Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
239
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Platze, bis endlich der Zug erſchien. Voran ritt der Raths⸗ wachtmeiſter, es folgten ein paar Züge Cavallerie, dann der Verbrecher in gewöhnlicher Kleidung zwiſchen zwei Gefan⸗ genwärtern in offenem zweiſpännigem Wagen, dicht von der Infanterie umgeben. Den Zug ſchloß Cavallerie. Der Wagen fuhr in den von den Soldaten um das Blutgerüſt gebildeten Kreis, wo bereits ein anderer bedeckter Wagen hielt, der den Leichnam des Verbrechers wegzuführen beſtimmt war.

Der Delinquent ward ſodann auf das Schaffot geführt, dort erwarteten ihn Gerichtsperſonen und ein Geiſtlicher, der Scharfrichter und deſſen Knechte.

Der Verbrecher legte Rock, Weſte und Halsbinde ab, ward auf den Stuhl geſetzt und angebunden, eine Binde ward um ſeine Augen gelegt, Hals und Schultern entblößt. Nun warf der Scharfrichter ſeinen Mantel ab, erhob das blinkende Schwert und trennte mit einem Hiebe Kopf und Rumpf.

In dieſem Augenblicke brach das Publicum in lauten Ruf aus, denn ſeitdem der Verbrecher auf dem Schaffot er⸗ ſchienen, hatte ſich eine Todtenſtille über die unzählbare Menſchenmenge gelegt.

Der Leichnam ward in den Wagen geworfen, die Be⸗ amten entfernten ſich und die Menge zog laut ſchwatzend ab. Die Hinrichtung gab für einige Tage Stoff zum Stadtge⸗ ſpräch. Noch in den zwanziger Jahren erhielt der Delinquent für die Hinrichtung einen beſonderen Sterbeanzug, weiß mit ſchwarzen Schleifen; eine Schärfung der Strafe war es, wenn der Verbrecher auf einer Kuhhaut nach dem Richtplatze geſchleift wurde. 6.

Earl RKuſſell.

Als Lord John Ruſſell von ſeiner mißglückten diploma⸗ tiſchen Miſſion aus Wien zurückkehrte, machte der Eigenthü⸗ mer einer Zeitung ihm einen Beſuch, um ihm die Unterſtütz⸗ ung ſeines Blattes anzubieten. Man wies ihn in ein Zim⸗

Dierle

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feſtzuſetzen. Sie beantragen dann, eine beſtimmte Zahl etwa 25 unter denſelben auszuwählen, welche, im Verein mit den Vierzig, das Recht haben ſollen, bei der Wahl der Akademiker ihre Stimme abzugeben. Die gegen⸗ wärtigen Vierzig wollen nicht blos die Aſſociates, ſondern auch dieſe Fünfundzwanzig wählen. Das ſchließt ohne Zweifel eine große Roform in ſich ein; aber die ausſchließ⸗ liche Macht der Vierzig wird dadurch nicht ſehr vermindert werden. Heute beſchränken wir uns einfach auf die Mitthei⸗ lungen dieſer Thatſachen.

Jedenfalls ſtehen demnach der Royal Academy große V Veränderungen bevor. C.

Ein chineſiſcher Riefe und ein Zmerg in Mancheſter.

Am 12. März erſchien Chang Woo Gow, der chineſi⸗ ſche Rieſe, der ſeit ſechs Monaten ſich in London aufgehalten hat, in Mancheſter, wo er in dem Assembly-room der Free- trade Hall ſeine erſte Vorſtellung gab. Chang iſt von guter Familie und hat den Rang als Mandarin dritter Claſſe, weshalb er auf ſeiner Kopfbedeckung oben einen blauen Knopf trägt. Er ſoll einer Familie von Rieſen angehören und in China das Leben eines Rentners führen. Seine Reiſe nach England unternahm er auf den Ratb ſeines ſterbenden Vaters, der ihm empfahl,ſein Leben nicht in einer einzigen Straße zu verträumen, ſondern eine Reiſe durch die Welt zu machen und über das Neue, was er in fremden Ländern ſehen würde, ein Buch zu ſchreiben. Er ſoll erſt 19 Jahr alt ſein und iſt 7Fuß 9 ½ Zoll hoch und ſein Körper iſt in jeder Beziehung ſehr vorzüglich gebildet. In ſeinem Geſichte ſpricht ſich eine gefällige Würde aus, ſeine Bewegungen ſind graciös und in Folge ſeiner langen Glieder ſehr ſchnell. Nur ſeine Stimme iſt ſehr dünn, was ſeinen Grund darin haben ſoll, daß der Körper ſich noch nicht vollkommen entwickelt hat. Seine junge Frau von gewöhnlicher Körpergröße iſt eine chineſiſche Schönheit. Auf ihrem Geſichte zeigt ſich die Ruhe, welche

mer; der edle Lord fand ſich ſofort daſelbſt ein und nachdem er den etwas langen Antrag des Eigenthümers der Zeitung angehört hatte, erwiderte er ihm etwas ſtolz, aber höflich: Ich bin für die Güte Ihres Anerbietens nicht unempfindlich; aber ich habe es mir zur Regel meines politiſchen Lebens gemacht, den Tadel der Preſſe mir nie zu verbitten, noch mich um die Unterſtützung derſelben zu bewerben. Ich wünſche Ihnen guten Morgen. Die Anekdote iſt vollkom⸗ men wahr; denn der erwähnte Eigenthümer machte aus dem Erfolg ſeines Antrags gar kein Geheimniß; im Gegentheil erzählte er den Vorfall ganz offen, indem er zugleich ſeine Bewunderung für den edlen Lord ausdrückte. C.

Die Rayal Arademy in Londan.

DasAthenaeum ſagt:Die königlichen Akademi⸗ ker haben der königlichen Regierung endlich ihre Vorſchläge gemacht, und jetzt hat das Publicum ſich darüber auszuſpre⸗ hen, ob die vorgeſchlagenen Bedingungen vernünftige Grund⸗ lagen für eine Uebereinkunft darbieten. Gegen ein werth⸗ volles Stück Grund und Boden in Piccadilly wollen die Akademiker ihr gegenwärtiges Gebäude in Prafalgar Square räumen, und um den gerechten Ehrgeiz mancher Künſtler, die jetzt von ihren Reihen ausgeſchloſſen ſind, zu befriedigen, wollen ſie ihre Körperſchaft erweitern. Sie ſchlagen vor, die Claſſe der Aſſociates für jeden würdigen Künſtler zu eröffnen, und die Zahl derſelben durch keine beſtimmte Regel

den beſſern Claſſen im Orient ſo eigenthümlich iſt, doch ſo oft ſie lächelt, erſcheint ſie ganz ſo reizend, wie irgend eine engliſche Dame. Das Gegenſtück zu dem Rieſen iſt Chung Mow, ein tatariſcher Zwerg, 30 Jahr alt und 30 Zoll hoch. Sein Gang iſt plump, dabei iſt er aber der luſtigſte Camerad, den man ſich denken kann, und ganz zu der Rolle des Hans⸗ wurſts, die er zu ſpielen hat, geeignet. Man giebt ihm ſchuld, ein großer Verehrer des ſchönen Geſchlechts zu ſein, und bei einer ſolchen Gelegenheit ſoll ihn ein Mädchen beim Kragen gefaßt und zum Fenſter hinausgeworfen haben. C.

Misrellen.

Kürzlich berichtete der Punch tadelnd einen Fortſchritt der Kunſt des Malens in Frankreich, wo man jetzt auch die Säuglinge ſchminke. Franzöſiſche Blätter ſtellten das in Abrede, doch der Charioari verſichert, man habe in den Tui⸗ lerien blonde und roſenrothe Kinder geſehen, deren Augen brauen gemalt geweſen und deren Augen durch das gewöhn⸗ liche Verfahren des maquillage vergrößert worden ſeien, ohne das Reispulver in Rechnung zu ziehen.

Poor babies! würde Yorick geſagt haben.

Victor Hugo's neueſtes Werk:Les Travailleurs de la mer hat einen noch größern Erfolg als ſeineMiséra- bles. In den erſten zwei Tagen wurden davon ganz allein in Paris 5000 Exemplare verkauft.

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