Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
95
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und blühen gar üppig. Man benutzt ſie zu Hecken, Ge⸗ büſchen und läßt ſie Sommer und Winter draußen. Der bekannte franzöſiſche Schriftſteller Alfons Esquiros erzählt in der Revue des deux Mondes, daß er zu Grove⸗hill in der Nähe von Falmouth eine Beſitzung beſucht und in deren Gärten, die durch ihren Reichthum an die Canariſchen oder Azoriſchen Inſeln erinnern, Dattel⸗, Orange⸗ und Citronenbäume gefunden habe; die beiden letzteren blühten üppig und gaben reife Früchte. Er ſah einen Baum, von welchem an einem Tage 123 Citronen, alle von ausgezeich⸗ neter Qualität, gepflückt waren. Man würde glauben in Italien oder Spanien zu ſein, wenn nicht der üppige Gras⸗ wuchs und die dunkelblaugrünen Tinten der Bäume an das mehr feuchte Klima Englands erinnerten. Der Eigen⸗ thümer jener Beſitzung, ein Herr For, pflanzt Gewächſe von Auſtralien und Neuſeeland, aus kälteren und gemäßig⸗ teren Gegenden nebeneinander. Die große ſogenannte hundertjährige Aloe oder die amerikaniſche Agave ſteht nicht in Töpfen oder Gefäßen, wie ſolches in unſeren Gär⸗ ten der Fall iſt, ſondern iſt in den Boden gepflanzt und bildet natürliche Hecken und Alleen. Zu Penjerrick, einer andern Beſitzung deſſelben Eigenthümers, findet man eben⸗ falls ein buntes Gemiſch von Pflanzen verſchiedener Zonen. Woher hat nun Cornwallis dieſe ſanfte Luftbeſchaffenheit? In erſter Stelle verdankt es ſolche dem Seeklima, wodurch die Winter weniger kalt, aber auch die Sommer weniger

warm ſind, als im Innern der Landes. Aber die Milde⸗

der Luft wird im Südweſten Englands, wie in einem großen Theile des nordweſtlichen Europa, auch bedeutend durch den Einfluß des Golfſtroms vermehrt. Im Winter iſt das Meer bei Cornwallis 4 bis 50 wärmer als der Boden; dadurch wird die Kälte der Luft gemäßigt, und wenn auch einzeln ein wenig Schnee fällt, ſo ſchmilzt ſolcher auf den dem Meere zugekehrten Hügelabhängen ſofort. Vom December bis März giebt die außergewöhnlich milde Witterung Gelegenheit, vieles Gemüſe zu ziehen, welches für gutes Geld nach London geſchickt wird. Aber nach April iſt es nicht beſonders warm, und die Kornernte fällt, da die Sommer von Cornwallis meiſtens feucht ſind, ver hältnißmäßig ſpät, viel ſpäter als auf derſelben Breite in Deutſchland und Frankreich. Aus Obigem geht hervor, warum viele Gewächſe, beſonders Bäume, wärmerer Ge⸗ genden im nördlichen Europa nicht am Leben bleiben: es fehlt ihnen nicht an hinreichender Wärme des Sommers, aber die Strenge des Winters läßt ſie umkommen..

Klugheit eines Pferdes.

DerPropagateur du Nord erzählt die folgende merk⸗ würdige Thatſache als Beweis der Einſicht eines Pferdes.

Auf einer großen Wieſe in der Umgegend von Saint⸗ Amand finden ſich hier und da einzelne Bauergüter. In einem derſelben hat man mehrere Pferde, unter denen ſich ein dreijähriges befindet, des ſehr lebhaft, ſogar wild iſt, aus⸗ genommen einem kleinen fünfjährigen Knaben gegenüber, dem Sohne des Beſitzers des Pferdes, deſſen Liebkoſungen es mit einer augenſcheinlichen Genugthuung annimmt. Vor einigen Tagen war die Magd mit dem Kinde allein im Hauſe geblieben und beſchäftigte ſich mit ihrer Arbeit, während der Knabe im Hofe ſpitltte.

In einer Ece des Hofes befindet ſich ein in die Erde eingegrabenes Fiß, worin das Regenwaſſer geſammelt wird.

Plötzlich rtönt ein Schrei, ein kläglicher, verzweifelter

Vierte

Folge. 95 Schrei. Die Magd eilt ans Fenſter und ſieht zu ihrem Schrecken, daß das Kind in das Waſſerfaß gefallen iſt. Sie beeilt ſich ihm zur Hülfe zu laufen, indem ſie ſelbſt wehklagt, aber das Geſchrei des Kindes war auch von einer andern Seite gehört worden, und als die Magd in den Hof kam, konnte ſie den Knaben von dem jungen Pferde in Empfang nehmen, das die Gefahr aus dem Angſtgeſchrei begriffen hatte, das ſein junger Freund ausſtieß, und herbeigeeilt war, um ihn an ſeiner Blouſe zu ergreifen und ihn geſund und friſch aus dem Waſſer herauszuziehen.

In dieſer Art bewies es dem Knaben ſeine Dankbarkeit für die Leckerbiſſen, die es von ihm mit ſeinen Liebkoſungen empfangen hatte.

Der Eigenthümer hat geſchworen das Pferd nie zu ver⸗ kaufen und es für immer zu behalten. C.

Misrellen.

Ein Philoſoph und ein Schöngeiſt fuhren von Har⸗ wich nach Holland. Es erhob ſich ein Sturm, und der Philoſoph äußerte die Beſorgniß, er möchte zu Grunde gehn. Da geſchähe ja nur, bemerkte der Schöngeiſt,was Ihnen eigentlich zukommt; Unſereiner begnügt ſich damit, nur die Oberfläche der Dinge zu berühren.

Vom deutſchen Büchermarkt.

Aphorismen aus dem Geſangsleben von Fer⸗ dinand Sieber. Leipzig, Verlag von Heinrich Matthes.

Wohl bekannt mit dem Geſammtgebiete der Muſik und beſonders der Geſangskunſt hat der Verfaſſer in dieſem Heft⸗ ſchen theils aus fremden guten Schriften, theils aus eigenen Erfahrungen und Anſchauungen verſchiedene Wahrheiten über das Studium der Muſik zuſammengeſtellt. Der Kenner wird ſich über manches hier Geſagte erfreuen, während es dem Jünger der Kunſt und dem Laien nur lehrreich ſein kann, dergleichen Erfahrungstheorien ſich durch Lectüre zu eigen zu machen. O. B.

Friedrich Hebbel's ſämmtliche Werke. Zweiter Band. Hamburg, Verlag von Hoffmann und Campe.

Maria Magdalene,Julie undMichel Angelo ſind die drei dieſen Band füllenden Dramen. Beſonders V das erſte hat ſeiner Zeit durch ſein regeneratoriſches, gegen alte Kunſtregel oft mit naturaliſtiſchen Waffen ankämpfendes Element die Theaterfreunde und die literariſchen Kreiſe lebhaft in Bewegung gebracht. Es iſt mehr noch alsJulia über zahlreiche Bühnen gegangen, und welcher Art der Erfolg auch geweſen ſein mag, immer ſtellte ſich eine ungeheure Lebens⸗ kraft, ein ſiegreiches dramatiſches Feuer heraus; ja das anti⸗ harmoniſche Element behauptete ſogar oft das Feld durch die überzeugende Macht der Hebbel'ſchen Realiſtik und, ſagen wir es ganz offen, durch diejenige Kraft, welche in neueſter Zeit auf der Bühne nur ſelten thätig geweſen iſt und immer alle

Geiſter für ſich gewinnen wird: durch die Genialität des Schaffens. Der Genialität ſind nur wenig Mängel erlaubt,

wenn ſie das Ziel der Claſſicität erreichen will, zu dem Hebbel niemals hinſteuerte; ſie darf aber, wie dieſes Dichters Muſe beweiſt, voller Launen, voller Capricen, ja voll dishar⸗ moniſcher Oppoſition gegen die ewigen Geſetze der Anmuth und Kunſteinheit ſein und kann dabei doch durch die Inſpira⸗ tion ihrer Originalität den wichtigſten Eindruck eines Kunſt⸗

werkes, den der Urſprünglichkeit, hervorbringen. Mit dieſem