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ſellſchaft an. Da n in Ungarn übli⸗ „auf den Gdelhof n ſeinen gebroche⸗
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Vierte
Hier ruht auf das Sopha hingegoſſen ein Jüngling, der mit Gewalt geiſtreich ſein will und, da er nichts gelernt hat, nur den Gecken und Blaſirten zum Beſten giebt. Er iſt ein prächtiger Tänzer und Kutſcher; alle Pferde ſeines Vaters hat er bereits zu Schanden gefahren. Die meiſten andern jungen Leute haben das mit ihm gemein, daß ſie faſt keine Schule beſucht haben; ſie liefen 1848 und 1849 als Buben mit den Honveds und lebten ſeitdem auf dem Lande. Schade um die jungen Männer! Feurige Augen, auffallend ſchöne Naſen, ein kleiner üppiger Mund, eine nicht hohe, aber gut geformte Stirn, ein ſchlanker, geſchmeidiger Körper nehmen für ſie ein. Sie beſitzen ferner, wie die meiſten Ungarn, eine raſche Auffaſſung und ein gutes Gedächtniß. Auch die Geſichter der älteren Männer, ſcharf geſchnitten, ernſt, ausdrucksvoll, nicht ſelten recht intereſſant, verſprechen häufig mehr, als ſie halten. Allen gemeinſchaftlich iſt das mehr als ſelbſtbewußte Auftreten des Ungarn und Edelmanns, welche Unbefangenheit bei einigen noch durch eine glückliche Unwiſſenheit über die Welt außerhalb Ungarns unterſtützt wird.
Die Hausfrau repräſentirt ſo ziemlich den Typus einer ungariſchen Frau; ihr von Haus aus guter Verſtand und einige Erfahrung machen ſie auf ihre Weltkenntniß etwas ſtolz. Die Vorſtellungen über Standesvorzüge ſind in ihr ſehr ausgebildet, obwohl ſie ſich in der Regel nicht verletzend äußern, und ihr Benehmen gegen Fremde iſt ein wahres Muſter von Gaſtfreundſchaft, das gegen nähere Bekannte ſogar herzlich und freundſchaftlich wird; durch manche Selt⸗ ſamkeiten bricht immer verſöhnend ihre Herzensgüte durch. Die Erzieherin der Tochter iſt eine Deutſche. Trotz ihrer Milde und obwohl ſie raſch magyariſch gelernt hat, ſteht ſie tactvoll, aber muthig immer für ihr Deutſchthum ein, gegen⸗ über mancher Verletzung des nationalen Gefühles. Ja, der Deutſche muß ſich in Ungarn die Achtung, die er genießen
Fobern. Man bildet ſich dabei allen Ernſtes ein,
en leicht magyariſiren zu können.„Heirathen
Zarin, und Sie werden ein leibhaftiger Ungar!“
Jao e Faſſung der bald gutmüthigen, bald plumpen
Aufdringlichkeit, mit der man in Ungarn das Verhältniß zwiſchen Deutſch und Ungariſch löſen möchte. 4
Auch der ſtürmiſche, von den ſchroffſten nationalen Ge⸗ fühlen leidenſchaftlich erregte Landtag von 1861 konnte nicht umhin, durch den Mund einiger reichbegabter Männer aus⸗ zuſprechen, daß Ungarn die Anregung und Förderung mate⸗ riellen und geiſtigen Lebens jeglicher Art der Einwirkung Deutſchlands und der Deutſchen verdanke. Obwohl in dieſem Lande circa 800,000 Deutſche leben, ſo geht das Deutſch⸗ thum doch dort in der nächſten Zeit einer üblen Zukunft entgegen. Wo das Zahlenverhältniß der ſeit uralten Zeiten ſeßhaften oder frühzeitig in das ungariſche Reich eingewan⸗ derten deutſchen Bewohner am größten, dort iſt ſelbſtver⸗ ſtändlich ein gewiſſes deutſches Gepräge des äußeren Lebens am leichteſten nachweisbar. Elsner, ein vorzüglicher Kenner Ungarns, hat dieſe mannigfaltigen Anklänge deutſchen Weſens in der ſogenannten kleinen ungariſchen Ebene, dem alten Pannonien zwiſchen Donau und Drau, oft wahrgenommen. Im Allgemeinen wird ſich eine nachhaltige Einwirkung des Deutſchen zunächſt im Banat, dann unter den im ungariſchen Alpenlande wohnenden Magyaren und den proteſtantiſchen Slowaken nachweiſen laſſen; gar nicht dagegen bei den katho⸗ liſchen Slowaken, den Ruthenen und Romanen, ſowie bei jenen Magyaren, welche in der Donau⸗Theiß⸗Ebene ſitzen.
Ein Fremdling, wie der Deutſche und Jude, iſt auch
Folge. 63 der Zigeuner im Lande. Der ſeltſame nomadiſirende Sohn Aſiens kam im Jahre 1417 unter König Sigmund nach Ungarn und er iſt nun ein integrirender Theil deſſelben geworden, ſo daß man ſich die Pußta, Peſth oder die kleinen Städte nicht ohne die braunen Geſellen denken kann. Es leben jetzt in Ungarn zwiſchen 30 und 40,000 und dabei in. beſtändigem Verkehr mit den Bewohnern der Stadt und des Landes; der Zigeuner iſt der Muſikant des Hotels und der Dorfſchenke(wo kein Zigeuner im Orte, da iſt auch Sonn⸗ tags keine Tanzmuſik), der Schmied des Edelmanns und des Bauern, in Städten beim Häuſerbau der Handlanger— aber überall iſt er der gern geſehene Tauſendkünſtler, der witzige Poſſenreißer, der gutmüthige Bruder Thunichtgut.
Die meiſten Zigeuner Oberungarns ſind Muſikanten entweder von Profeſſion oder zu ihrem Vergnügen. Unga⸗ riſche Muſik ſpielt außer einem muſikaliſch gebildeten Sproſ⸗ ſen des ungariſchen Landes nur der Zigeuner gut.
Der Fremde bekommt die gewöhnliche Zigeunermuſik, die ſeinen Ohren unverſtändlich, unharmoniſch und unange⸗ nehm aufregend iſt, bald ſatt; in Ungarn aber liebt man ſie und wird nicht müde ſie jeden Tag anzuhören, wobei man den Muſikanten nicht ſelten lächerlich hohe Summen für ein aufgeſpieltes Leibſtück zuwirft und ſich beim Verlaſſen des Wirthshauſes gegen baares Geld„heimgeigen“ läßt. Man ſtaunt mitunter über die unverſchämten Forderungen, welche von Zigeunern geſtellt und von den Feſtordnern ange⸗ nommen werden; die Tonkünſtler nehmen es ſich dann auch wohl heraus, obendrein bei der Geſellſchaft ſammeln zu gehen und von Niemandem weniger als einen Gulden anzunehmen. Kommt das einem Fremden unverſchämt vor, ſo läuft er große Gefahr, die anweſenden Ungarn durch„Verachtung ihrer nationalen Muſik“ zu beleidigen; und doch überwiegt in Ungarn die ſchlechte Muſik. Nur einzelne Zigeuner Nord⸗ ungarns ſind geſuchte Muſiker und werden wohlhabend. Geht es den Muſikanten gut, ſo leben ſie in Freuden, halten namentlich auf üppige Betten viel, ſind ſehr gewählt gekleidet und ihre Mädchen ſehen in den rothen feinen Leib⸗ chen und der farbenreichen magyariſchen Kleidung ſehr gefäl⸗ lig aus.
Das gerühmte muſikaliſche Talent der Zigeuner beſchränkt ſich darauf, daß ſie Gehörtes ohne irgend welche Kenntniß der Noten nachſpielen und zwar auf Violine, Baß, Clarinett, Cymbal, ſelten auf einem Blasinſtrumente. Am beſten lernt der Zigeuner Tanzweiſen und Volkslieder, die bei den Magyaren ineinandergreifen; magyariſche Nationaltänze trägt er mit Reinheit, Feuer und unübertrefflichem Ausdruck vor, ſo weit iſt er der muſikaliſche Dolmetſch des Magyaren geworden. Er macht auch Variationen über bekannte Muſik⸗ ſtücke, aber Phantaſien und Compoſitionen überragen ſeinen Horizont.
Migsrellen.
Der Herzog von Oſſuna iſt der reichſte Grundbeſitzer in Spanien, nur ſeine fünfhundert Intendanten kennen den Umfang ſeines Vermögens. Ein Attaché der engliſchen Ge⸗ ſandtſchaft in Madrid traf ihn kürzlich in einem Salon und ſagte:„Herr Herzog, mein Chef entſendet mich mit einem Auftrag nach Andaluſien; ich verlaſſe morgen Madrid; wür⸗ den Sie mir wohl erlauben, auf Ihren Beſitzungen zu jagen?“ „Es würde mich ſehr glücklich machen,“ erwiderte der Herzog, „wenn ich in Andaluſien Beſitzungen hätte, dies iſt aber leider nicht der Fall.“„Ich bitte taufendmal um Verzeih⸗ ung, Herr Herzog, ich kann Ihnen aber daß Sie


