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und verfolgte emſig meinen Weg, was mir leicht von
Vierte
ſtatten ging, da ich den Tag über es einzurichten wußte, nur wenig zu trinken, und friſch an Kräften war. Zudem war der Mond ſo gefällig mir zu leuchten, bis ich die Höhe erreicht hatte, und nachdem er ſich empfohlen, erſetzten die Sterne ſeine Stelle.
Bei den etwa eine Legua von der Stadt oben auf der Höhe liegenden Windmühlen ſchlug ich mich gegen links, kreuzte die Straße, kletterte ohne irgend einen Unfall über einige Schluchten, und als der Tag graute, hatte ich die Höhe erreicht, ſchritt weiter bis an die Küſtenabhänge, und verbarg mich dort im Geſträuche, indem ich ausruhte und gleichzeitig nach dem Hafen ſpähte, der in nicht ſehr weiter Entfernung vor mir lag.
Unſchwer konnte ich dort unſer Schiff erkennen und mittelſt eines kleinen Taſchenfernrohres, welches ich bei mir führte, ſelbſt etwaige Vorgänge auf dem⸗ ſelben ziemlich deutlich unterſcheiden. Da ich indeſſen vorläufig nicht das Mindeſte zu befürchten hatte, ſchloß V ich die Augen, und als ich erwachte, war die Sonne ſchon hinter den Bergen empor geſtiegen.
Jetzt kam Alles, wie ich der ſechs Lämmer kehrten nur und gegen zehn Uhr landete das Boot, deſſen Be⸗ mannung beſtimmt war, das Verirrte zu ſuchen.
Ich lachte mir in an Bord mit ihren Fernrohren den Bemühungen deſſelben folgen und zugleich die Küſte muſtern ſah, denn ich hoffte beſtimmt, daß man meinen Verſteck nicht durchſtöbern würde, da die Ausreißer in ſolchen Fällen meiſt ſo weit in's Land hinein laufen, als ihre Füße ſie tragen, und man dort nach ihnen fahndet. Da ich aber Brod und etwas Charque bei mir hatte, und unten ein kleines, ſüßes Waſſer ſich in's Meer ergoß, ſo konnte ich mich im Nothfalle wohl drei Tage in meinem Gehoͤlze halten, dann ſtach unſer Schiff in See, und ich konnte mich zienlich ſicher weiter in's Land hinein verfügen, denn nach Abreiſe der Engländer war die Verfolgung eines flüchtigen Matroſen mehr Schein als Ernſt.
Was ich dann beginnen wollte, wußte ich frei⸗ lich zur Zeit noch nicht, vorläufig aber war die Haupt⸗ ſache nicht wieder eingefangen zu werden, ſowohl der goldenen Freiheit halber, als auch wegen der neun⸗ ſchwänzigen Katze und allerlei anderer angemeſſener Zuthaten, die meiner ganz zuverläſſig an Bord harrten.
2(Fortſetzung folgt.)
es vermuthete: anſtatt fünf zur Heerde zurück,
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s Fäuſtchen, als ich die Officiere
Folge.
Fromme Mebe.*)
Am ſchönen Sonntagsmorgen,
Wenn Glocken ſingen durch die Luft,
In
Verſenkt ſind alle Sorgen
der verfloſſ'nen Woche Gruft,
Und ich— ich ſchaue froh hinaus— Da ſieht mich an das Gotteshaus; Es winket mir und mahnt und ruft.
Und meine Blicke ſchweifen
Dort auf der Kirchengänger Strom,
Weit durch den blauen Himmelsdom;
Und meine Träume ſtreifen
Und die Gedanken ſchweben Und ſchwingen ſich und ſtreben Hinaus auf frohem Glockenton.
Sie fliegen und ſie eilen
Weit über Berg und Strom und Thal;
Bis endlich ſie verweilen
Bei einem Kirchlein ſchlicht und kahl.
Da ſenken ſie die Flügel, Wo rings die Grabeshügel
Und Kreuzlein trauern ohne Zahl.
Da hör' ich voll erklingen
Der Orgel dumpfen, ſchweren Ton,
Da rauſcht ein frohes Singen
Von Chriſt dem Heiland, Gottes Sohn.
Ich aber ſtehe ſchweigend Und im Gebet mich neigend Vor des allmächt'gen Vaters Thr
Doch wer kommt da gegangen?
Das iſt mein Lieb, die ſüße Maid; 7
So ſtill, ſo unbefangen,
Den Blick voll holder Seligkeit. Nur einmal ſchaut ſie ſtumm herab
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Auf ihres Vaters ſtilles Grab; Dann iſt zur Andacht ſie bereit.
So ſchweben meine Träume— hallt der letzte Glockenton Durch blaue Himmelsräume,
on.
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Und mich treibt's fort zum heil'gen Dom.
*) Aus: Gedichte von L. Otto. Halle, Schroedel& Simon. )
1866.
Dann hör'n wir beide Gottes W Ich bete hier, du beteſt dort
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Zu Chriſt, dem heil'gen, Gottes Sohn.


