seer lange und 8 wcenabfall kauft
. Cambiata tder Vertauſchrn, . Erſteres er aus⸗ riller der
kaufen. Er ichen Inſaſſen nbieten, n. Hinter Fruchkorbe,
*, 5 werden muß, ehe
caliente!“ Fette er Ruf iſt weiblich Mattenverkäufer. atten von fünf Zu Mittag diihr Geſchrel, gleichförmige un ſteigt über häſe und Honig! t was man hier Männer, die Wind, der aramellos teriecollecteure; er einen halben Bettler, der es 1, und der dieſe Gegen Abend „ Käſekuchen“ e, gebratne K⸗ tenverkäufer: ten!"1. ſ. w.
₰ 8l.
am andern Morgen von Neuem mit friſcher Macht auf⸗ zuwachen. 8
Ich war genöthigt, einen Arzt holen zu laſſen, der das harmloſeſte Geſchöpf der Welt zu ſein ſchien; täglich gab er mir eine andere unſchuldige, kleine Mirtur und fühlte meinen Puls; was er mir aber vorzüglich adminiſtrirte, waren Lectionen im gebildeten Geſpräche. Täglich hatten wir folgende Zwieſprache, wenn er aufſtand, um ſich zu entfernen:„Gnädige Frau(dies neben dem Bette), ich bin zu Ihren Dienſten.“„Vielen Dank, mein Herr!“— „Gnädige Frau(dies am Fuße des Bettes), erkennen Sie mich als Ihren unterthänigſten Diener an.“„Guten Morgen, mein Herr!“—„Gnädige Frau(hier hielt er an einem Tiſche ſtill), ich küſſe Ihnen die Füße.“„Mein Herr, ich küſſe Ihnen die Hand!“—„Gnädige Frau(dies an der Thür), mein armes Haus und Alles, was darin iſt, auch ich, wenn auch nutzlos, was ich habe, gehört Ihnen.“ „Vielen Dank, mein Herr!“—(Er dreht ſich um und öffnet die Thür, dann wendet er ſich wieder zurück.) „Leben Sie wohl, gnädige Frau, Ihr Diener!“„Adieu, mein Herr!“—(Er geht hinaus, öffnet die Thür noch einmal, ſteckt ſeinen Kopf hinein.)„Guten Morgen, gnädige Frau!“
Ehe ich meinen Brief ſchließe, muß ich Ihnen erzählen, daß ich dieſen Morgen den Beſuch von einer ſehr merk⸗ würdigen Perſon bekam, die hier unter dem Namen„La Guera(die ſchöne) Rodriguez“ ſehr wohl bekannt iſt und
die vor vielen Jahren von Alexander von Humboldt als
das ſchönſte Weib gefeiert worden iſt, dem er auf ſeinen Reiſen begegnete. In Betracht des langen Zeitraums, der ſeit dem Beſuche dieſes berühmten Mannes vergangen iſt, war ich faſt erſtaunt, als mir ihre Karte als Vorläuferin ihres Beſuchs gebracht wurde, und ich ward es noch in weit höherem Grade, als ich fand, daß trotz der Jahre und Furchen, die es der Zeit beliebt, in das lieblichſte Ange⸗ ſicht zu ziehen, La Guera die Fülle blonder Locken, ohne ein graues Haar, zwei Reihen weißer Zähne, ſehr ſchöne Augen und große Lebendigkeit aufzuweiſen hat. Mir erſchien ſie ſehr angenehm und eine lebendige Chronik; ſie iſt mit hrem dritten Manne verheirathet und hat drei Töchter von berühmter Schönheit. Wir ſprachen von Humboldt, und indem ſie ſich ſelbſt ganz als eine dritte Perſon betrachte, erzählte ſie mir alle Einzelheiten ſeines erſten Beſuchs und ſeine Bewunderung ihrer Schönheit; daß ſie damals ſehr jung, obgleich verheirathet und die Mutter von zwei Kindern war; daß, als der Baron kam ihre Mutter zu beſuchen, er ſie, die im Fenſter nähte, anfangs nicht bemerkte, bis er in einem ſehr ernſten Ge⸗ ſpräche über die Cochenille den Wunſch äußerte, eine gewiſſe Pflanzung zu beſuchen.„Gewiß,“ erwiderte ſie aus ihrer Ecke,„können wir Herrn von Humboldt hin⸗ führen,“ worauf er ſie anſah und erſtaunt vor ihr ſtand, und endlich ausrief:„Valgame Dios! Wer iſt dies Mäd⸗ chen?“ Von der Zeit an war er immer bei ihr, und man ſagt noch tiefer durch ihren Geiſt als durch ihre Schönheit beſtrickt; er betrachtete ſie wie eine amerikaniſche Frau von Stasl. Dies alles führt mich auf den Verdacht, daß der ernſthafte Gelehrte bedeutend verzaubert war und daß weder Minen, noch Berge, Geographie noch Geologie, verſteinerte Muſcheln und Alpenkalkſteine ihn geſchützt haben. Es thut Einem wohl, daß ſo etwas ſogar dem großen Humboldt begegnen kann.
Eine von La Guera's Geſchichten iſt zu merkwürdig,
Vierte
Folge. 79 um ſie nicht mit anzuführen. Als eine Dame von hohem Range geſtorben war, übergaben ſie ihre Verwandten der letzten Ruheſtatt in ihrem prächtigſten Kleide, wie es damals Sitte war. Dies Kleid war ſogar in Mexico ein Wunder von Luxus. Es beſtand aus den feinſten Spitzen und der Beſatz aus ſolchen, wo die Elle 50 Thaler gekoſtet hatte; es gab ſeines Gleichen nicht mehr. So angethan ward die Gräfin in ihren Sarg gelegt, tauſend theure Freunde gingen hin, um dies prächtige Todtenkleid zu ſehen, bis endlich das Grab dieſe Herrlichkeit einſchloß. Eine Geſellſchaft franzöſiſcher Tänzer unternahm damals ein Ballet zweiten Ranges in Mexico. Am Abend einer Lieblingsvorſtellung hüpfte Mademoiſelle Pauline pirouet⸗ tirend auf die Scene, und als ſie auf den großen Zehen ſtill ſtand, um die gebührende Ernte von Lobpreiſungen einzuſammeln, zuckte ein elektriſcher Schlag des Grauens durch den Saal: Mademoiſelle Pauline hatte daſſelbe Kleid an, in welchem die Gräfin begraben worden war! Doch wies ſie ſich als unſchuldig aus, ſie hatte den Anzug um einen hohen Preis von einer Putzmacherin der Stadt gekauft, dieſe von einem Manne, dem ſie ebenfalls eine große Summe dafür bezahlt hatte,— und dieſer Mann war, wie die Unterſuchung ergab, der Sacriſtan der Kirche, in welcher die Gräfin lag. Seitdem begräbt man die Todten in einfachen Gewändern, wenn ſie auch in pracht⸗ vollen auf dem Paradebette gelegen haben.
Ein Fuchs und eine wilde Katze.
Auf dem Gebiet von Vivellac in Frankreich fand in den letzten Tagen einer der merkwürdigſten und erbittertſten Kämpfe zwiſchen einem Fuchſe und einer wilden Katze ſtatt. Was der Grund dieſes Kampfes war, weiß Niemand zu ſagen, daß aber der Kampf lange und ſchrecklich geweſen iſt, läßt ſich aus den ſchweren Wunden erkennen, die ſie ſich gegenſeitig verſetzt hatten. Ein Augenzeuge, bei deſſen An⸗ näherung die beiden Thiere entflohen, verſichert, dem Fuchſe ſei, als er den Kampfplatz verlaſſen habe, das eine Auge ganz aus der Augenhöhle herausgeriſſen und ſein Körper ſei von den Krallen der Katze ganz zerfleiſcht geweſen. Was die Katze anbetrifft, welche ſich auf eine Eiche flüchtete und dort ſehr kläglich miaute, ſo wurde ſie durch einen Flinten⸗ ſchuß getödtet, und als ſie herabgeſtürzt war, ſtellte es ſich heraus, daß eine ihrer Pfoten ganz zerbrochen war, und daß ihr Gegner ihr auf der einen Seite mit ſeinen Biſſen das Fleiſch ganz bloßgelegt hatte. C.
Misrellen.
Andrea del Caſtagno, ein italieniſcher Maler, voll Eiferſucht auf die Talente des Domenichino, ſeines vertrau⸗ teſten Freundes, lauerte ihm des Nachts in einer engen Straße von Florenz auf und ſtach ihn nieder. Der verwundete Domenichino bat die, welche ihn in ſeinem Blute fanden, ihn zu ſeinem Feinde Caſtagno zu tragen, und er ſtarb in deſſen Armen.
Vom deutſchen ZBüchermarkt. Mirandola, die Herrnhuterin. Fra Tedesco. Zwei Novellen von Robert Waldmüller(Edouard Duboc). Leipzig, Verlag von Brockhaus. Manches freundlich aufgenommene Product hat der Verfaſſer bereits in der novelliſtiſchen Literatur dargeboten.


