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Vierte
Die Provinz Turkeſtan liegt zwiſchen dem 78. und 97. Längengrade und zwiſchen dem 41. und 45. Grade nördli⸗ cher Breite; ſeine Oberfläche beträgt 850,000 Quadratkilo⸗ meter. Drei Viertel dieſes Gebietes im Norden, Oſten und Süden bedecken die Gebirgsketten des Altai, des Karatau und ihrer Abzweigungen, das andere Viertel im Weſten iſt eine wüſte Ebene. Der Boden in dem gebirgigen Theile beſitzt unglaubliche Reichthümer, eine unzählige Menge von Flüſſen, Bächen und Quellen durchſchneiden und bewäſſern die Thäler, die Vegetation iſt äußerſt üppig. In dem weſt⸗ lichen Theile iſt der Boden thonig, ſandig und mit Salzen geſchwängert; hier giebt es wenig Flüſſe und der Anbau ver⸗ ſchiedener Getreidearten, der Baumwolle und des Reiſes gelingt nur durch beſtändige Bewäſſerung der Felder.
Der bedeutendſte Fluß dieſer Gegend, der Sir oder der Jaxartes der Alten kommt von den Hochebenen von Pamir herab(unter dem 95. Längen⸗ und dem 42. Breitengrade gelegen), er fließt anfangs ſüdweſtlich und erreicht, nachdem er ſeine rechten Nebenflüſſe, den Tſchungal, die Saravka, den Tſchirtſchik, die Subroſſa und den Ardes ſowie die unzähligen Nebenflüſſe zu ſeiner Linken aufgenommen, eine Breite von 150 Toiſen. Im 83. Längengrade bildet er einen Bogen gegen Nordweſten und unter dem 45. Breitengrade gabelt er ſich; der nördliche Arm behält den Namen Sir, der ſüdliche Arm wird Kuwan genannt, und gabelt ſich wieder in den Kuwan und den Jani. Dieſe drei Arme fließen nach dem Aralſee hin, wo ſie ein 40 Kilometer breites Delta bil⸗ den. Darf man der Tradition Glauben ſchenken, ſo hat ſich der Sir ehedem bis nach den öſtlichen Ufern des Kaspiſchen Meeres ausgedehnt und einen Nebenfluß des Amu⸗Daria gebil⸗ det; man ſoll ſein altes Bett noch heute in dieſen Landſtrichen ſehen und würde ihn wieder in daſſelbe leiten können, ja vrung der Gewäſſer des Oxus, indem man
*Meer führte, eine Verbindung zwiſchen
aſien herzuſtellen vermögen.
legt in ſeinem Laufe 2000 Kilometer
² Hälfte vollkommen ſchiffbar iſt; er
aupt nur im Norden zu, hingegen
biroer er zahlreiche und ziemlich große Inſeln. Zwei Mal des Jahres ſteigt er, im Sommer während der größten Hitze, in Folge des Schmelzens des auf den Gebirgen lagernden Schneees, und im Winter ſobald die Ausdünſtung des Waſ⸗ ſers aufgehört hat und die Gebirgsbäche ihr vollſtändiges Contingent liefern. Die Ufer des Sir⸗Daria ſind niedrig
Folge. 45
bei dem Marſch durch die Steppe überfiel, nöthigte ſie, die Schiffe zu verbrennen und an deren Feuer ihre Speiſen zu kochen und ſich zu erwärmen. Die Fregattencommandanten Bodisko, Tſchikatſchef und Andere kehrten auf Kameelen nach Orenburg zurück. Dampfſchiffe erſchienen viel ſpäter, als der General Obrutſchef die Steppe der Kirghiſen der kleinen Horde dem Reiche einverleibte und an dem rechten Ufer des Fluſſes Forts errichtete. In dieſem Augenblick iſt eine regel⸗ mäßige Schifffahrt auf 600 Kilometern des Laufes des Sir hergeſtellt.
Das Klima der Provinz Turkeſtan iſt in dem öſtlichen und mitteren Theile ganz vortrefflich. Der Frühling beginnt im Februar, die Vegetation entwickelt ſich außerordentlich raſch; die Getreide⸗ und Gemüſeernte findet vom Juni bis zum September ſtatt. Die unter dieſem Breitengrade gewöhnlich ſehr heftige Sommerhitze wird in dieſem Theile der Provinz durch die Gebirge und häufigen Gewäſſer ſehr gemildert; im Winter erreicht die Kälte nux ſelten 10 Grad Réaumur und das Vieh weidet das ganze Jahr hindurch auf den Feldern. Der weſtliche, zwiſchen Turkeſtan und dem Aralſee gelegene Theil iſt wärmer und trockener, im Sommer ſteigt das Thermometer zuweilen bis auf 40 Grad; hingegen iſt hier auch der Winter ſtrenger und ſind die Schneeſtürme ſehr häufig. Im März bedecken ſich die Ebenen mit vortreff⸗ lichen Kräutern und wohlriechenden Blumen, aber die Juli⸗ ſonne verbrennt dies Alles wieder, heiße Winde, gleich dem Sirocco Afrika's, vernichten den Reſt und das Land bietet bis zum Eintritt des Herbſtes den Anblick einer traurigen Wüſte dar, in welcher nur an den Ufern der ſeltenen Waſſer⸗ läufe und in der Nähe der von der Hitze ausgetrockneten Seen einiges Schilf wächſt. Der Ackerbau kann nur durch Hülfe bedeutender Bewäſſerungsanſtalten betrieben werden, die Viehzucht gedeiht nur unter häufigem Wechſel der Weideplätze. Die Ufer des Sir und der Tſchuja ſind von Myriaden von Inſecten heimgeſucht, welche die Sommerzeit dort unerträglich machen.
Der öſtliche und gebirgigſte Theil iſt reich an den ver⸗ ſchiedenſten Metallen und Mineralien.
An den Quellen und an den oberen Gegenden des Sir ſowie an mehreren ſeiner Nebenflüſſe wird Gold gewaſchen, wobei man über einen gewöhnlichen Rahmen einen Teppich oder ein Stück mit Pferdehaaren durchnähte Leinwand breitet. Darauf wirft man den goldhaltigen Sand, den man häufig begießt. Der Sand wird von dem Waſſer fortgeſchwemmt,
und bilden auf beiden Seiten des Fluſſes eine weite Ebene, welche wie die des Nils zweimal jährlich überſchwemmt und dadurch um ſo fruchtbarer wird. Die Mündungen des Sir ſind auf einer Strecke von 500 Kilometern, von der Feſtung
Perowski an bis zum Aralſee, mit Schilf bedeckt, welches
während der großen Kälte des Winters den Heerden der umherziehenden Kirghiſen einen Zufluchtsort gewährt und deren Beſitzern ein ausgezeichnetes Brennmaterial liefert.
Der Sir iſt außerordentlich fiſchreich; der große und der gewöhnliche Stör, der Sterlet, der Wels, der Hecht, der Braſſen u. ſ. w. ſind in ſehr großer Menge vorhanden.
Die Gewäſſer des Sir ſind bis in die neueſten Zeiten durch die Schifffahrt unentweiht geblieben. Die erſten Schiffe, welche er auf ſeinen Wellen trug, waren die des im Jahre 1845 entſendeten Occupationscorps. Im Jahre 1839 hatte zwar der Graf Perowski in Orenburg eine Flotille bauen laſſen, welche durch die Kirghiſenſteppe getra⸗ gen werden ſollte. Dieſes Unternehmen wurde auch ausge⸗ führt, aber die entſetzliche Kälte, welche die ruſſiſche Colonne
während der Goldſtaub an dem Stoffe haften bleibt, welchen man, nachdem er abgetrocknet iſt, mit kleinen Stöckchen ab⸗ klopft.
Silber⸗ und Bleiminen befinden ſich in mehreren Aeſten des Kaſchgar⸗Davan, des Balar⸗Taga, des Altai, des Belor⸗ dar und des Karatau. Eine regelmäßige Ausbeutung der⸗ ſelben iſt bis jetzt noch nicht hergeſtellt worden, man hat bis⸗ her nur Blei und auch dieſes in nur geringer Menge zu
Tage gefördert.
Kupferminen befinden ſich in mehreren Gegenden, man hat aber bisher noch keine Hochöfen angelegt.
Eiſenminen ſind ſehr zahlreich vorhanden und das Eiſen iſt von ausgezeichneter Güte, jedoch fehlt es gleichfalls an Hochöfen.
Schwefel, Salpeter und ein vortreffliches Salz befindet ſich an verſchiedenen Orten, die Einwohner nehmen aber nur ihren eigenen Bedarf davon.
An den Abhängen des Kaſchgar⸗Davan und des Karatau


