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einiger Zeit bereiſte ein Geiſtlicher der anglikaniſchen Kirche, Farrar, einige Grafſchaften, um ſich über den ſittlichen Zu⸗ ſtand des Volkes näher zu unterrichten. Er fand, daß an 40,000 Menſchen den Namen Gottes nicht kannten, und er hat über ſeine Beobachtungen in der Anthropologiſchen Ge⸗ ſellſchaft zu London einen Vortrag gehalten. Solchen Ver⸗ hältniſſen gegenüber erſcheint es eigenthümlich, daß man in England jährlich etwa 10 Millionen Thaler auf auswärtige Miſſionen, z. B. auch zur Bekehrung der Iuden, der orien⸗ taliſchen Chriſten ꝛc. verwendet. 5.
Ein Betrug.
Ein alter, reicher Mann, dem es am Herzen lag, ſeinen letzten Willen allen Formen des Geſetzes gemäß aufgeſetzt zu ſehen, damit derſelbe nach ſeinem Tode nicht beſtritten werden könne, der aber auch keine Luſt hatte, die Gebühren für die Entwerfung ſeines Teſtaments zu bezahlen, bediente ſich zur Ereichung des letztern Zweckes des folgenden Mittels. Er ließ einen ausgezeichneten Rechtsgelehrten zu ſich rufen, dem er die zur Abfaſſung ſeines letzten Willens nöthigen Anweiſungen gab und dabei anordnete, daß ein Legat von 100 Pfd. St. für den Rechtsgelehrten ſelbſt darin eine Stelle finden ſollte. Als das Teſtament regelrecht entworfen war, fragte der Teſtator den Sachwalter nach dem Betrag ſeiner Gebühren, die aber unter den obwaltenden Umſtänden und im Hinblick auf das Legat abgelehnt wurden. Kaum hatte aber der Sachwalter den alten Mann verlaſſen, als der Letztre das Teſtament ſorgſam copirte, aber ohne die Clauſel des Legats von 100 Pfd. St. in daſſelbe aufzunehmen, worauf er dieſe Copie gerichtlich deponirte. C.
— Misrellen. Engliſche Blätter berichten, daß Lady Gwendoline H. Muur, die junge und liebenswürdige Tochter des Herzogs von Somerſet, ſich mit Sir John Ramsden vermählt hat, dem jungen Yorkſhire-Baronet, welchem der Grund und Boden gehört, auf dem die ganze Stadt Huddersfield, mit Ausnahme eines einzigen Hauſes, erbaut worden iſt. Sir John hat fabelhafte Summen für dieſes Grundſtück geboten, aber vergebens. Daſſelbe gehört einem alten Quäker, der auf den Antrag Sir John's, es ihm abzukaufen, entgegnete: „Wenn Fremde Dich fragen, wem die Stadt Huddersfield gehöre, ſo kannſt Du antworten, ſie gehöre Dir und mir.“ Der Baronet erbot ſich, dem Beſitzer ſo viele Sovereigns für das Land zu geben, daß das ganze Eigenthum damit be⸗ deckt ſei, worauf der Quäker ihn fragte:„Willſt Du die Sovereigns auf den Rand ſtellen?“ Es iſt vielleicht ganz überflüſſig zu erwähnen, daß der Baronet das ablehnte, und in Folge deſſen iſt der Beſitz der Stadt Huddersfield noch immer zwiſchen Sir John Ramsden und dem Qüäker ge⸗ theilt. C. Artemus Ward erzählt in Bezug auf die Aufführung der Lady of Lyons im Theater in Utah, der Stadt am Salz⸗ ſee:„Ein bejahrter Mormone ſtieg auf und ging mit ſeinen vierundzwanzig Frauen fort, indem er ärgerlich erklärte, er wolle hier nicht ſitzen und ein Stück aufführen ſehen, worin ein Mann wegen einer einzigen Frau ſo viel Lärm und Auf⸗ hebens mache.“
Adelina Patti hat jetzt ein fürſtliches Einkommen, denn daſſelbe beläuft ſich durchſchnittlich jährlich auf 25,000 Pfd. St. Als Kind von acht Jahren trat Adelina zum erſten Mal
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in Newyork öffentlich als Sängerin auf, wo ſie auf einem Tiſche ſtand, um von dem Publicum geſehen werden zu können. Von ihrem dreizehnten bis zum ſechzehnten Jahre gab ſie jedes regelmäßige Studium auf und lernte die Opern blos, indem ſie dieſelben in den Vorſtellungen ihres Schwagers hörte. Im Alter von ſiebenzehn Jahren beſaß ſie eine voll⸗ kommene Kenntniß von neunzehn Opern und im November 1859 trat ſie in Newyork zum erſten Mal in Lucia auf; am 14. Mai 1861 in London in der Somnambule; am 17. No⸗ vember 1862 in Paris in derſelben Oper. Ein einziges Concert in London trug ihr 2000 Pfd. St. ein, während die Griſi in einer Theatervorſtellung nie mehr als 2400 Pfd. St. einnahm. Die Taglioni erhielt einſt in Petersburg füreinen Abend 8000 Dollars. Baron Rothſchild ſandte der Adelina Patti für zwei Lieder, die ſie in ſeinem Hauſe geſungen hatte, 400 Pfd. St. Von der italieniſchen Oper allein erhielt ſie in einer Saiſon 24,000 Pfd. St. La Diva hat den Stein der Weiſen gefunden und iſt im Beſitz deſſelben. C.
Vom deutſchen Büchermarkt.
Deutſches Magazin für Garten⸗ und Blumen⸗ kunde. Von Wilhelm Neubert. Stuttgart, Verlag von Guſtav Weiſe.
In ſeinem 18. Jahrgange liegt uns dieſes höchſt nütz⸗ liche Unternehmen vor, und wenn man denſelben mit früheren Jahrgängen vergleicht, ſo läßt ſich die erfolgreiche Steigerung in dem Beſtreben der Redaction und Verlagshandlung nicht verkennen. Das Blatt, welches monatlich eine Lieferung in Heften von zwei Bogen bringt, iſt durch farbige und ſchwarze Illuſtrationen unterſtützt und ſein reichhaltiger Inhalt erhält die Abonnenten in Bezug auf die Fortſchritte in der Garten⸗ kultur mit Umſicht auf dem Laufenden. Daneben werden nicht nur die Ausſtellungen und deren Ergebniſſe beſprochen und vielerlei Anregungen für denkende Gärtner und Blumiſten geboten, ſondern es gehen hin und wieder auch größere Artikel auf den Urgrund der Wiſſenſſchaft und neueren Forſchung im Gebiete der Vegetation zurück. Allen, welche ſich für die Flora intereſſiren, kann dieſe billige Monatsſchrift beſtens empfohlen werden. O. B.
Deutſch⸗Amerikaniſche Monatshefte. Redigirt von Rudolf Lexow. New⸗York, Expedition des belle⸗ triſtiſchen Journals.
Der Drang der Deutſchen und beſonders der gebildeten Deutſchen in Amerika, zuſammenzuhalten und der deutſchen Intelligenz inmitten der großen neuen Heimath eine Stimme zu verſchaffen, iſt ein ſehr natürlicher und lobenswerther. Es exiſtiren bereits mehre ähnliche literariſche Unternehmungen in Amerika und wir müſſen denſelben für viele Aufklärungen dankbar ſein, welche ſie uns über amerikaniſches Leben und Treiben, ja über die dortigen politiſchen Zuſtände gewähren. Wir ſind in der deutſchen Zeitungspreſſe eben nicht reich an unparteiiſchen Beurtheilungen aller ſich an dieſe Dinge knüpfenden Fragen und haben nicht immer zur Hand, was in andern Literaturen Europa's, z. B. der engliſchen, darüber geſagt wird. Amerika ſelbſt iſt in Angabe von Zahlen und Daten nicht ganz zuläſſig und ſeine Auffaſſung der Politik und Geſchichte iſt beinahe eine merkantil⸗technologiſchezu nennen.
Ich bin weit entfernt, ausſprechen zu wollen, daß die deutſchen in Amerika lebenden Autoren das hier angedeutete. Fehlende etwa genügend nachholen, aber was ſie nicht zu ſagen vermögen oder was ihnen nicht zu melden einfällt, kann man oft zwiſchen den Zeilen leſen.


