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Erſcheint regelmäßig
jeden Freitag. Lei pzig, am
Eline Wlochenchronik für Niteratur, Aunst, ſchäne Tliſſenſchaſten und Geſellſchaſt.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
5. Januar 1866.
Wie Cornelius Bloemaert
nach dem Lande Chile kam, und ugs ihm dort begegnet.
Novelle von Ernſt Freiherrn von Bibra.
Nach Aufhebung der Gaſtfreundſchaft wurde durch die Erfindung der Wirthshäuſer einem der dringendſten Bedürfniſſe abgeholfen.
Niemand wird es leugnen, ſelbſt die Mäßigkeits⸗ vereinler nicht, da ſie zu ihren Feſteſſen eben ſo
gut wie andere Leute eines Gaſthauſes bedürftig
ſind; ich aber, der ich nichts weniger als excluſiv bin, begreife unter dem Sammelnamen„Wirthshaus“ jede Localität, in welcher man für Geld, wenn man welches hat, für Geld und gute Worte, wenn man artig iſt, und auf Borg, wenn man es geſchickt anzufangen weiß, Speiſen und Getränke haben kann.
Die Reihe beginnt alſo beim Hôtel und hört bei der Winkelkneipe auf, und Niemand wird in Folge obiger Auseinanderſetzung behaupten können, daß ein
Kaufladen, in welchem man neben Nägeln, Meern, Zangen und anderen Eiſenwaaren, neben Schhen, Schnüren, getrocknetem Ochſenfleiſche, Strobüten, eingemachten Oliven, Schuhwichſe und einer„lloſen Menge anderer Dinge auch Wein und Begerhält, nicht auch ein Wirthshaus genannt werden kan. Aus zwei Gründen halte ich die Vorausſching des Obigen nicht nur für zuläſſig, ſondern ſelbſthei⸗ nahe für nöthig. Der erſte Grund iſt der, um überhaupt eier Anfang zu haben, was häufig ſchwierig iſt, un man nicht gerade durch ein Zwiegeſpräch mit der Tü in's Haus fallen will, oder beginnt mit:„Es ein lieblicher Frühlingsmorgen,“ oder:„Eiy m⸗ freundlicher, ſtürmiſcher Herbſtabend,“ oder: /rei Männer, in Mäntel gehület ſchritten ſchyigede u. ſ. w., Anfänge, von welchelt wir ſelbſt eun zir uns recht erinnern, wohl auch ſchon Gbrauch L⸗ macht haben. 4 Zweitens aber wird ein oder deyandere der fehr geehrten Leſer, welcher vielleicht eieen gewiſſen Ab⸗


