Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
559
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Brummel,das iſt ganz natürlich und ganz im Einklange mit unſerm alten Denkſpruch, daß man Sanct Paul zahlen muß, um den St. Petrus zu ſehen. C.

Eine alte Stadt.

Einer der Präfecten des Kaiſers Maximilian von Mexiko hat in einem Walde in der Nähe von Huanchinamgo die Ruinen einer Stadt entdeckt, welche von den Ureinwohnern lange vor Cortes Zeit erbaut und bewohnt worden iſt und die den unzweifelhaften Beweis dafür liefern, daß das Volk in der Cultur und in den Künſten weit vorangeſchritten war. Dieſe Stadt iſt von einer bedeutenden Größe, mit einer funfzehn Fuß dicken und dreißig Fuß hohen ſteinernen Mauer umgeben und ihre Straßen waren mit polirten Steinen ge⸗ pflaſtert. Es wurden dort viele ſchöne Werke der Baukunſt entdeckt, unter ihnen ein prachtvoller Palaſt, von dem man vermuthet, daß er die Reſidenz irgend eines indianiſchen Königs war, ebenſo Bildhauerarbeiten und Gemälde von einem bedeutenden Werthe, Denkmäler, Waſſerbehältniſſe, Waſſerleitungen, Canäle und Alles, was man bei einem civiliſirten und gut erzogenen Volke zu finden erwarten darf.

1d C.

Misrellen.

Kaiſer Nicolaus hatte die Gewohnheit, bei ſchönem Wetter, beinahe täglich, auf der Newsky⸗Perſpective eine Stunde ſpazieren zu gehen. Bei dieſen Spaziergängen war er ſtetz ohne Begleitung und ging in Civilkleidern, zwar elegant, doch ohne die geringſte Auszeichnung; oft trat er in die Verkaufsläden, erkundigte ſich nach den Preiſen verſchie⸗ Artikel und kaufte ſogar etwas. Von der Polizei war das ſtrengſte Verbot ergangen, den Kaiſer bei ſeinen Spazier⸗ gängen anzureden und durch Geſuche zu beläſtigen, und für den Uebertretungsfall war eine ſchwere Strafe beſtimmt. Seine hohe, majeſtätiſche Geſtalt wurde beinahe von Allen erkannt; jede Dame, jeder Herr grüßte ihn dann ehrerbietig und ging, ohne ſtehen zu bleiben, vorüber; jeden Gruß erwi⸗ derte der Kaiſer durch eine freundliche Handbewegung.

Eines Tages begegnete Nicolaus dem in St. Petersburg gaſtirenden franzöſiſchen Schauſpieler Talmond, welchem er perſönlich ſehr geneigt war. Talmond wollte grüßend vor⸗ übergehen, doch der Kaiſer hielt ihn an und ſprach mit ihm während einer Viertelſtunde. Kaum hatte der Kaiſer Talmond verlaſſen, ſo wurde dieſer von der Polizei arretirt alle ſeine Einwendungen und Vorſtellungen waren ver⸗ gebens, er mußte in's Gefängniß.

Noch am Abend deſſelben Tages ſollte Talmond in einem neuen Stücke auftreten; der Kaiſer hatte ſich mit ſeinem Hofe zur Vorſtellung eingefunden. Als der Vorhang ſich hob, trat der Regiſſeur vor, kündigte an, daß wegen eines, Herrn Talmow zugeſtoßenen Unfalles das angezeigte Stück nicht

egeben werden könne und daß man genöthigt ſei, anſtatt deſſelbe ein anderes Stück zu ſpielen. Dr Kaiſer, der am Nachmittage Talmond ſelbſt ge⸗ ſprochen fand dies befremdend und ſchickte ſofort einen Adjutaſen ab, um beim Regiſſeur nähere Erkundigungen heeen a gehabten Unfall einzuziehen. Nach wenigen Minut kehrte der Adjutant zurück und berichtete:Talmond ſei voner Polizei arretirt und im Gefängniſſe, weil er ſich

Folge. 559 Augenblicklich erkennt der Kaiſer, daß er eine Unvor⸗ ſichtigkeit begangen, und befiehlt dem Adjutanten, Talmond auf das Schnellſte zu holen. Ein vierſpänniger kaiſerlicher Wagen führte Talmond im Galopp aus dem Gefängniſſe ins Theater. Der Kaiſer empfing ihn in ſeiner Loge auf das Freundlichſte, bedauerte ſehr, daß er ſelbſt Urſache der ge⸗ habten Unannehmlichkeiten des Künſtlers geweſen ſei, und ſchloß, indem er Talmond aufforderte, ſich eine Gnade auszubitten.

Sire, würden Sie mir die Gnade gewähren, um die ich Ew. Majeſtät zu bitten wünſche?

Ganz gewiß, ich gebe Ihnen mein kaiſerliches Wort. Wohlan, Sire, ſo bitte ich denn Ew. Majeſtät, mich nie mehr auf der Straße anzureden.

Der Kaiſer lachte über dieſe ſonderbare Gnadenbitte von ganzem Herzen und überſendete Tags darauf Talmond ein Geſchenk von hunderttauſend Rubeln.

Der Bankier Demloff, Kurländer von Geburt, hatte ſich ſchon lange Zeit in St. Petersburg niedergelaſſen, wo er, durch glückliche Speculationen begünſtigt, große Reich⸗ thümer erwarb und öfters in Geſchäftsangelegenheiten in directe Berührung mit dem kaiſerlichen Hofe kam; ja, es gelang ihm ſogar, ſich durch nachgeſuchte Darlehen Kaiſerin Catha⸗ rina II. perſönlich zu verpflichten.

Fehlgeſchlagene Operationen, durch den in der Krim fortdauernden Krieg herbeigeführt, ruinirten binnen Jahres⸗ friſt das reiche Bankierhaus ſo, daß es Demloff unmöglich ward, aus dem Ruine wenigſtens die nöthigſten Exiſtenz⸗ mittel für ſich und ſeine Familie zu retten. In ſeiner dringen⸗ den Noth wendete er ſich an die Kaiſerin und bat um eine Anſtellung. Catharina II., die ſich der ihr früher geleiſteten Dienſte Demloff's erinnerte, empfing ihn ſehr gütig und verſprach ihm ihre Protection; fügte aber hinzu, da es ihr unmöglich ſei, in der Abweſenheit ihres, zu dieſer Zeit die Armee in der Krim commandirenden Generals und Premier⸗ Miniſters Potemkin über Staatsſtellen zu verfügen, ſo wolle ſie ihm ein eigenhändiges Empfehlungsſchreiben an Potemkin geben, und rathe ihm, augenblicklich in die Krim zu reiſen und ſich dem Fürſten vorzuſtellen. Freudig und dankbar empfing Demloff die Empfehlungszeilen. Tags darauf reiſte er nach der Krim. Im Lager angekommen, wurde Demloff ſofort in das Zelt Potemkins geführt. Jetzt ſtand er vor dem eigentlichen Herrſcher Rußlands, und mit Bangigkeit und Zittern überreichte er dem allmächtigen Miniſter die Empfehlung der Kaiſerin. Nachdem Potemkin die Zeilen durchgeleſen, blickte er finſter und forſchend den Ex⸗ bankier an; dann ging er mit gekreuzten Armen einige Male im Zelte auf und ab, blieb plötzlich vor dem unglücklichen Bittſteller ſtehen und ſagte:

Ich ernenne Sie zum Arzt des zwölften Garderegiments mit 2500 Rubel Gehalt; Sie werden Ihren Dienſt ſofort antreten. Der Exbankier, der ſeinen Ohren nicht traute, jedenfalls aber an ein Mißverſtändniß glaubte, ſtammelte zitternd: Gnädigſter Fürſt! ich Arzt? Ich verſtehe aber nicht das Geringſte von der Medicin! Mit fürchterlicher Stimme aber herrſchte ihn Potemkin an:

Was? Sie unterſtehen ſich, gegen meine Beſchlüſſe eine Einwendung zu machen? Der Menſch kann Alles, was er will. Die Krankheit reißt mehr und mehr in der Armee

im Lau des Nachmittags unterſtanden habe, die kaiſerliche Majeſt auf der Straße anzuſprechen.

ein; Aerzte fehlen mir. Augenblicklich treten Sie Ihren