Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
298
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in der Königl. Akademie gehaltenen Rede, das Bild als das beſte Frauenportrait bezeichnete, welches die neuere Kunſt überhaupt aufzuweiſen habe.

Mrs. Siddons war noch ſehr jung, als ſie nach London kam und Garrick vorgeſtellt wurde, der da⸗ mals auf der Höhe ſeines Ruhmes ſtand. Er nahm ſie mit großer Frenndlichkeit auf und ſtellte ihr Talent weit über das der übrigen Schauſpielerinnen ſeiner Geſellſchaft; der Neid und die Eiferſucht dieſer Damen zwang ihn aber, ſie bald wieder zu entlaſſen. Meine Mutter empfand darüber einen ſolchen Kummer, daß ſie in eine lebensgefährliche Krankheit verfiel, von welcher ſie ſich nur ſehr langſam wieder erholte. Der längere Aufenthalt, den ſie zu dem Zwecke in dem damals ſehr beſuchten Bath nehmen mußte, um die dortigen Heilquellen zu gebrauchen, übte auch auf ihr Talent einen günſtigen Einfluß, da ſie in hochgebildete ariſtokratiſche und künſtleriſche Kreiſe kam, welche ihre Beſtrebungen in jeder Weiſe förderten und ſie er⸗ muthigten, feſt auszuharren in der eingeſchlagenen Laufbahn, deren Beginn ihr ſo traurige Erfahrungen gebracht hatte.

Nach Garrick's Tode(1779) wurde ſie nach London zurückberufen, und ihr Debut als Jſabella in der Fatal Marriage wurde für ſie zu einem glänzenden Triumphe. Von der Zeit an wurden ihre Erfolge und Auszeichnungen nicht mehr unterbrochen, ſondern wiederholten ſich, ſo oft ſie auftrat. Die letzte be⸗ geiſterte Ovation, welche durch den allgemeinen, kaum zu überbietenden Enthuſiasmus, der ſich dabei kundgab, alle übrigen krönte, wurde ihr zu Theil, als ſie 1812 in der Rolle der Lady Macbeth Abſchied von den Bretern nahm. Aehnliche Auszeichnungen hat wohl kaum je eine andere Künſtlerin erfahren. Es wurden ihr von dem glänzenden und zahlreichen Publicum vor, während und nach der Vorſtellung Beweiſe von

Novellen⸗

Zeitung.

Verehrung gegeben und Huldigungen gebracht, wie man ſie ſonſt nur einer geliebten Fürſtin zu bringen pflegt...

Die Journale jener Zeit haben oft von dem unglaublichen Zudrang berichtet, den das jedesmalige Auftreten der Mrs. Siddons hervorrief und wobei es zu wiederholten Malen geſchah, daß, trotz der um⸗ ſichtigen Vorſichtsmaßregeln George Barrington's, des berühmten Chefs der Londoner Polizei, Menſchen im Gedränge erſtickt wurden. Die Memoiren Thomas Campbell's(Verfaſſer der Pleasures of Hope) geben gleichfalls Zeugniß von der allgemeinen Beliebtheit und Verehrung, deren die große Künſtlerin ſich er⸗ freute, ſowie von dem Zauber, welchen ſie durch ihre hervorragendſten Schöpfungen übte....

Von ihrer wiederſchaffenden Kunſt gab ſie eines Abends ein unumſtößliches Beiſpiel: Als der Dichter der Tragödie The Grecian Daughter- ſie zum erſten Mal in der Rolle der Euphraſia ſah, rief er plötzlich aus: Aber was iſt das? Dieſe Scene hab' ich ja gar nicht geſchrieben! Und doch, wie belebt ſie das Ganze! Wundervoll! Wunderbar!

Mrs. Siddons hatte, wie ſich bei einer echten Künſtlerin von ſelbſt verſteht, nicht ein einziges Wort mehr geſagt, als in der Rolle ſtand; einzig und allein durch ihre Haltung, ihre Mimik, ihr ausdrucksvolles Gebehrdenſpiel hatte ſie die Sphäre des dargeſtellten Gegenſtandes erweitert und erhöht und dem Charakter eine neue Seite abgewonnen, welche den Dichter ſelbſt überraſchte und zur Bewunderung hinriß. Wenn ſolche ſchöpferiſche Kraft nicht Genie iſt, ſo erinnert ſie doch ſehr an das Genie und kommt ihm ſehr nahe!

Georg IV. rief einmal nach einer längeren Unter⸗ haltung mit meiner Mutter nicht ohne Emphafe aus: «Sie iſt die einzige wahre Königin!

(Schluß folgt.) 1

Jeuilleton.

Napoleon auf der Inſel Elba. (Schluß.)

Der ganz militäriſche Charakter des Genies des Kaiſers läßt ſich in die Worte zuſammen faſſen:

Résoudre laborieusement, appliquer tres-vite. 4

Die Expedition wurde bis zum letzten Augenblick gcheim gehalten. Weder die, welche die Vorbereitungen zu. treffen hatten, noch die, welche daran Theil nehmen ſollten, kannten die Abſichten Rapoleon⸗ 8.

Vierundzwanzig Stunden vor dem Lichten der Anker

wußten in Porto⸗Ferrajo nur zwei Perſonen Bertrand und Drouot, um was es ſich eigentlich handle.

Die Sicherheit war ſo groß, daß der engliſche Commiſſar am 25. Februar glaubte, ſich von der Inſel Elba entfernen

zu können, um ſich nach Livorno zu begeben, wohin die Reize

einer ſchönen Italienerin ihn riefen.

An dem Abend desſelben Tages erſchien der Kaiſer im Theater und ebenſo wohnte er einem von der Prinzeſſin Pauline gegebenen Feſte bei. Er zeigte dort eine außeror⸗ dentliche Leutſeligkeit, die größte Heiterkeit; ſein Marmorge⸗ ſicht zeigte eine ganz ungewöhnliche Belebung. Der Adler fühlte, daß er ſich bald in die Lüfte erheben werde.

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