Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
548
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548 Novellen⸗Jeitung.

einen Büchſenſchuß von Strehlen entfernt! warf der Adjutant ein.

Deſto beſſer! Befände er ſich hier in Schön⸗ brunn, ſo würden ſofort beim Ausbruch des Brandes einige Regimenter ſeiner beſten Truppen zu ſeinem Schutz ausrücken; die Beſatzung in Woiſelwitz dagegen iſt kaum der Erwähnung werth, ſie beſteht aus einer Compagnie Leibgarde. Die Wache zählt dreißig Mann, V außer dem Poſten vor der Hausthüre ſteht nur noch ein Doppelpoſten vor den Zimmern des Königs. Es gelang mir, jener Compagnie zwei Subjecte einzu⸗ verleiben, die meine Befehle blindlings befolgen, ſie werden dafür ſorgen, daß ſie in jener Stunde den Doppelpoſten übernehmen. Gelingt ihnen das nicht, ſo ſind ſie angewieſen, ſobald wir überraſcht werden, die Hauptwache in Verwirrung zu bringen, ſo daß wir eine unverzügliche Verfolgung nicht zu befürchten haben.

Vortrefflich! ſagte der Adjutant.Aber ge ſetzt, der König ſträubt ſich, die Wache eilt herbei und die Beſatzung wird alarmirt, was dann?

Der finſter, durchbohrende Blick des Barons ruhte feſt auf dem Antlitz des Fragenden.

Dann giebt es nur noch ein Mittel, den Krieg zu Ende zu führen und Schleſien der rechtmäßigen Eigenthümerin zu retten, ſagte Warkotſch kalt.Unſer Wahlſpruch lautet: Lebendig oder todt! Nur dann, wenn ich vorausſehe, daß wir mit dem Lebenden nicht durchkommen können, ſchreite ich zum Aeußerſten. Eine lange peinliche Pauſe trat nach dieſen Worten ein. Beide Männer fühlten die Größe und Schwere des Verbrechens, welches zu begehen ſie ent ſchloſſen waren, und dennoch weit entfernt, vor dem⸗ ſelben zurückzuſchrecken, hegten ſie nur den einzigen Wunſch, daß Ihnen die ruchloſe That gelingen möge.

Alſo übermorgen! brach der Adjutant endlich das Schweigen, indem er ſich erhob.Wenn ich daran denke, daß es dem König einfallen könnte, plötzlich aufzubrechen

Die Befürchtung iſt unbegründet, fiel Warkotſch ihm in's Wort,verlaßt Euch darauf, diesmal wird er uns nicht entgehen.

Als der Adjutant ſich entfernt hatte, durchlas Warkotſch nochmals den Vertrag, für den er ſeine Ehre opferte.

Abermals blitzte eine triumphirende Freude in ſeinen Augen auf, noch ein Schritt, und er ſtand am Ziele ſeiner heißeſten Wünſche!

Ich ſteige, er fällt! das iſt das Recht des Stärke⸗ ren, das Geſetz der Natur! ſagte er, während er die Schriftſtücke in eine Schieblade ſeines Schreibtiſches legte.Kann das Wohl eines Königs in Betracht

kommen, wenn das Wohl eines ganzen Landes auf dem Spiele ſteht? Sollen Tauſende für den Eigen⸗

ſinn des Einzelnen ihr Leben hingeben? Genug des Blutes iſt gefloſſen, der Krieg ſoll ein Ende haben, nicht länger darf das Geſchick Europa's in den Hän⸗ den dieſes ſtarrköpfigen Monarchen ruhen.

Er warf nach dieſen Worten einen Mantel um

und bedeckte das Haupt mit einer leichten Feldmütze.

Jetzt zu Emma, fuhr er fort,ihr heiteres Geplauder ſoll meine böſe Laune verſcheuchen, die dieſer großmäulige Adjutant heraufbeſchworen hat.

Die Wände des Cabinets waren mit geſchnitzten Holztafeln bekleidet, der Baron ſchob, nachdem er die Thüre geſchloſſen und den Schlüſſel auf den Tiſch gelegt hatte, eine dieſer kleinen Tafeln zurück und drückte auf den Knopf einer Feder. Eine durch das Getäfel kunſtvoll verdeckte Thüre öffnete ſich, eine Treppe, die durch eine zweite geheime Thüre mit dem Park in Verbindung ſtand, ward ſichtbar.

Der Baron ſtieg hinunter. Kaum aber hatte er das Cabinet verlaſſen und die Thuͤre hinter ſich geſchloſſen, als das Fenſter, welches Cabinet und Alko⸗ ven miteinander verband, geöffnet wurde. Gleich darauf ſtand Anton in dem Cabinet.

Er hatte jedes Wort der wichtigen Unterredung vernommen und er trachtete jetzt nur danach, ſich der beiden Documente zu bemächtigen.

Die Schieblade des Schreibtiſches war geſchloſſen,

der Huſar zwängte die Spitze der Papierſcheere zwiſchen Schloß und Leiſte, um das Schloß gewalt⸗ ſam zu ſprengen. Als ihm dies nicht gelang, ſah er ſich nach einem anderen, beſſeren Inſtrument um. Er fand nur ein ſtarkes, ſcharfes Meſſer und entſchloß ſich, das Schloß auszuſchneiden.

Die Arbeit war ſchwieriger und mühſamer, wie er vermuthet hatte. Nach Ablauf von zwei Stunden ſah er ſich, trotz ſeiner unermüdlichen Bemühungen, noch immer weit von ſeinem Ziele entfernt. Er beſaß indeß Ausdauer und da er aus den letzten Worten des Barons ſchließen zu dürfen glaubte, daß Warkotſch jetzt in den Armen einer Buhlerin lag, ſo hatte er eine Ueberraſchung ſo bald nicht zu befürchten; nach ſeiner Berechnung mußte er binnen einer Stunde mit ſeiner Arbeit ſo weit vorgeſchritten ſein, daß er durch einen heftigen Stoß das Schloß beſeitigen konnte. Die Gewißheit, in jenen Papieren die unumſtößlichen Beweiſe für die Schuld des Barons zu erhalten, und die Ungeduld, in den Beſitz dieſer Beweiſe zu gelan⸗ gen, ſtählten ſeinen Arm und ſpornten ihn zu raſtlo⸗ ſem Fleiß an. Er dachte nicht mehr daran, daß Maria ihn gebeten hatte, den Vater zu ſchonen; und ſelbſt, wenn die Erinnerung daran in ſeiner Seele

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