miſchung von Weiß.

Bitte, treten Sie ein!

Die Thuͤre wurde ganz geöffnet, die ſchlanke Ge⸗ ſtalt, welcher der beſagte Kopf angehörte, wandte ſich und ſchritt voraus durch einen dunklen Gang. Hafer⸗ ſchleims Augen gewöhnten ſich ganz auffallend ſchnell an die Dunkelheit und erblickten unter dem Kopf einen herrlich gebogenen Nacken und ein paar weiße runde Schultern, die ſich aber ängſtlich in einem ſeidenen, anſcheinend chamoisfarbenen, etwas weiten Kleide verſteckten.

Hier, mein Herr, ſagte ſie,hier iſt Papa! und verſchwand dann plötzlich zur Seite.

Alle Wetter, brummte Haferſchleim nochmals in ſeinen zukünftigen Bart und klopfte leiſe.

Herein! brüllte es von innen, daß der Volontär draußen faſt zurücktaumelte,herein!

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Gott verläßt keinen Deutſchen, tröſtete ſich

C. W. Bauers Sendling und folgte dem Ruf.

Es war ein großes, niedriges Zimmer, das er

betrat; ein luſtiger, auf⸗ und abhüpfender Canarien⸗ vogel in der einen Ecke, eine buntfarbige Epheulaube in der anderen; in der Laube ein hübſches Näh⸗ tiſchchen; ein altes häßliches, verſchoſſenes Sopha in der Mitte der gegenüber liegenden Wand; an dieſer über dem Sopha zwei ebenſo verſchoſſene Kupferſtiche, Goliath und den heiligen Chriſtophorus vorſtellend; wieder über den Kupferſtichen aber aufgehängt prangte eine fürchterliche, ungeheure Keule. Neben dem Sopha auf einem Rohrſtuhl ſaß ein breitſchultriger, anſcheinend ſehr großer und äußerſt kräftiger Mann, mit geraden, offenen Mienen und einem mächtigen Schnurrbarte.

Treten Sie näher, hm! ſagte der Mann, in

demhm einen Ton von ſich gebend, gegen den der eines Bombardons wie Tenor geklungen haben würde;was wollen Sie? hm?

Halt, dachte Haferſchleim, damit jagſt Du mich

nicht ins Bockshorn, wart' nur:

Ich habe hier einen fälligen Wechſel, auf Sie

gezogen, den Ihnen die Firma C. W. Bauer zur Be⸗ zahlung präſentirt.

Auch der Vater ſchien ſich gerade nicht darüber zu freuen, mit der Firma C. W. Bauer in Geſchäfts⸗ verbindung getreten zu ſein; warf er doch einen Blick auf die Keule, der den Lehrling vermuthen ließ, Herr Meinhold würde nicht abgeneigt ſein, dieſelbe wieder⸗ holt auf das Haupt der Firma C. W. Bauer zu legen.

Giganteskes Pech, ſagte der Actuar,aber ich muß es mir überlegen nehmen Sie gefälligſt Platz!

Haferſchleim würde das nicht gethan, ſondern auf Antwort gedrungen haben, hätte nicht der Actuar in demſelben Augenblick gerufen: Laura! Es war das ein Grund für ihn, vorläufig einen Stuhl zu ergreifen.

Ich komme! tönte es aus einem Nebenraume zurück, und die Tochter, diesmal mit einem um den Hals geſchlungenen rothen Tuch, trat fragend auf die trennende Schwelle. Der Vater winkte ihr. Sie kam an ſeinen Stuhl und legte auf einen zweiten Wink ihr Oehrchen an ſeinen Mund, ein Oehrchen, das, falls es dem auf der Haferſchleim zugekehrten Seite des Kopfes entſprach, ganz reizend ſein mußte. Dasjenige, was der Vater in dieſes Oehrchen hinein⸗ redete, hatte er wahrſcheinlich leiſe ſprechen wollen, da ihm dies aber trotz der verzweifeltſten Anſtrengung nicht gelang, vernahm der Volontär die Worte:

Iſt Bier da?..... Gut, dann biete ihm ein Glas an!