Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
373
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Vierte Solge. 373

Napoleon Buonaparte einen anderen Monk. Indeſſen vermied der Mann, auf den die ganze Macht der Revolution übergegangen war, er, den man das Schickſal der Könige und den Friedensſtifter von Eu⸗ ropa nannte, ſorgfältig jede Gelegenheit, wodurch jene Meinung hätte geſtört werden können, indem er ſich hütete, irgend ein anderes Zeichen von Gewalt äußerlich zur Schau zu tragen, als eben dasjenige, welches dem zöfiſden eines Freiſtaates gebührte.

Eines Abends, als ſich der erſte Conſul in ſein Arbeitscabinet zurückgezogen hatte, während die Da⸗

men ſeiner Familie im Salon mit den Generälen

Rapp, Beſſiéres, Lannes und Lebrün den Kaffee ein⸗ nahmen, machte Madame Murat den Vorſchlag, das Theater zu beſuchen, um das große Oratorium von Haydn zu hören, welcher damals die Looſung des Tages geworden war. Einſtimmig wurde der Vor⸗ ſchlag angenommen, und Lannes, des Conſuls Lieb⸗ ling, wurde an dieſen abgeſchickt, um ihn einzuladen, an der Partie Theil zu nehmen. Buonaparte er⸗ klärte ſich bereit dazu. Die Escorte wurde beordert, die Wagen fuhren vor, und Madame Buonaparte, die noch zögerte, während der tapfere Rapp beſchäftigt war, der ſchönen Frau den Shawl in der maleriſch⸗ orientaliſchen Weiſe umzulegen, wie er es in Egypten geſehen, wodurch der Kopf der lieblichen Creolin wie aus dem Schleier einer Veſtalin herausblickte, wurde von ihrer nicht weniger liebenswürdigen Schwägerin wiederholt zur Eile gemahnt, mit der Bemerkung, daß der Conſul etwas ungeduldig ſeiner Gemahlin bereits am geöffneten Schlage harre.

Dieſer Beſuch, obgleich gänzlich improviſirt, war vom Publikum in Folge gewiſſer umlaufender Ge⸗ rüchte an dieſem Tage erwartet. Das Haus war daher, ſowohl in dieſer Erwartung, als wegen Haydn's Meiſterwerkedie Schöpfung ſchon zu einer unge⸗ wöhnlich frühen Stunde bis zum Erdrücken angefüllt.

Lange vorher, ehe der erſte Bogenſtrich im Or⸗ cheſter ertönte, hatte die Ankunft einer fremden Dame von hohem Range die Aufmerkſamkeit des Logenſchlie⸗ di⸗da dathe in Anſpruch genommen. Laut, ſo daß es weit durch das Proſcenium tönte, rief der Inſpector aus ſeinem am Haupteingange gelegenen Büreau einer Logenwärterin zu:Citoyenne ouvreuse, la loge s'il vous plait de Son Altesse la principesse de Fürstenberg!

Da es der erſte Abend war, an dem Ihre Durchlaucht, die Gemahlin des öſterreichiſchen Ge⸗ ſandten, die Oper beſuchte, klang ihr Titel gar ſüß in die Ohren der Hausofficianten. Alle zum Theater gehörenden Perſonen ſind ja in der Regel Ariſto⸗ kraten, und der Ruf:La loge de Son Altesse la

principesse verbreitete ſich wie ein endloſes Echo durch die weiten Corridore und Säle, während die citoyenne ouvreuse, ſich ehrerbietig vor der Für⸗ ſtin verneigend, die Logenthür weit öffnete, den ſammet⸗ beſchlagenen Seſſel vorſchob, die Polſter ordnete, die Vorhänge zurückzog und das Textbuch auf die Brüſtung legte.

Anſcheinend war die Fürſtin eine wirklich deutſche Fürſtin. Voll, blond und friſch, ſchien ſie für eine Dame, die bereits über des Lebens Blüthe hinaus war, noch nicht ohne alle Anſprüche und hatte des⸗ halb ihr etwas übervolles embontpoint mit allen Reizen einer hervorhebenden Toilette geſchmückt. Durch ihr geräuſchvolles Eintreten in die Loge hatte ſie die Aufmerkſamkeit einer Gruppe von Officieren auf ſich gezogen, die im Parterre ſcherzend und lachend den Anfang der Muſik erwarteten. Betroffen blickte be ſonders ein Herr unter ihnen hinauf, der jedoch nicht ihres Standes zu ſein ſchien. Kaum hatte dieſer, ein Mann von entſchieden britiſcher Haltung, ausſtaf firt nach den Muſtern des allerneueſten Modejournals, die hohe Dame etwas näher ins Auge gefaßt, als er eilig ſeine Gefährten verließ und, ohne das Abwehren der Logenſchließerin zu beachten, in die erſte Rang⸗ Loge ſtürzte, mit dem Ausrufe:Mächte des Himmels, darf ich meinen Augen trauen, Lady Hamilton, ſind Sie es wirklich? Bei Gott, fuhr er in Extaſe fort, das iſt zu viel Glück für einen Sterblichen, wie ich bin! Dann ſchloß er die Thür und druͤckte die ihm dargebotene feine Hand an ſeine von einem ſtattlichen Schnurrbarte beſchatteten Lippen, unter dem faſt über⸗ lauten Rufe:Ich hoffe, Mylady haben mich nicht ver⸗ geſſen?

Lord Kilkolman, wenn ich nicht irre, entgeg⸗ nete die Dame in etwas gemeſſenem Tone. Der An⸗ geredete verneigte ſich ſchweigend. Und nachdem ſich die erſte, durch die plötzliche Erſcheinung des Lords ſie überkommene Ueberraſchung gelegt hatte, heftete ſie einen etwas ſarkaſtiſchen Blick auf den Eindringling, indem ſie fortfuhr:Wirklich, ich konnte mich im al lererſten Augenblicke Ihrer Perſon nicht entſinnen. Sie ſind auffallend abgemagert, Mylord, und bis zur Unkenntlichkeit braun geworden.

Auch Sie, verehrte Freundin, haben ſich ver⸗ ändert, aber, beim Jupiter! nur zu Ihrem Vortheil. Auf Ehre, Ihro Gnaden ſind tauſendmal ſchöͤner als je zuvor. Moͤge ich ſterben, wenn ich mir zu ſchmei⸗ cheln erlaube.

Ich hörte, Sie wären geſtorben, Lord Kilkol⸗ man erwiderte die Dame, indem ſie gleichgültig in dem vor ihr liegenden Textbuche blätterte.

Es war nie ein Grund zu dieſem Gerücht vor⸗