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ſer, daß eine leichte Unterhaltungsléctüre zugleich moraliſch, als daß ſie blos ſpannend und äußerlich ſtofflich ſei. D. B⸗
Gedichte von Joſeph Hötzl. Trieſt, F. H. Schimpff's Buchhandlung. 1864.
Mehr als der Inhalt, der ſich im üblichen Strom der modernen Lyrik erhält, fallen durch ihre Vortrefflichkeit Druck und Papier dieſes Buches, das durch die Anſtalt des öſterrei⸗ chiſchen Lloyd hergeſtellt worden iſt, angenehm auf. Intereſ⸗ ſanter jedenfalls als der poetiſche Standpunkt iſt der politi⸗ ſche, auf welchem Joſeph Hötzl ſteht, und welcher ſich aus einem warm⸗patriotiſchen Gedichte„des Oeſterreichers Lied“ ergiebt. Die dritte Strophe lautet:
Wer iſt der Mann? Wie heißt ſein Land, An Liebe und an Freiheit reich? Sein Herrſcher gab ein Liebespfand, In junger Kraft erblüht das Reich; Der Liebe und der Freiheit Gluth
Novellen⸗Zeitung.
Entflammt der Stämme großes Herz, Als Brüder weihn ſie Gut und Blut Dem Vaterland in Luſt und Schmerz.
Ich bin ein Mann aus Oeſterreich, Uns macht die Freiheit ſtark und gleich!
Wenn es ſelbſt die Lyriker, die doch ſonſt nicht leicht zu⸗ frieden zu ſtellen ſind, behaupten, daß in Oeſterreich ſoviel Freiheit gluthet und fluthet(wobei einem immer der abſcheu⸗ liche Reim„blutet“ von der Zunge ſchlüpfen will), ſo hat die Gegenwart kein Recht mehr, länger an dieſer neuen Wahrheit zu zweifeln. Auch„das Ungarvolk ſo hoch und ſtramm“, wie es in einem andern Verſe heißt, ſollte ſich dies ein für alle Mal geſagt ſein laſſen.. O. B.
Die Braut in der Waldkapelle. Nach einer wahren Bege⸗
7* Inhalt: benheit von Stanislaus Graf Grabowski.(Schluß.)— Literariſche Briefe von Otto Banck. Feuilleton. Die antike Weltſtadt Alexandrien.— Der Flucht⸗ verſuch Ludwig's XVI.— Miscellen.— Vom deutſchen Büchermarkt.
Chor.
beziehen:
—
tenzahl noch heute in ſtetem Zunehmen begriff
der Neuzeit zu erhalten.
rungen getroffen ſind.
nämlich:
kleidermacher und Modehandlungen.
Eine bedeutende Vergrößerung, erhöhte Eleganz in r Verbeſſerung der Modekupfer werden unſere verehrten Abonnenten bei Beginn des verfloſſ ers wahrgenommen haben, und ſchmeicheln wir uns der frohen Hoffnung, daß alle unſere Abonnenten dem„Phönix“ auch im zweiten Semeſter treu bleiben werden, zumal auch für das pünktliche Erſcheinen deſſelben erneute Vorkeh⸗
für die Herren Schneidermeiſter.
Bei Friedr. Bartholomäus in Erfurt erſcheint und iſt durch jede Buchhandlung und Poſt⸗Anſtalt zu
DER PllOkNX,
praktiſches Journal für deutſche, franzöſiſche und engliſche Herren-Garderobe, techniſches Journal des Berliner Moden⸗Vereines.
Der„Phönix“ beginnt nun das zweite Semeſter von ſeinem
zwanzigſten Jahrgang. f
Ein Journal, deſſen Auflage, trotz vielfacher Concurrenz, von Jahr zu Jahr nur gewachſen, deſſen Abonnen⸗
en, und das ſich ein Fünftel⸗Jahrhundert auf dem großen Markte der
Zeitſchriften-Literatur mit Ehren behauptet, ein ſolches Journal darf ſich wohl mit Ruhe der frohen Zuverſicht hin⸗
geben, daß es den geſtellten Anforderungen genügt, daß es ſeinen Zweck treulich erfüllt hat. Die freundliche Aufnahme, deren ſich der„Phönix“ in allen Gegenden Deutſchlands, und weit über die Gren⸗
zen deſſelben hinaus(ſelbſt im fernen Amerika) ſtets zu erfreuen
Sporn, ſowohl dem beſchreibenden Text und den techniſchen Schnitt⸗Muſtern, wie den Kupfern und der äußeren Aus⸗
ſtattung für die Folge immer neue Sorgfalt zu widmen und ſo das altbewährte Journal immerfort auf dem Niveau
hatte, iſt der Redaction aber auch gleichzeitig ein
äußerer Ausſtattung unſeres„Phönix“, ſowie eine ſenen Semeſters bereits
Was den Abonnementspreis des„Phönix“ anbelangt, ſo bleibt derſelbe nach wie vor unverändert, Ein Thaler pro Semezter. Es bleibt ſomit für immer das billigſte und gleichzeitig eleganteſte und praktiſchſte Journal für Herren⸗
Der„Phönix' erſcheint in den erſten Tagen jedes Monates.
für das Intereſſe der Leſer geſorgt zu haben.
An unſere geehrten Abonnenten.
Mit dieſer Nummer ſchließt wieder ein Jahrgang unſerer Zeitung. Dieſelbe wird in der bisherigen Form fort⸗ beſtehen; was den Inhalt betrifft, ſo hoffen wir dadurch, daß wir für unſer Blatt neue gediegene Mitarbeiter gewonnen, Die Beſtellungen des neuen Abonrements bitten wir rechtzeitig zu machen.
Die Verlagsbuchhandlung der Novellen⸗Zeitung.
Redigirt unter Verantwortlichkeit von Ouo Frieduich Dürr in Leipzig.— Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig.
— Druck von A. Edelmann in Leipzig.


