Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
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geputzt hatte, daß er gar nicht fürchterlich, aber wohl recht ſchön war. Da grüßte er mich gar höflich, und ich hieß ihn gar freundlich willkommen, und war er auch ganz unkeck(verzagt), daß ich nicht wußte, was ich davon halten ſollte. Da ſetzte ich ihm Meth und Brod vor, das bei uns Sitte iſt, und hieß ihn niederſitzen. Er ſagte mir, daß es heute ſchönes Wetter wäre, und daß er auf Haſenbeizen ausgeritten, kam aber bald auf etwas Anderes und fing einen gar höflichen Scherz mit. mir an, und ſagte mir, daß ich gar ſchön wäre, auch daß man mich in der ganzen Stadt wegen Frömmigkeit und Ehrbarkeit gar hoch und werth hielt, das mir lieb ſein ſoll, wenn es wahr iſt; auch ſagte er, daß es kein Wunder wäre, wenn ſich viele Freier an mich machten und mir Liebe bewieſen, darauf ich ihm wieder Scherz vergolt, und mit Scherz und Scherz rückte er mir näher und gab mir einen Kuß; da ward ich feuerroth, ſprang auf und that, als ob ich recht zornig wär, das ich im Ernſt nicht war, wie ich dir im Vertrauen wohl ſagen mag. Da ſagte ich: Nun, Herr Ritter, was ſoll das ſein? Seid ein wenig zu kühn für's erſtemal, da ich euch zu mir kommen heiße, und mögt ihr wohl denken, das ich Wittfrau ſei. So fuhr er aber im Scherz fort und ſprach: Daß er wohl wiſſe, wer ich ſei. Sei die Frau, die er gar ſehr liebe, und der er zu Dienſt leben und ſterben wollte. Sollte ihn doch in meine Dienſte aufnehmen, ſo wollte er mir recht treu dienen. Könnte mir ſagen, daß er keine Raſt noch Ruhe hätte, ſeit er mich das erſtemal bei meinem Bruder geſehen, und wo er hingehe, da gehe ich in ſeinem Sinn auch mit, und wo er ſich auf halte, da habe er mein Bild im Herzen. So ſollte ich einmal ſeiner Unruhe ein Ende machen, ſeine Liebe erhören und ihn wählen. Da ſagte ich zu ihm, und glaube, daß ich recht einfältig dabei ausgeſehen, obwohl ich ſchon gefaßt darauf geweſen: Hörte da, daß er mich lieb hätte, und daß er wünſchte, mich zu heirathen, ſo müßte ich ihm geſtehen, daß ich das längſt gemerkt hätte, da er mir ſchon mehrmalen es bewieſen. So wollte ich ihm nicht verhalten, daß ich ihn, ſeit ich ihn kenne, für einen frommen, feſten und ehrbaren Ritter angeſehen, der meiner Gunſt und Liebe wohl werth wär, wie mir ihn auch viele gar ehrbare Leute gelobt und geprieſen hätten. Da es ihm nun, wie ich ſähe, um mich gar Ernſt wär, ſo wollte ich ihn nun auch nicht länger mit Unruhe quälen und ihm geſtehen, daß er mir lieb wär, und daß ich ihm meine Treue nicht verſagen wollte. Da

kannſt du nicht glauben, liebe Teutiche, wie froh der Ritter auf die Worte gethan, auch kann ich es dir nicht beſchreiben. Da fiel er auf die Kniee vor mir

Jeitung.

nieder, und küßte mir die Hände, ſtand darauf auf und dankte mir, konnte aber faſt nicht reden, ſo war er voll Freude; darauf hieß ich ihn niederſitzen, und ſprachen wir noch Manches mit einander, und kann ich ſagen, daß er ein gar vernünftiger und höflicher Ritter iſt, daß ich ihn auch recht lieb gewonnen habe, daß ich mich auch nicht ſchäme, dir das zu geſtehen. Da ſtellte ich ihm meinen Kleinen vor, den nahm er auf den Arm und that gar freundlich mit ihm und küßt ihn recht herzlich, und das Kind war auch zu ihm gar freundlich und liebkoſte ihn, wie wenn es ſein Vater wäre, hieß ihn auch Vater, wie ich es vorſagte. Da ſchenkte er ihm ein goldnes Kettlein, mir aber ſchenkte er Ohren-Spangen und Arm⸗Bande, die gar köſtlich ſind, und einen gar ſchönen Finger⸗ ling, den er mir anſteckte, dafür ich ihm dankte, und ihm viel Gutes wünſchte. Darauf ſagte ich', daß er vergnügt ſein ſollte, aber Niemand noch ſagen möchte, daß ich ſeine Braut wär, weil ich noch ein 14 Tage warten wollte, ehe ich es bekannt machte, und da er mir das verheißen, ging er von dannen. So bin ich wieder Braut und zwar ſo, daß ich ganz anders muß hauſen lernen, das mir doch ſo hart nicht fallen wird. Zwar iſt es wohl wahr, daß ich muß aus der Stadt und von meinen lieben Freunden fort, und auf's Land ziehen, da der Ritter ſich zu Seyfrieds⸗ berg auf ſeiner Burg aufhält, ſo iſt es aber nicht weit, und kann ich alle Tage Nachricht aus der Stadt haben, auch dahin kommen, ſo oft und wenn ich will. Doch bin ich gewohnt auf dem Lande zu ſein, bin auch mit meinem lieben Hainz, den Gott tröſt, mehr auf dem Lande als in der Stadt geweſen. Darum wird es mir auch ſo wunderbar nicht vorkommen. Werde doch wohl Neider haben, weil das wohl der Welt Brauch iſt und werden allerlei Böſes von mir ſagen, darnach ich nicht fragen will, zumal ich ein gut Gewiſſen habe, das mich ſoll tröſten. Aber jetzt muß ich ſchließen, weil es recht ſpat iſt. Gute Nacht, liebe Teutiche. Hoffe doch, der Brief wird dich auch freuen. XV.

Biſt wohl eine recht gute Frau, liebe Teutiche, und Ritter Fritz iſt auch ein recht guter Mann, den ich gar lieb habe, da ihr eine ſolche Freude gehabt, daß ich Braut bin. Meine Heimlichkeit iſt bald aus⸗ geweſen. Habe keinem Menſchen nichts geſagt als meinem Bruder und meiner Schwägerin und doch hat man den Tag darauf in der ganzen Stadt davon geredet und alles davon gewußt, auch daß er bei

Nacht gekommen ſei und wer ihn hereingeführt habe,

muß wohl meine Magd eine Schwätzerin geweſen ſein, ſo ſehr ich es verboten habe, etwas davon zu

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