Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
208
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Sie applaudirten ſtets am lauteſten, wenn Sie gelobt wur⸗ den. Franklin lachte herzlich über den von ihm gemachten Mißgriff und erklärte die Veranlaſſung desſelben.

Ich vermiſſe meine Kirche durchaus nicht ſoviel, wie Sie zu glauben ſcheinen, ſagte eine Dame zu ihrem Geiſt⸗ lichen, welcher ihr einen Krankenbeſuch machte,denn ſobald die Glocken zu läuten beginnen, muß ſich Betſy ſogleich ans Fenſter ſetzen und mir erzählen, wer in die Kirche geht und welchen neuen Putz die Damen tragen.

Ein amerikaniſcher Arzt, welcher von der zerbrechlichen Conſtitution der jetzigen Damen ſprach, bemerkte bei der Ge⸗ legenheit:Wir ſollten für unſre Großmütter große Sorge tragen, denn wir werden keine mehr bekommen.

Jemand wurde gefragt, weshalb er ſeine Tochter einem Manne zur Gattin gegeben habe, mit dem er in Feindſchaft lebte.Ich that es, um mich an ihm'zu rächen, lautete ſeine Antwort.

Vom deutſchen Büchermarkt.

Aus den Papieren eines Todten, oder die Geheim⸗ niſſe von Prag, von Eduard Rüffer. Prag bei Stein⸗ hauſer.

Die Geheimniſſe beziehen ſich wieder wie bei Aspromonte

auf die neue Zeit, nämlich auf die Jahre 48, 49 und 50, ſind

alſo politiſcher Natur, wie denn dieſer ganze Roman in jenen bewegten Zeitläufen umherabenteuert und ſein Publicum durch große Ueberraſchungen und ſtarke Effecte zu feſſel eln ſucht. Schon der Titel bezeichnet dieſe Art der Spannungs⸗ mittel und den Ton des Boutrage vollſtäandig. O. B.

Der Verſchwender. Novelle von J. Altona, Verlagsbüreau. Ein kleines Spiegelbild aus dem bürgerlichen Kreislauf

des Lebens. Styl, Geſchmack und Redeweiſe, die darin wal⸗

ten, entſprechen den Anſchauungen, mit welchen der Verfaſſer

Krüger.

Novellen⸗Jeitung.

ſeine Arbeit den ausgedehnteſten Kreiſeu bequem und mund⸗ gerecht zu machen ſtrebt. O. B.

Die Schwalben. Von Hedwig Gaede. Berlin bei Guſtav Neumann. Mutter und Tochter, von Marie und Louiſe Lettrée, herausgegeben von Richard von Meerheimb. Dresden bei Gaber.

Wir kündigen dieſe beiden Bändchen zugleich an, da ſie beide einfache Geſchichten für die reifere Jugend, das letztere beſonders für die weibliche, enthalten und ſich durch einen harmloſen, moraliſchen Ton empfehlen. Das von Herrn von Meerheimb edirte Büchelchen iſt in ſeinem Ertrag den Töch⸗ tern verſtorbener ſächſiſcher Staatsbeamter gewidmet und ſo ſollte es denn namentlich in Sachſen ſchon des guten Zweckes wegen nicht an mildthätigen Käufern fehlen. O. B.

Otto von Walter. Ein Künſtlerleben aus der Dach⸗ ſtube bis in den Palaſt von Heinrich Martin. Dresden bei Wienecke.

Eine empfindungsweiſe ſchwärmeriſche Art zu denken und zu erzählen kennzeichnet dieſen pſeudonymen Verfaſſer. Doch gewährt dieſe Eigenſchaft ſeinem Roman den Vortheil, daß er mit Wärme und Hingabe an die Sache geſchrieben iſt und ſich bei aller Breite zugleich manchen Lebensfragen mit aufrichtiger Theilnahme hingiebt. Seine erotiſche Phantaſie hat innerhalb ſittlicher Grenzen etwas Blühendes.

Man wird in dem Ganzen weniger die logiſchen und pſychologiſchen Conſequenzen des wirklichen Lebens als träu⸗ meriſch behandelte Motive aus demſelben finden. Die Aus⸗ ſtattung iſt elegant. O. B.

Inhalt: Der Gefangene des Königs. * Karl v. Keſſel.(Fortſetzung.) Die Slunden ſind vorüber. Gedicht von Carl Haberland. Literariſche Briefe von Otto Banck. Feuilleton. Der Bildhauer John Gibſon. Die Kaiſerin Eugenie als dankbare Schülerin. Aus dem Leben eines Mannes. Ein Mißoteſtandnſß⸗ Fridericus Secundus. Das Manuſcript des Kosmos von Alexander von Humboldt. Eine Katze als Erbin. Eine geiſtriche höfliche Antwort. Ein Damenorden. Die Tages⸗ preſſe in England. Der Seidenverbrauch in Lyon. Sic transit gloria mundi. Miscellen. Vom deutſchen Büchermarkt.

Im Verlage der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig iſt erſchienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:

Drei Jahre im Nordweſten von Afrika. Reiſen in Algerien und Marokko

von Sreiherrn, von SMaltzan. Preis broſch. 4 Thlr.

Schill und ſeine Gefährten.

Hiſtoriſche Novelle

von Rarl Freiherrn von Reſſel. Preis broſch. 24 Ngr.

Heinrich S 4 Bände.

Von Uah und Fern,

zwei hiſtoriſche Novellen: Binnen vierundzwanzig Skunden

und

Aeber den Delaware

von

Ferdinand Pflug.

broſch. Preis 24 Ngr.

Ein dichterherx

Hiſtoriſche Novelle

von

fFerdinand Pflug. broſch. Preis 24 Ngr.

Redigirt unter Verantwortlichkeit von Olto Sriedrich Oürr in Leipzig. Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig. Druck von A. Edelmann in Leipzig.

8

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