Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
525
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9 Vierle keiner Regelmäßigkeit unterworfen zu ſein ſcheint, doch in längeren Perioden eine beſtimmte Geſetzmäßigkeit hervortritt. Die Zahl der Selbſtmorde ſchwankt von Jahr zu Jahr wenig, ſcheint aber bei den civiliſirten Völkern in beſtändiger,

jedoch ganz regelmäßiger, durchaus nicht ſprungweiſer Ver⸗ V mehrung begriffen zu ſein, und läßt dieſe allmälige, aber ſtetige Junahme auf allgemein wirkſame Urſachen ſchließen. So betrug die Zahl der Selbſtmorde in Frankreich während der Jahre 1826 30 durchſchnittlich 1739 und ſtieg in den nächſten 30 Jahren ſtetig, ſo daß für 1856 1860 die Durchſchnittszahl bereits 4002 betrug, d. h. eine Vermehrung der Selbſtmorde um 130 Procent ſtattfand, während die Bevölkerung nur um 13,18 Procent gewachſen war. Nach ſtatiſtiſchen Erhebungen aus den Jahren 1840 53 war die Zahl der Selbſtmorde am ſtärkſten in Dänemark(auf eine Million Einwohner 256), dann in Sachſen(202), darauf. folgen Hannover, Preußen, Norwegen, Frankreich(113 100 auf 1 Million Einwohner), bedeutend kleiner in Schweden

(67) und Belgien(56). In Bezug auf confeſſionelle Ver⸗ hältniſſe ſcheint der Selbſtmord in proteſtantiſchen Ländern und Bezirken häufiger aufzutreten als in katholiſchen, doch ſind die Unterſuchungen darüber noch mit größerer Vorſicht zu führen. Was die Betheiligung der Geſchlechter betrifft,

ſo iſt die Zahl der männlichen Selbſtmörder faſt überall

3 4 Mal ſo groß als die der weiblichen; in Preußen kommen

auf 100 weibliche 417, in Frankreich 322, in Dänemark 380 männliche. Merkwürdiger Weiſe tritt dieſelbe Regel⸗

vermochten die Statiſtiker den Hang zum Selbſtmord für die einzelnen Altersclaſſen ziemlich genau feſtzuſtellen, indem ſie die Zahl der Selbſtmörder und die der Landeseinwohner in einem und demſelben Lebensalter verglichen. Der Hang zum Selbſtmorde wächſt vom jugendlichen bis zum Greiſen⸗ alter und zwar faſt gleichmäßig bei beiden Geſchlechtern. Am höchſten ſcheint er an der Grenze des Lebens nach vollendetem 70. Jahre zu ſein. Allgemein iſt die Anſicht verbreitet, daß die meiſten Selbſtmorde bei trübem, nebligem Wetter vorkommen, und iſt für England der November ſogar ſprichwörtlich geworden. Die ſtatiſtiſchen Beobachtungen beſtätigen dies jedoch nicht, vielmehr kommen weit mehr Selbſtmorde im Sommer, und zwar im Hochſommer analog mit dem Maximum der Geiſteskrankheiten vor, als im Winter. Für die Tageszeiten iſt das bis jetzt geſam⸗ melte Material noch nicht ausreichend genug, doch ſcheinen die meiſten Selbſtmorde in den Stunden von 6 12 Uhr Vor⸗ mittags zuſammenzufallen. Nach franzöſiſchen Forſchungen kommen mehr Selbſtmorde bei ledigen als bei verheiratheten Männern vor, umgekehrt aber mehr bei verheiratheten als bei ledigen Frauen. Das platte Land hat viel weniger Selbſtmorde als die Städte aufzuweiſen, wie überhaupt mit den Fortſchritten der Civiliſation beſtimmte ſchädliche Urſachen ſich auszubilden ſcheinen, die auf die größere Häufigkeit des Selbſtmordes hin⸗ * wirken. Ueberraſchend iſt endlich die Wahrnehmung, daß ſelbſt in der Wahl der Mittel ſowohl innerhalb eines einzelnen Lan⸗ des, wie je nach Alter, Geſchlecht und Beruf eine gewiſſe Re⸗ gelmäßigkeit nachgewieſen werden kann. Ueberall ſcheint das Erhängen die beliebteſte Form des Selbſtmordes zu ſein, dann kommt das Ertränken, wobei noch zu berückſichtigen iſt, daß bei letzterer Art nicht immer nachgewieſen werden kann, ob ein Unglücksfall oder der Vorſatz, ſich das Leben zu nehmen,

maßigkeit auch in den verſchiedenen Lebensaltern hervor, und V

vorliegt. Die dritte Hauptform iſt das Erſchießen, das be⸗

ſonders in Frankreich, Belgien, Baiern und in Berlin häufig vorkommt. Der Gebrauch ſpitziger oder ſchneidender Inſtru⸗

Jolge. 525⁵ mente iſt weit häufiger, ebenſo das Herabſtürzen aus der Höhe, als die Anwendung von Gift. In neueſter Zeit iſt eine auf⸗ fallende Vermehrung der Selbſtmorde durch Erſtickung mittelſt Kohlendämpfen bemerkt worden, und die modernſte Art iſt das Sichüberfahrenlaſſen durch Bahnzüge. 6.

General Lewis Caß.

In dieſem Manne, welcher am 17. Juni c. Morgens in Detroit für ein beſſeres Leben entſchlief, haben die Ver⸗ einigten Staaten Nordamerikas einen ihrer älteſten und geachtetſten Staatsmänner verloren, der während ſeines beinahe 84 Jahre langen Lebens ſich viele Verdienſte um ſein Vaterland erworben hat und daher wohl verdient, daß wir unſeren Leſern Näheres über ſein Leben mittheilen.

Lewis Caß, gewöhnlich General Lewis Caß genannt, wurde am 9. October 1782 in Exeter im Staate New⸗ Hampſhire geboren. Im Alter von 17 Jahren wurde er bereits in Wilmington in Delaware als Lehrer angeſtellt und drei Jahre ſpäter ließ er ſich in Marietta im Staate Ohio als Advocat nieder und erwarb ſich als Juriſt bald ſoviel Vertrauen, daß er im Jahr 1806 in die Geſetzgebung des Staats erwählt wurde, wo er trotz ſeiner Jugend durch ſein entſchiedenes Auftreten gegen die Theilnehmer einer von Aaron Burr angezettelten Verſchwörung, um eine Confödera⸗ tion der ſüdweſtlichen Staaten zu bilden, ſich den Namen eines unerſchütterlichen Unionsmannes erwarb. Er war der Verfaſſer einer Adreſſe an den Präſidenten Jefferſon, worin ihm im Namen des Staates Ohio jede Unterſtützung ver⸗ ſprochen wurde, um Burr und ſeinen Seceſſionsplan zu unter⸗

drücken. Im Jahr 1807 wurde Caß für ſeinen Diſtrict zum

Vereinigten⸗Staaten⸗Marſchall ernannt, welchen Poſten er bis 1812 bekleidete. Im Beginn des Krieges mit England, der von 1812 bis 1814 dauerte, war Caß Obriſt eines Regiments Freiwilliger des Staates Ohio, das zum Armee⸗ corps des Generals Hull gehörte. Caß war im Sommer 1812 mit ſeinem Regiment in Detroit und nahm an einem oder zwei Scharmützeln Theil. In Folge einer Capitulation des Generals Hull fiel Detroit in die Hände der Engländer und der Obriſt Caß in Kriegsgefangenſchaft. Nach ſeiner erfolgten Auswechslung wurde er zum Brigadegeneral er⸗ nannt und als ſolcher wurde ihm das Commando über die Truppen der Vereinigten Staaten in Michigan übertragen. Nach dem hergeſtellten Frieden erfolgte ſeine Ernennung zum V Gouverneur des Gebiets Michigan, welchen Poſten er auch unter den folgenden Präſidenten beibehielt und bis 1831 verwaltete. Er war gleichzeitig Superintendent der indiani⸗ ſchen Angelegenheiten und ſchloß in dieſer Eigenſchaft zwei und zwanzig verſchiedene Verträge mit den Rothhäuten in den weſtlichen Bezirken ab, in denen ein ſehr bedeutendes Gebiet, das früher den Indianern gehört hatte, an die Ver⸗ einigten Staaten abgetreten wurde. Nachdem er den Poſten als Gouverneur von Michigan ſiebenzehn Jahre lang mit Erfolg bekleidet hatte und er in ſeiner Behandlung der India⸗ ner glücklicher als Einer ſeiner Vorgänger geweſen war, er⸗ nannte der Präſident Jackſon ihn 1831 zum Kriegsminiſter, als welcher er die Nullifications⸗Verſuche der Südcaroliner ſchnell unterdrückte. Seine geſchwächte Geſundheit beſtimmte ihn, 1836 aus dem Miniſterium zu treten und den Poſten als Miniſter der Vereinigten Staaten in Paris anzunehmen, auf dem er bis 1842 die Vereinigten Staaten vertrat. In dieſer Stellung gelang es ihm, die ſeit 1798 zwiſchen den beiden Staaten ſchwebende Entſchädigungsfrage zu erledigen