Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
523
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Folge.

Zeuilleton.

Ein Stück von Irland und die Fenier. (Schluß.)

In Folge dieſer Acte wird es der Willkühr jedes Provinzialgouverneurs in Irland und einigen ihm beigegebenen Räthen anheimgegeben, irgend einem Theile des Landes, wo ſie es für nöthig erachten, ein Tribunal zu errichten, beſtehend aus obrigkeitlichen Perſonen, ermächtigt, ohne Zuziehung eines Geſchworenengerichts, Vergehungen, die entweder den engliſchen Geſetzen fremd ſind, oder nach denſelben keine Unterſuchung zur Folge haben, vor ihr Forum zu ziehen, ſummariſch zu unterſuchen und darüber zu entſcheiden.

So zieht nach der Juſurrectionsacte jedem Irländer die Thatſache, daß er in unruhigen Zeiten nach Sonnen⸗ untergang oder vor Sonnenaufgang aus ſeiner Wohnung abweſend geweſen iſt, von dieſem Tribunal die Verurtheilung zur Transportation zu; es wäre denn, daß er einen hinlänglich befriedigenden Beweis über die Veranlaſſung ſeiner Abweſenheit und über ſeine Beſchäftigung während

betrachteten, über Kirchenraub, am meiſten die Herren im

Oberhauſe, deren Brüder und Verwandte Biſchöfe und Rectoren auf der grünen Inſel waren. wiederholt eingebrachten Bills zur Abänderung dieſer Mißſtände mußten zurückgezogen werden. Es blieb beim Alten; dagegen wurden die Landpachten ſeit dem franzöſiſchen Kriege zu einer unerſchwinglichen Höhe geſteigert. Der Aecre Landes(180 rheinl.Ruthen) koſtet gegenwärtig fünf und ſechs Pfd. St.(35 42 preuß. Thaler) jährliche Miethe, und die Hüttenbewohner müſſen für gedüngtes Kartoffelland zehn Pfd. St. jährlich bezahlen, dürfen aber dies ihr einziges Nahrungs⸗ mittel nicht eher ausgraben, bis der reiche Verpächter ſeinen unmäßigen Pachtpreis erhalten. Bei dieſem furchtbaren Land⸗ ſyſtem, welches dadurch, daß es vom Hauptpächter übertriebene Preiſe preßt, auch dieſen zu einem gleichen Verfahren gegen die Afterpächter bis herab zu den Hüttenbewohnern zwingt, muß die arbeitende Claſſe, um nicht Hungers zu ſterben, zu Thaten treiben, wie ſie nur gänzliche Verzweiflung hervor⸗ zurufen vermag. Der Hüttenbewohner hat keinen Garten,

Erzbiſchöfe, Die

derſelben beibringen könnte.

Die Geſchworenengerichte, dieſer unſchätzbare Theil der britiſchen Verfaſſung, waren mit allen aus denſelben herfließenden Wohlthaten den Irländern durch Verfaſſungs⸗ urkunden mehrerer engliſchen Monarchen zugeführt. Es iſt daher eben ſo ungerecht als unpolitiſch, und muß nothwendig die Herzen der Irländer Großbritannien entfremden, wenn man ihnen durch immer willkührliche Verfügungen dies wohlerworbene Recht wieder entzieht. Urſprünglich fand dieſes ſummariſche Verfahren nur bei allgemeinen, bei großen Aufſtänden ſtatt, jetzt wird es auch bei örtlichen, in Friedenszeiten vorkommenden Unordnungen, die ſich auf eine Schlägerei bei Gelegenheit eines Marktes in einem Kirchſpiel ereignen, die lediglich in Privatſtreitigkeiten ihren Grund haben, geübt, indem man dieſelben Maßregeln anwendet, die bei dem Verſuche des Regierungsumſturzes eintreten würden. Aber die engliſchen Behörden betrachten es als

einen Gewinn, wenn ſie einige heißblütige Irländer los

werden!

Die Unzufriedenheit des Inſelvolks muß Jedem natürlich erſcheinen, der mit unbefangenem Blick deſſen innere Zuſtände betrachtet. In Irland kommen auf etwa 500,000, zur engliſchen Kirche gehörende Einwohner 4 proteſtant. Erzbiſchöfe, 22 Biſchöfe und eine zahlloſe Menge von Dechaneien und Rectoraten, mit einem jährlichen Einkommen von 1,300,000 Pfd. St. Dafür leiſten ſie dem Staate nicht das Geringſte, und das in tiefſter Armuth lebende iriſche Volk muß ſeine katholiſche Geiſtlichkeit außerdem noch er⸗ halten. Es bedarf wohl nicht der näheren Auseinander⸗ ſetzung, welche Erleichterung mit dieſen ungeheueren, zum Theil vergeudeten Summen der ärmeren Bevölkerung, die

man im Schmutz, im Elend, im Hungertode verkommen läßt, könnte gewährt werden! Wohl wurden dann und wann,

ſo zur Zeit des berühmten Miniſters Fox, zur Steuerung dieſer entſetzlichen Mäßſtände ſachgemiße Vorſchläge gemacht. Sofort aber ſchrieen auch die großen engliſchen Landherrn⸗ familien in Irland, welche dieſe reichen Stellen als ihr Eigenthum, als Verſorgungsanſtalt für ihre jüngern Söhne

kein Federvieh, weder Ziege noch Schwein und muß ſeinen V Unterhalt lediglich aus ſeinem kurzen Taglohn, der höchſtens auf 1 Shilling(10 Sgr.) ſteigt, beſtreiten. So kommt es, daß Hungersnoth und anſteckende Seuchen fortwährend, ſelbſt in fruchtbaren Landſtrichen, wie Munſter, Leinſter und Limmerick, herrſchen, wo der Boden ſo dankbar iſt, daß er nur geringen Düngers bedarf, um die reichſten Ernten zu tragen. Die jetzt wieder im Schwange gehenden Aus⸗ pfändungen und executoriſchen Verkäufe können nur noch eine Zeit ihren Fortgang nehmen, nicht aber ihren Zweck eerreichen; bald werden die Farmer dritter Claſſe einer nach dem andern wegen Inſolvenz davon gehen; es bleibt ihnen keine Ausſicht, als das Schuldgefängniß, oder die Nothwendi g keit, mit ihren Familien auszuwandern. Das Letztere abe⸗ iſt es es, was, wenn nicht die Regierung, doch die von derr ſelben begünſtigten engliſchen Beamten und ſonſtige Ariſtokratie nur zu gern ſieht!

Seitdem Lord Sarnsfield, der Nachkomme eines hoch berühmten altiriſchen Geſchlechts, nach der Capitulation von Limmerick in der Hälfte des vor. Jahrhunderts mit 30,000 Mann auswanderte, die theils Frankreich, theils Spanien zum neuen Vaterlande erwählten, und in etwas ſpäterer Zeit die Barone St. Roche und Wittingham mit einer nicht viel geringeren Zahl Verbannter ihnen folgten, hat das eigentliche Vertilgungswerk der Irländer ſeinen ‚Anfang genommen. Seitdem haben Millionen obdachloſer Iren ihre Zuflucht in fernen Weltheilen geſucht.

Es waren die iriſchen Lords O'Donnel, O'Brien, Fitzge⸗ rald und andere ihnen gleichgeſinnte Männer, die in dem letz⸗ ten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts, begeiſtert vom reinſten Nationalgefühl, dem Elend ihres ſo tief erniedrigten Volks und (der Auswanderung ein Ziel zu ſtecken unternahmen. Unter franzöſiſchem Beiſtande hofften ſie Irland die Selbſtſtändigkeit zu erringen. Der Bund der United Irishmen war wohl organiſirt; tüchtige Männer wie die Lords O'Brien und

O'Donnel ſtanden im Norden an deſſen Spitze, Lord Edward Fitzgerald, ein Mann von höchſtem Seelenadel und aus⸗ gezeichnet durch bedeutendes militäriſches Talent, der Leiter