dann beſteigt
keine duf⸗ rerloſchen. empfing ſie klagte über ddecke. züttelte den pegung, die iner Heuin n Arm er⸗ den Diener fnde! Da kann, ſoll ile Proceß auf Rück' Er „ er ganz aus n ich muß zeſuche ein⸗ der Verrath, einſehen. eſprach das rrem Wider⸗ der Chaiſe⸗
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Vierte Folge.
longue ſtellte, zuckte ein triumphirendes Lächeln um ſeine eingezogenen Lippen.
Dann herrſchte tiefes Schweigen in dem Gemache. Nur der Pendel an der großen Uhr plauderte und die Pagoden auf dem Kamin nickten.
„Rache!!“ ſchrie plötzlich die Gräfin und ſo
gellend, daß die Glasglocke über der chineſiſchen Vaſe
klirrte.
„Und auf welche Weiſe?“ und die Arme über die Bruſt kreuzend Louche.
„Er ſterbe!“
„Ich bitte zu bedenken, gräfliche Gnaden,“ wandte da der Kammerdiener ein,„der Fürſt iſt mächtig und hat mächtige Freunde; an einen Erfolg alſo wäre kaum, oder beſſer geſagt, gar nicht zu denken. Wenn ich rathen darf, laſſen wir dieſe ganze Sache vorläufig ruhen, wir haben ja Dinge zu beſprechen, die weit wichtiger für uns ſind. Werden wir in Berlin bleiben oder reiſen? Und wo nehmen wir Geld her?“
„Wir?“„uns?2.... Stephanie erbebte ob der Dreiſtigkeit, mit welcher Louche redete, und wäre ſie nicht durch tauſenderlei Umſtände an ihn gekettet ge⸗ weſen, hätte er nicht allzu tief in ihre Karten geſchaut, ſo wäre dieſe ſicher die letzte Unterredung mit ihm geweſen. Aber wer konnte wiſſen, wozu ſie ſeiner noch bedurfte? Um ihren Zorn zu verbergen, nippte ſie von dem Waſſer, das in kryſtallenem Glaſe vor ihr ſtand, und dann ſagte ſie anſcheinend ganz ruhig:
„Der Fürſt ſterben? Er hat Recht, Louche, welche Hand könnte das ohne eigene Gefahr wagen!
Nein, nein, lächerlich, unmöglich ſoll dieſer Meineidige
vor der ganzen erlauchten Geſellſchaft gemacht werden, er ſoll gezwungen werden Berlin zu verlaſſen als jammervoll Verhöhnter! Und wie das? Darüber laß' Er mich ſinnen. Beobachte Er den Fürſten genau, merk' Er ſich jeden ſeiner Schritte! Ich werde nicht abreiſen!“
„Hm, hm, das Leben hier iſt koſtſpielig...“
„Ich verſtehe, außer meinen Juwelen ſind mir drei bedeutende Werthpapiere geblieben. Davon nimmt Er morgen das eine und trägt es zum erſten beſten Juden. Man wird Ihm viertauſend Ducaten darauf geben, wovon Er zehn Ducaten für ſich behalten kann.“
Monſieur Louche ließ die Unterlippe ſehr merk⸗ lich hängen.
Stephanie, dieſe ſtumme Sprache augenblicklich verſtehend, fuhr fort:„Zehn Ducaten ſind nicht viel, ich weiß das zu wohl. Beſcheide Er ſich diesmal, Louche, es wird eine beſſere Zeit kommen. Verwandte von mir leben in Ungarn auf ihren Schlöſſern, ſie ſind zwar nicht alt, doch auch nicht jung, und ein Couſin iſt darunter ohne Gemahlin und ohne Kind...
wenden!.
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„Na,“ fiel der Kammerdiener ein,„dann wollen
wir darauf warten. Befehlen gräfliche Gnaden Licht?“
„Entre chien et loup. Die habe ich am liebſten...
Geh' er jetzt!“
Als ſich der Vorhang hinter ihm geſchloſſen,
ſeufzte Gräfin Stephanie tief, tief auf. Ein entſetz⸗ liches Weh zog durch ihre Bruſt, auf ihr lag es wie
ein Gefühl namenloſen Unglücks, ſie rang nach Thrä⸗ fragte achſelzuckend nen, nach kühlenden Thränen für ihre brennenden (Wimpern. Sie wollte jetzt dem Gedanken„Rache!“ wehren, aber nur noch mächtiger, immer mächtiger,
ſtieg er in ihr auf...„ja, du lachſt jetzt über mich, und es ſoll die Stunde kommen, wo ich über dich lachen werde! Ja, das Blatt wird, es muß ſich
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Und Fürſt Romanow, der ſich um eben dieſe Zeit
in Stehely's Kaffeehaus befand, lachte wirklich ſo
überlaut, daß der Banquier, der gerade die Karten miſchen wollte, erſtaunt innehielt. „Richtig, richtig,“ bemerkte Marquis von Belangé, „der Teufel hatte mich am Narrenſeil! Ha, ha! Aber da erbarmte ſich meiner ein Engel... ha, ha, ha!“ „Und dieſer Engel, nicht wahr, Fürſt? dieſer
Engel iſt ſterblich, kurz angebunden, ſtellenweiſe grob,
und nennt ſich Frau Sabine Erhard!“
„Und worin wird Ihr Dank beſtehen? Werden Sie Mama Erhard um Liebe anflehen und rufen: Ein Konigreich für dein rechtes Strumpfband!?“ ſo fragte, das Champagnerglas auf einen Zug leerend, Baron Extern.—
„Ah bah,“ warf der Marquis dazwiſchen,„das Strumpfband wird er ihr gern laſſen, lieber jedoch einige Rollen Gold als Beweis ihrer Treue über's Grab hinaus empfangen. Was ſagen Sie, Fürſt?“
„Ich ſtimme Ihnen bei, Belangé, Ihre Naſe wittert ſchärfer als die des Barons. Aber im Ernſt geſprochen, meine Freunde, was wäre mir übrig ge⸗ blieben, hätte ſich Mama Erhard meiner nicht erbarmt? Denken Sie, ich befand mich beim Söhnchen Renatus in der Schreibſtube... nur die vier kleinen Worte: ⸗-der Fürſt iſt da,“ und die Gräfin wäre wie der Wind nach ihrer Karoſſe geſtürzt...“ 4
„Die Karten warten, meine Herren!“ ſchnarrte der Banquier.
„Doch da ward mein Rettungsengel von einem ſeltenſten Mitleid erfaßt. Die Augen willſt du ihm öffnen, in ſein Unglück ſoll er nicht rennen, dachte Mama Erhard und wußte die Gräfin hinzuhalten, bis... nun, das Uebrige wiſſen Sie, meine Herren.“
„Schade doch,“ meinte lachend Baron Extern, „die Vermählungsfeier wäre jedenfalls ſuͤperbe ge⸗ worden.“


