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Vierte Folge.
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. ochenchronik für Jiteratur, Auns
regelmäßig jeden Freitag.
Leipzig, am
IV. Jahrgang.
t, ſchöne Wiſſenſchuſten und Geſellſchaſt.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
11. Mai 1866.
Eine deutſche Perle.
Novelle von Bernd von Guſeck. (Fortſetzung.)
Kallenberg ging nicht auf geradem Wege zu ſeiner Schweſter, mit welcher er doch noch Manches zu be⸗ ſprechen wünſchte, ſondern er kehrte nach der nahen Salz⸗ quelle zurück, unbekümmert darum, ob ihm der Bergrath von ſeiner Bank nachſah. Die Muſik hatte ſchon ge⸗ endigt, die meiſten Trinker waren nach den letzten Bechern auf der vorſchriftsmäßigen Promenade be⸗ griffen, um ſich, wie der landläufige Badeausdruck lautet, ⸗das erſehnte Frühſtück zu verdienen⸗. Kal⸗ lenberg trat in die Halle, welche von Gäſten ganz leer war, nur in der Wandelbahn ſah er noch einige Paare im Geſpräch auf und abgehen: es waren alte Herren, denen es nur um das Gehen, nicht um die
Umgebung zu thun war; ihre Unterhaltung mochte ſich wohl um politiſche Streitfragen drehen, welche ſelbſt das Badeleben vergiften. An dem Baſſin ſtand noch das große, ſchöne Brunnenmädchen, die Arme jetzt müßig gekreuzt, ihre Stunde war noch nicht abgelaufen, ſie mußte warten, ob nicht ein verſpäteter Trinkgaſt doch noch verlangen werde, den Sprudel der Quelle in die durchſichtige Glasvaſe aufſteigen und daraus ſeinen Becher vollzapfen zu laſſen. Das Mädchen blickte ruhig in die Anlagen hinaus und der Aus⸗ druck ihres Geſichts veränderte ſich nicht, als Kallen⸗ berg raſch in den Trinkpavillon trat und ſich ihr nahte.
„Guten Morgen, Chriſtine!“ ſagte er mit einem Blicke, vor welchem jetzt doch die Falte zwiſchen ihren Brauen, welche ſein Anſtarren vorhin erzeugt hatte, ſich wieder erkennen ließ. Doch erwiderte ſie ſeinen Gruß, ohne eine Miene zu verziehen, beſcheiden und ruhig, wie ſie mit Jedermann zu ſprechen pflegte.
„Ich bin noch hier, Chriſtine..“ fuhr er fort.
Sie gab auf ſeine Rede nur durch eine kaum be⸗


