Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
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riges Kunſtſtudium geworden iſt, hat ſich einen heitern glück⸗ lichen und einen tragiſch unglücklichen Tag aus dem Daſein jener Kleinfiſcher gedacht, die Muth und Kräfte, Geſundheit und Leben daran wagen müſſen, um durch Schellfiſch- oder

Dorſchfang ihre gewöhnlich ſehr zahlreiche Familie zu ernäh⸗

ren. So ſehen wir ſie in der erſten Reihenfolge der Bilder

nach Gebet und Vorbereitung am Ufer ausziehn, ihr Tage werk glücklich verrichten und in geſchwellten Netzen den Se gen eines glücklichen Fangs heimbringen. Es ſind trauliche leicht ſkizzirte, mit kleinen naiven Epiſoden verſehene Darſtel lungen, und man theilt das Gefühl der Ruhe, als in enger Fiſcherhütte bei Kienſpahnbeleuchtung und loderndem Kamin⸗ feuer, deſſen Rauch die aufgehängten Seezungen und Stein⸗ butten ſchmackhaft macht, der zahlreiche Kreis mit Hündlein und Kätzlein bei einander ſitzt und nach einfacher Mahlzeit das Nachtgebet hält.

Der zweite Tag iſt der des Sturms, das Wetter unſi⸗ cher, und obgleich die Pflicht und der handwerksmäßige Muth die Fiſcher wieder auf das unſichere Element führt, ſo iſt doch dem Abſchied eine trübe Ahnung beigemiſcht. Sie be⸗ ſtätigt ſich; das ungünſtige Wetter wird zum Sturm, die Heimgebliebenen harren in vergeblicher Sorge und der kleine Nachen zerſchellt am Felſenriff. Das Antreiben der Leichen an das Ufer, die Trauer der Familie und das Begräbniß be⸗ ſchließen die Kataſtrophe. Obgleich nur auf die Einfachheit der Compoſition in leichten Umriſſen geſehen und dabei jene Specialausführung ausgeſchloſſen iſt, welche den Geſichtern eine ſeeliſche Sprache verleiht, ſo redet doch der Totaleindruck der ganzen Gruppen vernehmlich genug, und das Ganze macht einen liebenswürdigen, das Gemüth anſprechenden Ef⸗ fect, der ihm viel Freunde ſichern wird. O. B.

Schattenbilder. Criminal⸗Novellen und Erzäh⸗ lungen. 3 Thlr. Berlin, bei Carl Lindner.

A. Otto, A. Reinholz und F. Meyer haben ſich in die⸗ ſen drei Bändchen criminaliter die Hand gereicht, um dem Publicum die intereſſanten ſpannenden Fälle des nicht über⸗ all vorhandenen Schwurgerichts bei offenen und zugemachten Thüren novelliſtiſch vorzutragen. Einige Titel dieſer Ge⸗ ſchichten werden der Einbildungskraft des Publicums behülf⸗ lich ſein, ſich ein Bild von der literariſchen Färbung dieſer

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Novellen⸗eitung.

Inhalt:

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des Gewiſſens;das Skelet;die Verbrecher;moderne Kellnerinnen;Erzählungen eines Berliner Droſchkenkut⸗ ſchers;ein Tag aus dem Leben eines höheren Bummlers. Dieſe Titel zeigen unter andern auch, daß das geſellſchaftliche Berliner Leben hier ſehr ſtark zum Modell genommen iſt. Das moderne Tagesintereſſe ſchwimmt oben auf, und daß die Behandlung eine ſehr leichte, nicht irgend wie nach Vertiefung hin arbeitende iſt, braucht wohl kaum erwähnt zu werden.

O

Stoffe zu machen:Die Kinder der Nacht;die Stimme b

ꝗs B.

Komödianten⸗Lieder. Geſammelt von Hermann Janſen. Leipzig, Verlag von E. Wengler. 1864.

Was ſich aus dem Leben hinter und vor den Couliſſen ſowohl bei den Hofbühnen, als bei den Anſtalten für Meer⸗ ſchweinchen an drolligen und burlesken Scherzen und Im⸗ promptus und anekdotenhaften Vorfällen dem Verfaſſer dar⸗ bot, hat er hier mit dem Behagen ungenirteſter Wahl zuſam⸗

mengetragen und mit einigen ähnlichen Illuſtrationen verſe⸗

hen. Der Scherz in dieſem Buche iſt ſo billig, wie ſich der Herausgeber die Anſprüche des Publicums wünſchen wird. O. B. Die beiden Sträflinge. Roman von Friedrich Gerſtäcker. Jena und Leipzig, Hermann Coſtenoble. 1864. Wir haben es hier mit einer zweiten wohlfeilen Volks⸗

ausgabe dieſer auſtraliſchen Erzählung zu thun, die zu den charakteriſtiſchern Arbeiten Gerſtäcker's gehört und ſehr friſche

an Ort und Stelle gewonnene Anſchauungen und Erfahrun⸗ gen mit kecker Geſchicklichkeit novelliſtiſch verwerthet. Eine ſtofflich abenteuerliche Fülle von Handlung, Verwicklung und roher Thatkraft tritt darin den ausgedehnten Leſerkreiſen ſchmackhaft entgegen. Die Darſtellung iſt leicht faßlich, und ein ſehr lesbarer Druck macht die Edition auch für ſchwache Sinne zu einer praktiſchen. O. B

Die Ebenbürtigen. Eine wahre Geſchichte von E. Heu⸗ ſinger.(Fortſetzung.) Gedicht von Cajetan Cerri. Weckruf. Literariſche Briefe von Otto Banck.

Feuilleton. Ein neues Werk über Theater und dramatiſche Dich⸗

tung. Der General Lee, Oberbefehlshaber der Armee der Conföde⸗ rirten. Du Chaillu. Spaniſche Bigotterie. Vom deutſchen Büchermarkt.

Ein neuer großer Roman von Louiſe Mühlbach.

Im Verlage von Hermann Coſtenoble in Jena& Leipzig erſchien und iſt in allen Buchhandlungen und Leihbibliotheken

zu haben: Der große ürſt und ſeine Zeit. Hiſtoriſcher Roman von Louiſe Mühlbach. Erſte Abtheilung: Der junge Kurfürſt.

Preis für alle 3 ſtarke Bände 8. broch. 5 Thlr.

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Kurf

Den Bandwurm beſeitigt gefahrlos die unter allen Mitteln am beſten zu nehmende und ſicher wir⸗ kende Bandwurmchocolade aus der Apotheke in Plauen in Sachſen. Preis 15 Sgr.

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Redigirt unter Verantwortlichkeit von Oulo Sriedrich Durr in Leipzig. Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig.

Im Verlage von H. N. Sauerländer in Aarau iſt er⸗ ſchienen und durch den Buchhandel zu beziehen:

Schweizerbilder.

Erzäblungen aus der Heimath von Jacob Frey. Verfaſſer vonZwiſchen Jura und Alpen. 2 Bde. 8. geh. 3 Thlr. 4 fl. 30 kr. Der Verfaſſer hat ſich ſchon früher durch ſeine intereſſanten Novellen und gemüthlichen Schilderungen aus dem heimathlichen Volks⸗ und Familienleben in der Schweiz einen ſehr günſtigen Ruf erworben; auch in Deutſchland iſt derſelbe durch die Erzäh⸗ lungenZwiſchen Jura und Alpen bereits vortheilhaft be⸗ kannt. Die Kritik hat ſich dahin ausgeſprochen, daß dieſeSchwei⸗ zerbilder ſeine früheren novelliſtiſchen Leiſtungen noch übertreffen, und durch Mannigfaltigkeit des Stoffes, wie auch in Bezug auf Schönheit der Darſtellung in Sprache und Dichtung den beſten neueren belletriſtiſchen Erſcheinungen würdig an die Seite geſtellt werden können. Es wird dieſe Novellen Niemand unbefriedigt aus der Hand legen, und dürfen dieſelben daher Jedermann als anziehende Lectüre für die langen Winterabende beſtens empfoh⸗ len werden.

Druc von A. Sdelmann in Leipzig.

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