Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
143
Einzelbild herunterladen

dextram actungsvell, 1, ſo nannte eine zierliche

er ſchwer zu verbreiten, kryſtallene ine elegante rbreiten mit ue balſamirt verzierte nerinnen ſchmücken, tte Schnupf⸗

Aol.

reeſung von Amphitryon d liba, eine Sorbas und unzt. Ovid czeint, ſchon je einfachen eilen Euch?

rin und us digitis er Walzer

a bei die⸗ ath ertheilt oder ob ſie man gern lyrer Mif⸗ ſchanbufte eut une⸗ attn Kom. er Bürfel

Vierte

und die Alten ſcheinen dabei ſehr leidenſchaftlich geweſen zu ſein, da Plautus ermahnt:Scherze nie mit einem Spieler, es könnte ihm der Senf in die Naſe ſteigen. Auch Ovid warnt, man ſolle im Spiel den Zank vermeiden und ſich beherrſchen. Die Spieler ſcheinen dies jedoch nicht immer beherzigt zu haben, und es kam zuweilen vor, daß ſie den Tiſch um und um warfen. r e.

Garrick. 4 Der berühmte engliſche Schauſpieler unternahm im Jahre 1757 eine Reiſe nach Frankreich, da er gern das Land kennen lernen wollte, welches gewiſſermaßen ſein Vaterland war, denn ſeine Familie war franzöſiſchen Urſprungs und durch Aufhebung des Edicts von Nantes verbannt worden. In der Mail⸗coach, welche ihn von London nach Dover brachte, hatte er als Reiſebegleiter einen Edelmann Namens Sir George Lewis, mit dem er ſchon in mehreren Geſellſchaf⸗ ten zuſammengetroffen und welcher ein regelmäßiger Beſucher des Drury⸗Lane Theaters war. Sie benutzten dieſe Gele⸗ genheit, um nähere Bekanntſchaft miteinander zu machen, und waren Einer von dem Anderen entzückt. Nach ihrer Ankunft in Paris trennten ſie ſich; der

. Schauſpieler nahm Wohnung bei Freunden, welche, ihn

erwarteten, der Edelmann in einem der ſchönſten Hotels

Weni der Chauſſée d'Antin, ein Stadtviertel, welches damals *

ſchon ziemlich ſtark in der Mode war. In verſchiedenen Kreiſen lebend, begegneten ſie ſich während des viermonatli⸗ chen Aufenthalts in der Hauptſtadt kaum drei oder vier Mal.

Vor ſeiner Rückreiſe nach London machte Garrick dem Sir George Lewis einen Beſuch, um Abſchied von ihm zu nehmen und ſich Aufträge von ihm zu erbitten, aber er erfuhr,

daß der unglückliche Edelmann ſoeben ermordet worden ſei; man hatte an demſelben Morgen ſeinen durchbohrten und im Blute ſchwimmenden Leichnam im Walde von Bondy. aufgefunden.

Ueber die näheren Umſtände erfuhr Garrick auf einge⸗ zegene Erkundigungen Folgendes: Sir George Lewis hatte eine Luſtpartie nach einem Schloſſe in der Umgegend von Bondy gemacht, wo eine große Geſellſchaft Jäger und Spie⸗ ler verſammelt war, um mehrere Tage dort zuzubringen. Am erſten Abend gewann er eine beträchtliche Summe. Am Nachmittag des folgenden Tages erhielt er einen Brief aus Paris, der ihn zu einem galanten Rendezvous einlud, und alsbald verabſchiedete er ſich von der Geſellſchaft. Man verſuchte, ihn zurückzuhalten, man ging ſogar ſoweit, ſeinen Wagen unbrauchbar zu machen, man ſuchte ihn vor den Räubern, welche in dem Walde hauſen ſollten, den er zurück⸗ zulegen hatte, Furcht einzuflößen, aber er ſpottete ihrer und reiſte, als der Tag ſich ſchon neigte, zu Pferde ab, indem er

ſeinen Diener zurückließ, der ihm den ausgebeſſerten Wagen nachbringen ſollte.

So weit gingen die Nachrichten, welche die Leute auf dem Schloſſe geben konnten. Ihnen, wie der Juſtiz galt der Mord als eine von den in dem Walde heimiſchen Verbrechern vollbrachte Unthat. 8

Garrick war hierüber anderer Meinung und er machte die Bemerkung, daß, wenn Lewis von Banditen angefallen worden wäre, er nicht ermangelt haben würde, ſich zu ver⸗ theidigen, die geladenen Piſtolen waren jedoch in den Half⸗ tern geblieben, welche an dem Sattel ſeines Pferdes hingen. Ferner hatte man ihn nur ſeines Geldes beraubt und weder ſeiner goldenen Uhr, noch ſeiner goldenen Doſe, noch ſeines

Folge. 143

koſtbaren Ringes, den er am Finger ſtecken hatte, und es war unglaublich, daß Räuber ſo werthvolle Kleinodien überſehen haben ſollten. Man zog hieraus den Schluß, daß Lewis von einer ihm bekannten Perſon angefallen worden ſei, die ihn erſchoſſen habe, noch ehe er Zeit gewonnen, ſich zu ver⸗ theidigen, ſich hierauf ſeiner Börſe und ſeiner Brieftaſche bemächtigt, diejenigen Gegenſtände ihm aber gelaſſen habe, deren Beſitz ſie compromittiren konnte.

Während die Juſtiz ihre Nachforſchungen anſtellte, ſetzte Garrick die ſeinigen fort. Sein Verdacht traf einen Italie⸗ ner, welchen man Chevalier Gaëtano nannte. Er hatte, unter dem Vorwand, einen Spazierritt machen zu wollen, kurze Zeit nach Lewis das Schloß verlaſſen und war gegen zwei Stunden abweſend geweſen. Da er überhaupt ein Menſch von ſehr zweifelhafter Moralität war, ſo verhaftete man ihn ungeachtet ſeines Leugnens, aber man konnte ihm nichts beweiſen und der Beſitzer des Schloſſes, ein Edelmann von hohem Range, den es ſehr bekümmerte, daß dieſer Vor⸗ fall ſeine Geſellſchaft in üblen Geruch ſetzen mußte, bot ſeinen ganzen Einfluß auf, um den Verhafteten wieder auf freien Fuß zu ſetzen. Aus Mangel an hinreichenden Bewei⸗ ſen ſollte dies auch geſchehen, als Garrick um die Erlaubniß bat, noch eine Probe mit ihm anzuſtellen, welche nach ſeiner Meinung zu einer Entſcheidung führen werde.

Bekanntlich zeichnete ſich der große Schauſpieler in den phyſiognomiſchen Spielen aus; er beſaß bis zu einem merk⸗ würdigen Grade die Kunſt, ſeine Geſichtszüge zu verändern und ſich irgend einer beliebigen Perſon vollkommen ähnlich zu machen. Sir George Lewis, welcher ein ganz originelles und ausdrucksvolles Geſicht gehabt, was Garrick ſchon öfters bemerkt, hatte ſich von Latour malen laſſen. Der Schau⸗ ſpieler ſtudirte nun dieſes Portrait in dem Atelier des Ma⸗ lers, wo es ſich noch befand, um es mit dem Bilde zu identi⸗ ficiren, welches ſeiner Erinnerung eingeprägt war.

Der Inculpat wurde hierauf in die von Lewis beſeſſene Wohnung gebracht. Verlegen und beunruhigt; ſtellte er mehrere Fragen, was man mit ihm vorhabe, die man jedoch nicht beantwortete. Als man aber in dem Hötel angekom⸗ men war, ſprach der Richter zu ihm:Sir George Lewis iſt nicht an ſeinen Wunden geſtorben, er klagt Euch an und Ihr ſollt mit ihm confrontirt werden. Der Chevalier, höchſt beſtürzt, wurde nun in das Zimmer geführt, wo ſich Garrick befand, der Lewis täuſchend darſtellte. bar die Züge, die Phyſiognomie, die Bewegungen des Sir George, dies ſeine Stimme, mit welcher er ausrief:Elender Mörder! wirſt Du es auch vor mir wagen, Dein Verbrechen zu leugnen?

Der Chevalier ſtürzte vernichtet auf ſeine Kniee, bekannte das Verbrechen und bat um Gnade. Bald darauf büßte er ſeine Miſſethat am Galgen. e.

Misrellen.

Bei der Einnahme der Stadt Ojla in Indien durch die Portugieſen, im Jahre 1508, ward ein portugieſiſcher Offi⸗ cier, Namens Silveira, einen Mauren von vornehmem An⸗ ſehen gewahr, der ſich durch einen Schleifweg mit einem jungen Mädchen von außerordentlicher Schönheit flüchtete, und er eilte ihnen nach, um ſie gefangen zu nehmen. Der Maure ſchien für ſich ſelbſt nichts zu fürchten; als er aber, um ſeinem Verfolger die Stirn zu bieten, ſich umwandte, gab er ſeiner Begleiterin ein Zeichen zu entfliehen, während er fechten würde. Sie beſtand aber feſt darauf, bei ihm zu

Dies waren unleug⸗