Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
753
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Etine WWlochenchronik für Niterntur,

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig,

am 25. Uovember 1864.

Kunst, ſchöne Tliſſenſchaften und Geſellſehaft.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Die Ebenbürtigen.

Eine wahre Geſchichte von E. Heuſinger.

(Fortſetzung.)

Nachdem die Colonne etwa eine Stunde, die ſzte Strecke ſchon im Gebirge, ihren Marſch fortge⸗ ſtzt hatte, erreichte ſie eine offene Gegend, von wo nan die vorgeſchobenen Poſten deutlich überſehen konnte. Hier ließ Feldern in zwei Gliedern eine Auf⸗ ſellung nehmen, und ſandte ſeine 20 Schützen in an⸗ Kmeſſener Entfernung als Tirailleurs vor die Fronte. Aach raſcher Ausführung dieſes Manövers ritt der buͤrgermeiſter, dem in Betreibung eines bedeutenden Pandelsgeſchäftes Land und Leute hier wohl bekannt naren, mit einer Parlamentärflagge, die von Feldern's Neitknecht getragen wurde, langſam vor. Es dauerte nicht lange, ſo ſah man Seitens des Feindes einen

Mann unter gleichem Schutzzeichen herankommen. Der Bürgermeiſter erkannte in ihm einen ehemaligen För⸗ ſter des Freiherrn v. Trobiſch, einen alten Mann, der, auf Veranlaſſung des Gutsinſpectors, deſſen unred⸗ lichen Zumuthungen bei Holzverkäufen er ſich nicht hatte fügen wollen, ſeines Dienſtes entſetzt, mit einer zahlreichen Familie in einem der Gebirgsdörfer am Hungertuche zehrte.

Der Bürgermeiſter eröffnete jetzt ruhig den Zweck ſeiner Sendung, machte den feindlichen Abgeſandten aufmerkſam auf die Folgen, falls die Aufſtändiſchen die ihnen gemachten Zugeſtändniſſe von der Hand wei⸗ ſen ſollten, erinnerte an Frau und Kinder zu Hauſe, wenn die bewaffnete Macht zum Angriff ſich gezwun⸗ gen ſähe wobei er bedeutungsvoll mit ausgeſtrecktem Arme rückwärts auf die dunkele Linie deutete, vor der Feldern in kurzem Galopp auf und niederſprengte.

Die Worte ſind ſchön, ſagt der Fuchs aber in's Dorf geh' ich darum doch nicht, erwiderte der alte Förſter, nachdem er einige Male mit der Hand

über die tiefgefurchte Stirn gefahren war.Wäre es