Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
302
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Rovellen⸗

von Heſſen-Kaſſel hatte nämlich den Begründer des Hauſes Rothſchild, Mayer Amſchel, ſchon lange vor der franzöſiſchen Revolution durch Geſchäfte in alten Münzen kennen gelernt und benutzte denſelben als Agenten, um ſeine Zinſen aus der Londoner Bank zu erheben, welche dort von den in Folge der Menſchenfleiſchlieferungen von England gezahlten Capitalien fällig wurden. M. A. Rothſchild zog für die Summe Wechſel auf das engliſche Bankierhaus van Notten, welches Vollmacht des Landgrafen zur Erhebung der Zinſen hatte. Beim Jahres⸗ ſchluß berechnete ſich Rothſchild mit dem Landgrafen und hatte, abgeſehen von der nicht unbedeutenden Proviſion, auch noch den Nutzen, fortwährend mit den Geldern des Landgrafen ſpeculiren zu können, was er auch in ſeiner unermüdlichen, ſcharfſinnigen und dabei noch durchaus rechtlichen Weiſe mit dem glücklichſten Erfolge that. Die Erwerbung ungeheurer Summen wurde dem M. A. Rothſchild ſpäter dadurch mög⸗ lich, daß es ihm gelang, den Landgrafen dazu zu bewegen, daß er die Vollmacht dem Hauſe van Notten entzog, der die⸗ ſelbe dem zweiten Sohne Rothſchild's, Nathan, übertrug, der auf Grund derſelben Capital und Zinſen einzog. Als nun die engliſche Regierung ihre Armee in Spanien zu unterhalten hatte und kein chriſtlicher Bankier die Lieferung des Geldes von England nach Spanien übernehmen wollte, da übernahm M. A. Rothſchild dieſe Lieferung gegen hohe Proviſion und leiſtete mit den unter Einwilligung des Eigenthümers erhobe⸗ nen landgräflichen Fonds die geforderte Caution, bei der Nie⸗ mand ſein eigenes Vermögen wagen wollte. Das Glück be⸗ günſtigte Rothſchild's Unternehmen, die Geldſendungen kamen unverſehrt an. Auf dieſe Weiſe verdiente Rothſchild während der Dauer des ſpaniſchen Feldzugs, alſo während acht Jahren, jährlich drei bis vier Millionen. Die Möglichkeit, eine ſo hohe Caution zu leiſten, und die pünktliche Geſchäftsbeſorgung veranlaßten hierauf die engliſche Regierung, den europäiſchen Fürſten die enormen Subſidien während des Continentalkrie⸗ ges durch das Haus Rothſchild zu übermitteln, wodurch deſſen Anſehen und Reichthum zuſehends wuchſen. Von dieſer Zeit an, nämlich ſeit dem Wiener Frieden, nahmen die Rothſchilds Theil an allen Geldoperationen und Anleihungen der wieder eingeſetzten Dynaſtien und wurden von Tag zu Tage mächtiger. Auch Frankreich betheiligte ſich am amerikaniſchen Kriege, allein mit weniger Opfern an Menſchen und auf der den klei⸗ nen deutſchen Fürſten entgegengeſetzten Seite. Während dieſe lediglich aus Rückſicht auf ihren Beutel als gefügige und willenloſe Werkzeuge einer an ſich ſchlechten und unglücklichen Politik keine politiſchen Zwecke und Intereſſen kannten, er⸗ oberte dagegen Frankreich mit den 6000 Mann, die es der jungen Republik zu Hülfe ſchickte, ſeine durch den ſiebenjähri⸗ gen Krieg erſchütterte Weltmachtſtellung wieder. Frankreich ließ es ſich zwar Millionen über Millionen koſten, es gewann aber dafür Ehre, Anſehen und Macht. Deutſchland nahm Millionen und Millionen ein; es verlor aber dadurch den letzten Reſt von politiſcher Bedeutung und ſank zum Spott von Freund und Feind herab. Die paar Tauſend Franzoſen, die unter Rochambeau die Taufpathen eines mächtigen Frei⸗ ſtaates wurden, haben bewirkt, daß, ſo lange es Vereinigte Staaten von Amerika geben wird, die franzöſiſchen Waffen und der franzöſiſche Name hier jeder Zeit geehrt und gefeiert daſtehen werden. Die 30,000 Deutſchen dagegen Haben als die bezahlten Schergen engliſcher Anmaßungen nicht allein ſich den Haß zugezogen, der in erſter Linie das Mutterland traf, ſondern zu dieſem Haß noch die Verachtung auf ſich ge⸗ laden, welcher ſich Jeder ausſetzt, der ſich um ein ſchnödes

Trinkgeld zur Unterdrückung der Freiheit mißbrauchen läßt.

Zeitung.

Noch heute iſt im Munde eines Amerikaners der NameHeſſe eines der verächtlichſten Schimpfworte, welches einen feilen verkäuflichen Menſchen bezeichnet, und noch heute leidet unſer Volk unter dem Fluche jenes nichtswürdigen Handels. Denn in dem internationalen Verkehr handelt es ſich nicht um die Anſichten, Wünſche und Beſtrebungen der ein Volk bildenden Individuen, ſondern um den Ausdruck, den ſein inneres na⸗ tionales Leben in der Politik thatſächlich gewinnt. Darum können auch im vorliegenden Falle nicht Schiller, Leſſing, noch Friedrich der Große unſere Vertheidigung übernehmen und unſere Nation von aller Schuld rein waſchen, denn das Ausland wägt uns nach dem, was die kleinen Fürſten geſün⸗ digt haben.

Bleibt es unter dieſen Umſtänden ein Troſt, ſich ſagen zu können, daß wenigſtens die alſo verkauften Soldaten tüch⸗ tig und tapfer waren und dem alten militäriſchen Rufe der Heimath in Amerika alle Ehre machten? Wohl ſchwerlich! Jede tapfere That, die ſie verrichteten, jeder Erfolg, den ſie mit dem Einſatz ihres Lebens erkämpften, war für das Vater⸗ land verloren oder wenigſtens nicht errungen. Wohl hat der amerikaniſche Krieg herrliche Thaten der Einzelnen geſehen, die, für eine beſſere Sache vollbracht, den Namen ihres Ur⸗ hebers in Lied und Sage verherrlicht und für alle Zeiten als volksthümliche Geſtalten verewigt hätten; aber das gerade war der Fluch der böſen That der Fürſten, daß ſelbſt die Hel⸗ dengeſtalten unter den verkauften Truppen ungenannt und ungekannt in ein ruhmloſes Grab ſanken. Wer, außer dem engen Kreiſe kriegsgeſchichtlicher Fachſchriftſteller, kennt heute noch die tapferen Jägerſtückchen des Hauptmanns Emmerich in Amerika, wer meldet den Ruhm des umſichtigen und kühnen Ewald, wer weiß vom heldenmüthigen Hauptmann Schaller, der mit dreißig Mann einen Poſten gegen einen ihm fünfzig⸗ fach überlegenen Feind glücklich vertheidigte, oder vom tapfern Waldecker Oberſten Hankleden, der an der Spitze ſeiner Trup⸗ pen gegen die Spanier in Florida fiel? Wer endlich hat vom braven Sergeanten Rübenkönig gehört, der, gleich dem Capi⸗ tain d'Arras vom franzöſiſchen Regiment d'Auvergne, in der Gewalt des Feindes und von dieſem mit augenblicklichem Tode bedroht, trotzdem ſeine Pflicht höher achtete, als ſein Leben, und ſein Regiment durch ſeinen Zuruf rettete? Den Franzoſen rühmte Geſchichte und Gedicht; ſein dankbares Vaterland nahm ſich ſogar in der Revolution ſeiner Wittwe und Kinder an; den Namen des braven heſſiſchen Unteroffi⸗ cieres dagegen meldet kein Lied, kein Heldenbuch.

Ja, ſelbſt Donop iſt vergeſſen, der tapfere heſſiſche Oberſt, der uns den tragiſchen Schmerz des Helden über ſeinen frühen Tod und über ſeine Hinopferung für fremde Zwecke ergreifend vor Augen führt. Er hatte an der Spitze ſeiner Brigade, zu Fuß und den Degen in der Hand, den Sturm gegen Fort Redbank am Delaware unternommen, wurde aber von einer Kugel zu Boden geſtreckt. Hülflos lag er unter einem Haufen von Leichen, als der Vertheidiger des Forts, der franzöſiſche Ingenieur Hauptmann Mauduit de Dupleſ⸗ ſis, ihn fand und in das benachbarte Haus eines Quäkers ſchaffen ließ, wo der Sterbende noch drei Tage mit dem Tode rang. Dort auf dem Schmerzenslager in der einfachen Quä⸗ kerwohnung und im Frieden des amerikaniſchen Waldes, fern von dem Flitter und Tand der Welt, ſchwebten zum letzten Mal die Bilder der Vergangenheit, der Glanz ſeiner Jugend, die Pracht des europäiſchen Hoflebens und die ſtolzen Ziele ſeines Ehrgeizes vor dem Geiſte des tapfern, erſt ſiebenund⸗ dreißigjährigen Soldaten vorüber. Sein Blick klärte ſich und ſein Verſtand unterſchied zwiſchen dem Weſen und dem

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