Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
780
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Zuerſt goß die ält're Schweſter Sacht ihr Blei in's Waſſerbecken, Um ein ſilberblankes Bildniß Raſch am Grunde zu entdecken.

Sprich, was ſoll das Bild bedeuten? Sollſt Du fürchten, ſollſt Du hoffen? Ha, der ſchönſte Dorfburſch' iſt es,

Und zum Sprechen wohlgetroffen!

Ob des Wunders ſtaunt' das Mädchen Rief dann laut in ſüßem Feuer:

Heil und Gluück! Mir iſt's beſchieden, Herzensbraut zu ſein noch heuer! Hernach goß die jüng're Schweſter Sacht ihr Blei in's Waſſerbecken,

Um ſchnell die Figur des Todes

Auf dem Grunde zu entdecken!

Uovellen⸗Zeitung.

Sie erſchrak vor dem Skelete

Und erblaßt vor Schmerz und Kummer; Todtſterbensmüd' ſchlich ſie in's Stübchen Doch es mied ſie ſcheu der Schlummer.

Und zur Faſtnacht führt' die Erſte 1 Schon der ſchönſte Burſch' zum Reigen,

Und beim frohen Erntefeſte

Nannt' er liebend ſie ſein eigen.

Ehe die Dreikönigsfeier Wiederkam in weißem Glanze, Stand ſie ſchon vor dem Altare In dem grünen Myrthenkranze.

Und als ſie im Brautſchmuck prangte, Löſten ſich der Schweſter Sorgen: Morgen liegt ſie auf der Bahre

Und im Grabe übermorgen.

Feuilleton.

Das Café de la Régence.

Das Café de la Régence in Paris erfreut ſich eines europäiſchen Rufes und hat ſeine eigene kleine Geſchichte. Der Urſprung deſſelben verliert ſich nicht etwa in die Nacht der Vorzeit, ſein Name ſagt es ja deutlich genug, daß es ſich vom Anfang der Regierung Ludwig's XV. herſchreibt. Die Kaffeehäuſer waren damals in ſocialer und namentlich in li⸗ terariſcher Beziehung von ziemlicher Wichtigkeit, und man wird kaum eine vollſtändige Geſchichte der franzöſiſchen Lite⸗ ratur des achtzehnten Jahrhunderts verfaſſen können, ohne zugleich eine detaillirte Chronik der Kaffeehäuſer von Paris zu ſchreiben, wo die Männer der Wiſſenſchaft ſich verſammel⸗ ten und der Geiſt offene Tafel hielt. Die Schauſpieldichter verſammelten ſich bei Procop, deſſen Räume gewiſſermaßen die Vorzimmer des Théatre frangais waren; ein anderer ähnlicher Club, welchem auch Sänger angehörten, thronte bei der Wittwe Laurent, an der Ecke der Rues Chriſtine und Dauphine. Bei der Wittwe Marion, dem Opernhauſe ge⸗ genüber, fanden ſich die Bewerber eines Fauteuils der Aka⸗ demie zuſammen. Der Verfaſſer des Dictionnaire néolo- gique verſah die dritte Ausgabe ſeines Werkes mit einem Titelkupfer, auf welchem man La Mothe und ſeine Anhänger vor dem Comptoir der Wittwe Marion erblickte, woruntere folgende Legende ſtand:

Inficiunt pariter linguas isti, ista liquores.

Die Männer von der Feder und vom Degen thaten ſich bei Gradot im Quai de b'Ecole ein Gütliches, während die Schach⸗ und Dominoſpieler ſich in der Régence zuſam⸗ mendrängten. Das erſtere dieſer Spiele zog die Aufmerk⸗ ſamkeit ganz ſpeciell auf ſich und verlieh dieſem Kaffeehauſe ſeine eigenthümliche Farbe. Le Sageverſichert, daß das Schach

den Kaffeehäuſern benehmen. die Jungen trieben Liebeleien, die Politik war ſtreng unter⸗ ſagt, kaum durfte man ein Geſpräch über ein philoſophiſches

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die Politik und die Converſation vollſtändig verdrängte und

daß in dieſem Aſyl derHolzſchieber ein tiefes Schweigen herrſchte. Es ſcheint jedoch, daß einige Beſucher aus anderen Gründen kamen. nen, welche ſich hier folgten, entgingen wohl den gefühlloſen Schachſpielern, aber ſie waren nicht allen Leuten gleichgültig und zwar um'ſo weniger, als dieſe beiden Damen, wie es ſcheint, ſehr gefälliger Natur waren.

Die ſchönen Augen der beiden Beſttzeren⸗

Um dieſe Zeit konnte man ſich nicht vorſichtig genug in Die Alten ſpielten Schach,

hema wagen. In jedem Winkel ſtand ein Spion auf der

Lauer, welcher, indem er ganz gemüthlich ſeine Taſſe Mokka ſchlürfte, ſeine Notizen machte, die dem oder Jenem oft als

Einlaßkarte in die Baſtille dienten. Man wollte in Paris die übertriebene Freiheit verhindern, welche in den Kaffee⸗ häuſern Londons herrſchte und dort oft die Ruhe des Staats gefährdete. Aber auch die Lecture war in Paris verboten, und man fand hier nicht ein einziges Journal.

Das Café de la Régence wurde auch deshalb ſehr be⸗ ſucht, weil man daſelbſt weniger beläſtigt wurde, als ander⸗ wärts. Diderot kam hierher, um die Ruhe zu genießen, die ihn mehr zum Meditiren als zum Disputiren einlud. Jean Jacques fand ſich ebenfalls hier ein, aber weniger um zu ſehen, als ſich ſehen zu laſſen. Wenn er einen jener großen

Paradeeffecte hervorbringen wollte, nach denen ſeine tölpiſche

Eſtelkeit ſo lüſtern war, ſo ſah man ihn erſcheinen. Eines Tages ſtellte er ſich als Armenier ein, unter dem Vorwande, ſich beſſer verborgen halten zu können, in der That aber nur, um deſto mehr bemerkt zu werden, und er war entzückt, daß

Hr. v. Sartines eine Schildwache vor der Thüre auftreten laſſen mußte, um die Volksmenge zurückzuhalten.

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Ja, Madam mend fügte er hinz womit er ſich ſchleu

Bei dem Hera die Raffechäuſer Un de lo Regence ble Schachbret waren! tcen Worden, ſei nur ſolche Gäſte z zuſagte. Etwas ſ Diicoloren zuzula tieys verdunkelten ſchließlich blieb da diges Kaffeehaus.

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ergleifende Aneide Während der wenig beſucht; me welches noch dazu den Spieler hätte fuhren täglich die? Richtplatze brachten angenehme Ausſich wahrſcheinüich vicht Wenigen, der hie kein ſehr ſtarker S einen ſolchen Reſg ihnen ſich von ihm als er ſchon einige denn man dräͤngte ſehr hübſcher und j Umſtände Platz an daß ein Vort gew gewann zwei Part Rebespierre, aber Kopf, ie g yf, war die An uiſh, ſonſt verlan lis ſch ein Blatt ſehr übler 9 wlde Laune d her ſih in der